Konditormeisterin Simone Friedrich-Schulz (links) sowie Bäckermeister und Inhaber Heinrich Schulz von der Bäckerei-Konditorei Friedrich in Mahlberg präsentieren zwei ihrer „Mohlburger Buggl“. Das sind kuppelförmige Torten voller Früchte. Foto: Kapitel-Stietzel

Seit mindestens 50 Jahren gibt es in der Mahlberger Bäckerei-Konditorei Friedrich den „Original Mohlburger Buggl“ zu kaufen. Inhaber Heinrich Schulz und Konditormeisterin Simone Friedrich-Schulz erzählen von den Ursprüngen der Traditionstorte.

Aufwendig gebackene Kuchen und Torten stehen in der Kuchentheke der Bäckerei-Konditorei Friedrich in der Unterburgstraße einige, von Maraschino-Creme über Sacher-Torte, Rahmapfel auf Blätterteig bis hin zum klassischen Himbeerkuchen. Doch das wohl bekannteste Produkt des inzwischen mehr als 120 Jahre alten Familienbetriebs sticht hinter dem Glas heraus: Groß, kuppelrund und mit Spiralen auf seinem knallig gelben Äußeren ist der „Mohlburger Buggl“ unverkennbar. Auch angeschnitten sieht der Torten-Kuppel ungewöhnlich aus, mit vielen verschiedenen Früchten, die mehrschichtig zwischen Creme angeordnet sind.

„Wir machen ihn seit mindestens 50 Jahren“, erklärt Konditormeisterin Simone Friedrich-Schulz, die seit 1989 mit ihrem Mann die Bäckerei betreibt. Denn bereits ihre Eltern haben die Torte in den 1970er-Jahren gebacken. Die Inspiration für die Form kam damals von einem Bekannten des Vaters: Dieser brachte eine andere Kuppeltorte mit, die von einem Konditor namens Mailänder gebacken wurde.

In den 1970er-Jahren verteilte Bäcker Willi Friedrich Streichholzschachteln samt „Buggl“. Foto: Kapitel-Stietzel

„Meine Eltern haben sie probiert und es war für sie nicht optimal genug“, erklärt Fried-rich-Schulz. Diese hätten daraufhin viele Früchte für die Torte probiert. Am Ende kamen weder Erdbeeren noch Kiwis in die Torte, dafür aber Pfirsich, Banane und Sauerkirschen. Ihre Neuschöpfung benannten die Bäcker Willi Friedrich und seine Gattin Elfriede dann in „Mahlberger Buggl“ um, auch als Anspielung auf den örtlichen Hügel Mahlberger Buck.

Spezialität wurde schnell bekannt

Die Spezialität der Bäckerei wurde laut Friedrich-Schulz schnell in der Region bekannt – etwas, das Willi Friedrich zu vermarkten wusste: Er verteilte in den 1970er-Jahren Streichholzschachteln als Werbegeschenke, auf denen der Slogan „Willst du ,Mohlburgerbuggl’ kaufe, mußt du zum Willi laufe!“ geschrieben stand – samt dem schwarz-weiß Bild eines angeschnittenen „Buggls“.

Auch heute noch ist die Torte laut Inhaber und Bäckermeister Heinrich Schulz beliebt: „Wir machen mindestens drei täglich – es ist schon unser Hauptprodukt, wenn man so will.“ Am Wochenende und vor allem an Festtagen seien es „viel viel mehr“, fügt Friedrich-Schulz hinzu.

Seit 50 Jahren gibt es den „Buggl“ zum Geburtstag

Sie erinnert sich, dass vor ein paar Jahren ein Mann in das Geschäft gekommen sei, weil seine Tochter seit 50 Jahren zu ihrem Geburtstag die Kuppel-Torte bekomme. „Hey Papa, du darfst nicht heimkommen ohne Mahlberger Buggl“, habe diese ihm zuvor gesagt, erzählt die Konditormeisterin.

Doch was ist das besondere am „Mohlburger Buggl“? „Diese Kombination der Früchte, Biskuit und Creme macht das Geschmackserlebnis so einzigartig“, antwortet Friedrich-Schulz. „Er ist sogar laktosefrei, weil wir Pflanzencreme verwenden“. Sahne steckt laut der Konditormeisterin in der Kuppel ebenfalls keine. Der „Buggl“ sei auch deshalb „sehr beliebt“, weil er laut Friedrich-Schulz „97 Prozent der Geschmacksknospen trifft“.

Doch ob es auch in Zukunft noch die Mahlberger Spezialität geben wird, steht noch nicht fest: Das Ehepaar möchte in einigen Jahren in den Ruhestand gehen und sucht daher einen qualifizierten Nachfolger, der die Bäckerei dann weiterführt und auch weiter die hauseigene Kuppel-Torte backt. Denn der „Buggl“ ist laut Friedrich-Schulz „ein Zukunftsprodukt“.

Frühere Generationen

1898 bis 1927
 Urgroßvater Fritz Friedrich baut die Bäckerei auf und backt für die Bauern deren Teig zu Brot.

1927 bis 1959
 Sohn Friedrich übernimmt die Bäckerei, muss sie aber wegen Einberufung im Zweiten Weltkrieg von 1941 bis 1946 zeitweise schließen. Später fasst er den Entschluss für den Bau eines Geschäftshauses mit Backstube.

1959 bis 1989
 Willi Friedrich und seine Gattin Elfriede erweitern daraufhin das Geschäft auf 300 Quadratmeter. Zudem kreieren und backen sie den ersten „Mohlburger Buggl“.