Die Sanierungsarbeiten sind beendet – und damit auch die Sperrungen, die in Hornberg immer wieder für Ärger bei den Autofahrern sorgten.
Der erste Teil der Arbeiten war bereits im September des vergangenen Jahres begonnen worden. Anfang September 2025 folgte abschnittsweise die Erneuerung der Fahrbahndecke der L 108 ab dem Fohrenbühl bis zum Abzweig der Bahnhofstraße am Viadukt. Aber nicht nur die Straße wurde saniert: Im Zuge der Maßnahme wurden schadhafte Straßenentwässerungen repariert und die Bushaltestellen am Kriegerdenkmal sowie die Bushaltestellen mit Ampelanlage am Abzweig zur Postwiese barrierefrei umgebaut.
Vor der Winterpause wurden Kanalmaßnahmen umgesetzt, sowie Stromkabel und Breitbandleerrohre in mehreren Bereichen über eine Länge von circa 450 Meter im Straßenkörper mitverlegt. Dank dieser Arbeiten konnte die Abwassergemeinschaft Schonach-Fohrenbühl mittlerweile mit dem Bau zum Anschluss von insgesamt 20 Anwesen an die öffentliche Kanalisation beginnen. Außerdem wurde im Bereich des Kriegerdenkmals eine Straßenquerung hergestellt. Dort soll in Kürze der Anschluss des Bereichs Unterreichenbach ans Wasserversorgungsnetz umgesetzt werden.
Insgesamt umfasste die Maßnahme eine Strecke von sieben Kilometern. Gekostet hat sie zwei Millionen Euro. Bezahlt hat den Großteil das Regierungspräsidium. Ursprünglich sei demnach nur geplant gewesen, eine neue Deckschicht auf die Straße aufzutragen. Und sie sollte auch nur die Strecke bis zur Postwiese umfassen. „Aber die Straße bis zum Viadukt war ebenfalls in einem schlechten Zustand und nach Gesprächen mit dem RP hat dieses sich bereit erklärt, nicht nur die zusätzlichen Maßnahmen auszuführen, sondern sie auch bis zum Viadukt zu verlängern“, berichtet Bürgermeister Marc Winzer im Gespräch mit unserer Redaktion.
Stadt musste 350 000 Euro der Kosten stemmen
Die Stadt habe dann die Kosten für die Arbeiten im Straßenuntergrund übernommen. 350 000 Euro waren das. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass das Regierungspräsidium bis zum Viadukt mitgegangen ist“, fasst der Bürgermeister zusammen. Aufgrund der Verlängerung und der zusätzlichen Arbeiten hätte die Sanierung etwas länger gedauert als anfangs geplant. Zudem habe das Wetter nicht mitgespielt.
Nicht nur die Dauer der Arbeiten, sondern auch die dafür erforderlichen Sperrungen sorgten bei Anwohnern sowie Autofahrern immer wieder für Ärger. Anfang September erreichte deren Frust den Höhepunkt: Für die Erneuerung der Fahrbahn war ab dem 1. September eine abschnittsweise Vollsperrung der Landesstraße zwischen Kriegerdenkmal und Viadukt vorgesehen. Der Verkehr sollte überörtlich umgeleitet werden. Nur wenige Tage nach Beginn der Sperrung kam das Thema bei einer Sondersitzung des Gemeinderats auf den Tisch. Dass die Reichenbacher Straße ab dem Viadukt bis zur Terrassenwohnanlage nicht befahrbar sei, sorgte bei Autofahrern für Verwirrung, hieß es. Die Umleitungsbeschilderung sei unzureichend, wurde bemängelt.
Doch die Sperrung sorgte vor allem auf andere Weise für Frust: Die L 108 ist eine sehr beliebte Zufahrt nach Hornberg, da der Weg viel kürzer ist als der über die Bundesstraße. Ihre Sperrung bedeutet eine großen Umweg von bis zu 20 Minuten. Mehrere Autofahrer ignorierten die Sperrung, so dass die Stadt Hornberg sich gezwungen sah in Absprache mit dem RP einen Sicherheitsdienst zu beauftragen. Dieser sollte den Zugang koordinieren. Anwohner, Rettungsdienst, Müllabfuhr und Schulbusse durften die Barriere passieren, alle anderen mussten den Umweg fahren.
Rettungsdienst und Schulbus durften passieren
„Die Akzeptanz für die Baustelle war nicht ganz so wie wir es uns gewünscht haben. Da hätte ich mir mehr gewünscht“, blickt Winzer zurück. Den Großteil der Beschwerden habe das Bauamt entgegen genommen. „Das war schon sehr belastend und hat viel Zeit gekostet“, gibt er zu. Umso dankbarer sei er all jenen, die die Maßnahmen akzeptierten. „Und das war die Mehrheit“, ist sich der Bürgermeister sicher.
Er zeigt sich „sehr erleichtert“, dass die Sanierung der L 108 nun abgeschlossen ist und ist zufrieden mit dem Resultat. Die Lärmbelastung habe sich verringert und es gebe keine Schlaglöcher mehr. Gleiches gelte für das RP, die ausführende Firma Swietelsky und das planende Ingenieurbüro Zink, die bei der offiziellen Abnahme der Baustelle dabei waren. „Der Planer ist alles abgegangen und hat sich unter anderem Schachtabdeckungen, Abläufe, Anschlüsse, Randsteine angeschaut und wir haben das Abnahmeprotokoll unterschrieben“, beschreibt Winzer den letzten Akt der L 108-Sanierung.
„Eine gute Vorbereitung ist sehr wichtig und dass die Anwohner entsprechend informiert sind“, nennt er im Nachhinein als die wichtigsten Punkte für das Gelingen der Maßnahme.
Informationsfluss
Die Stadt Hornberg informierte regelmäßig über den Fortschritt der Sanierung sowie über die damit verbundenen Sperrungen – auf ihrer Internetseite, per Pressemitteilungen und über die Hornberg-App. „In einer Frequenz, die wir für richtig erachteten“, so Bürgermeister Winzer.