Eine Gelb-Rote Karte hatte beim Landesligaspiel des FC Löffingen gegen die SpVgg F.A.L. Folgen. Foto: Seeger

Über dem Fußball-Landesligisten FC Löffingen ziehen dunkle Wolken auf. Der Schiedsrichter brach nach einer Attacke das Spiel am Sonntag ab.

Es war die 38. Spielminute. Die Gäste der SpVgg Frickingen-Altheim-Lippertsreute, kurz F.A.L, die noch um den Aufstieg kämpfen und knapp hinter der Spitze liegen, führen 2:0 beim FC Löffingen, der gegen den Abstieg kämpft.

Gelb-Rote Karte der Auslöser

Benjamin Gaudig, der Top-Torjäger der gastgebenden Löffinger, hat eben die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Niklas Zygan aus Malsch gesehen, als es zu einer kleinen Rangelei kommt, so Augenzeugen. Laut Aussage von Gaudig hat er versucht, den Schiedsrichter wegzuschieben, um ihm seine Sichtweise zu der – in seinen Augen ungerechtfertigten – Ampelkarte darzulegen. In diesem Moment ertönt die Pfeife des Schiedsrichters. Er bricht das Spiel ab. Laut seinen Aussagen hat er eine Kopfnuss erhalten – eine Tätlichkeit gegen den Unparteiischen, die zur Folge hat, dass er das Spiel abbrechen muss.

Löffinger sind fassungslos

Die Löffinger sind angesichts dieser Anschuldigungen fassungslos, denn für sie stellt sich die Situation ganz anders dar. Löffingens Trainer Jörg Klausmann erklärt, dass seine Spieler die Sache ganz anders gesehen hätten und will abwarten, bis der Bericht des Schiedsrichters erstellt ist und seinen Verein erreicht. Ihm schwant aber Böses: "Es geht jetzt auch erst mal darum, den Verein, die Mannschaft und den Spieler zu schützen." Für den Montag hat er eine Stellungnahme angekündigt.

"Emotionen sind übergekocht"

Gaudig, der seit Juli 2019 neben dem Dienst als Torjäger auch den Vorsitz des Vereins übernommen hat, gibt zu, dass "die Emotionen in dieser Situation übergekocht" seien. Die Partie war alles andere als ein Langweiler, und die Gemüter der Protagonisten hatten sich immer weiter erhitzt. Auch nimmt er das Wort "Überreaktion" in den Mund. Ob sich die auf die Aktion gegen den Schiedsrichter oder den Abbruch des Spiels bezog, ist offen. Nach dem Spiel jedenfalls hat er sich mit beiden Teams und dem Schiedsrichter-Trio getroffen. "Ich habe mich entschuldigt. Wir alle hätten das viel lieber auf sportliche Art geregelt."

Hartes Urteil droht

Den Vorwurf der Tätlichkeit gegen den Unparteiischen will er so nicht stehen lassen, denn "wie bei jeder Streitsache hat auch hier jede Partei eine andere Sicht der Dinge". Sollte sich der Verband allerdings dem Urteil des Schiedsrichters anschließen, dürfte dem FC Löffingen erst einmal eine harte Auseinandersetzung und am Ende eine harte Strafe drohen.