26 Minuten waren zwischen der SG Herzogsweiler-Durrweiler und dem SV Glatten (Kreisliga A1) gespielt, als die Gäste geschlossen das Feld verließen. Wir haben Stimmen gesammelt.
Es war ein sehr flotter Auftakt in der Kreisliga A-Begegnung zwischen der gastgebenden SG Herzogsweiler-Durrweiler und den Gästen aus Glatten. Spielertrainer Xaver Noreiks und Anel Trcic (5. und 9. Minute) brachten die Hausherren schnell mit 2:0 in Führung, nach 17 Minuten verkürzte SGV-Spielertrainer Felix Loch auf 1:2.
Weitere Treffer kamen nicht mehr hinzu, da die Begegnung neun Minuten später schon beendet war: Geschlossen ging der SV Glatten vom Feld, es kam zum Spielabbruch. Wie meist bei solchen Vorfällen, gehen die Meinungen der beteiligten Teams etwas auseinander. Schiedsrichter Georg Haas jedenfalls sagt: „Ich bin jetzt 48 Jahre Schiedsrichter und das war mein erster Spielabbruch.“
Keine Chance für den Schiedsrichter
Er erzählt: „Zu Beginn haben die Hausherren den Gast quasi überrannt. Es war da noch kein unfaires Spiel. Es gab dann nach Aussage von Glatten wohl zwei, drei Tätlichkeiten. Die waren aber alle hinter meinem Rücken.“ Deren Abteilungsleiter Dennis Hrastic meint gegenüber unserer Redaktion: „Da wurde mit voller Absicht der Ellenbogen in die Rippen gerammt, ich habe die Szene gesehen. Es war uns dann anschließend einfach zu gefährlich. Kein Vorwurf an den Schiedsrichter, er kann das nicht sehen.“
Sein Pendant aufseiten der SGHD, Johannes Leibold, hat die angesprochene Szene nicht gesehen. „Der Abbruch hat uns dann überrascht“, so seine Aussage. Schiedsrichter Haas wollte noch die Stop-Regel anwenden, bei der sich die Teams in ihren jeweiligen Strafraum zurückziehen. „Dazu kam es nicht mehr. Wir sind dann halt vom Platz. Von mir wollte niemand etwas.“ Er schildert: „Der betroffene Spieler hatte richtig Schmerzen und hat geheult wie ein Schlosshund.“
Stellungnahme abgegeben
Für Hrastic ein Ärgernis: „Wir haben eine Stellungnahme abgegeben, wollen das aber auch nicht breit treten.“ Pikant: Bereits in der Vorsaison hatte das Aufeinandertreffen der Clubs für Zündstoff gesorgt. „Da war es schon kritisch. Damals lagen wir aber hoch zurück. Irgendwann muss man auch mal reagieren. Wir stehen als Verein zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung. Es war das einzig Richtige.“ Auch Leibold spricht die Vorsaison an: „Das hat eine Vorgeschichte. Da gab es verbale Auseinandersetzungen, aber neben dem Platz.“
3:0-Wertung wird prognostiziert
Die Entscheidung über den Spielausgang trifft nun das Sportgericht des Fußballbezirks Nordschwarzwald. Hier sind sich die Beteiligten jedenfalls einig. „Wir gehen von einer 3:0-Wertung für uns aus“, so Leibold. Hrastic gibt zu Protokoll: „Die Wertung dürfte gegen uns erfolgen, da sind wir uns bewusst. Die drei Punkte waren uns in diesem Fall egal.“ Laut seinen Schilderungen, haben sich einige Akteure der Hausherren nach der Partie noch entschuldigt. „Es war nach dem Spiel dann auch schnell ruhig. Für das Verhalten von einzelnen Spielern kann ja nicht der ganze Verein etwas dafür.“
Leibold merkte an, dass das Thema natürlich intern diskutiert werden würde. „Es stehen viele Aussagen im Raum. Wir werden das aufarbeiten.“