Fußgänger, die von Wimberg nach Calw wollen, bekommen endlich ihre Abkürzung: Noch vor der Sommerpause sollen die riesigen Rutschen im Stadtgarten eingebaut werden.
Viele Fußgänger – und vor allem viele Schüler – dürften es kaum noch erwarten können: In diesem Sommer sollen endlich die seit Jahren angekündigten Rutschen im Calwer Stadtgarten oberhalb der Schillerstraße eingebaut werden.
Eine willkommene Abkürzung des steilen Wegs vom Wimberg in die Kernstadt. Und eine Motivation, diesen Weg zu wählen, statt motorisiert nach Calw zu gelangen. Diese Argumentation brachte dem Vorhaben auch eine 90-Prozent-Förderung ein.
1,5 Millionen Euro für die Umgestaltung
Die Förderung stammt von einem Bundesprogramm zur Klimaanpassung. Insgesamt 1,5 Millionen Euro flossen dabei – natürlich nicht nur in die Rutschen, sondern in die Umgestaltung des gesamten Stadtgartens.
Das meiste ist dabei seit dem Jahreswechsel fertig. Neue Wege, Geländer, ein Panorama-Steg, Büsche, Bäume, Blumenwiesen, Sitznischen mit Bänken, Trockenmauern und noch einiges mehr bekamen die Grünflächen zwischen Georgenäum und Altburger Straße dabei verpasst.
Etwa zum ersten Mal einen Weg, der komplett ohne Treppen bis auf den Wimberg führt. Weichen mussten die Stellflächen in der Schillerstraße, die früher „Lehrerparkplätze“ genannt wurden. Eine Maßnahme, die Abkühlung bringen soll – denn hier verläuft eine Kaltluftschneise ins Tal. Die kalte Luft wurde früher jedoch durch das aufgeheizte Blech der Autos auf den Stellflächen erwärmt.
Um den Jahreswechsel 2025/2026 stellten Handwerker schließlich noch eine kleine „Theaterfläche“ fertig, in der Mulde beim Georgenäum. Eine Holztribüne, die nun für Konzerte oder dergleichen zur Verfügung steht.
Jetzt fehlen lediglich noch die großen Rutschen. Ursprünglich sollten es drei werden; eine wurde jedoch aufgrund des zu großen Aufwands wieder verworfen. Die längere Rutsche (32 Meter) soll am Weg oberhalb des Einstiegs des Panorama-Holzsteges starten, die kürzere (17 Meter) eine Wegbiegung darunter. Die Einstiegsbereiche dafür stehen seit Monaten – errichtet mit Sandsteinen vom Badischen Hof.
Als erster Termin für deren Fertigstellung war bereits Juni 2025 angepeilt worden; wenig später ruhte die Hoffnung auf einem Einbau im Juli.
Doch deren Umsetzung gestaltete sich „aufgrund der Topografie schwieriger als vermutet“, hatte David Mogler, Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters und Wirtschaftsbeauftragter, Ende vergangenen Jahres erklärt.
Denn der Hang für die kürzere, untere Rutsche, erwies sich als nicht steil genug. Um weder die Einstiegskanzel erhöhen, noch die Rutsche in den Hang eingraben zu müssen, blieb nur eins: das Gelände nochmals in größerem Umfang vermessen und einen neuen Kurvenverlauf finden. Und neu planen.
All das ist inzwischen geschehen. Wie Bianca Rousek, Sprecherin der Stadt Calw, auf Anfrage unserer Redaktion berichtet, sollen die Rutschen nun im Laufe des Junis fertig werden. Der Einbau im Stadtgarten wiederum sei im Laufe des Julis vorgesehen.
Noch vor der Sommerpause fertig
Ist das ebenfalls erledigt, steht einer festlichen, offiziellen Einweihung des „neuen“, umgestalteten Stadtgartens nichts mehr im Weg. Noch vor der Sommerpause – also spätestens Ende Juli – soll es so weit sein, kündigte Calws Oberbürgermeister Florian Kling jüngst an.
Die Umgestaltung war bereits im Frühjahr 2021 vom Gemeinderat auf den Weg gebracht worden. Zuvor hatte die Gruppe „Tourismus, Freizeit, Natur“ des Arbeitskreises Innenstadt Ideen für dieses Projekt zusammengetragen und vorgestellt. Ende des Jahres 2023 hatten die ersten Arbeiten begonnen.