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Sperrung in Balingen Baustelle an Querspange: Das steckt dahinter

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Drei Straßenfertiger sind nebeneinander tätig und bringen das Material für die Bindeschicht auf der Querspange auf. Foto: Maier

Balingen - Seit Mitte Oktober laufen die Straßenbauarbeiten von der B 27-Abfahrt Balingen-Süd über die Querspange zwischen den Bundesstraße 27 und 463 sowie in der Schillerstraße und Auf Stetten in Balingen. Damit verbunden sind Umleitungen – zum Ärger vieler Autofahrer. Was dort gemacht wird und warum die Maßnahme dringend notwendig war, lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Es dampft, es ist laut, und nahe der Straße ist es trotz der kühlen Temperaturen am Freitagmorgen gefühlt warm. Bauleiter Achim Schöck von der Straßenbaufirma Stumpp und Sven Bahlinger vom Straßenbauamt des Landkreises stehen auf dem Gehweg der Querspange vor dem Pflanzenmarkt Mauk. Eine Walze dampft an ihnen vorbei, man riecht den frisch aufgetragenen Bitumen.

"Wir kommen gut voran"

Auf der Verbindung zwischen den beiden Bundesstraßen wird gerade die Bindeschicht eingebaut. Drei sogenannte Straßenfertiger sind dafür parallel im Einsatz. Sie tragen das Material auf, das die Lastwagen anfahren, einer nach dem anderen. "Wir kommen gut voran", sagt Schöck.

Straßenbau, das ist immer so eine Sache. Jeder will auf ordentlichen Pisten unterwegs sein, jeder ärgert sich über Schlaglöcher und Spurrillen. Aber wenn Straßen gerichtet werden, dann ist’s oft auch nicht recht – weil sie dafür gesperrt werden müssen. Im Fall der Querspange ist dieser Ärger in den vergangenen Tagen besonders hochgekocht: Es handelt sich um eine wichtige Verbindung, auf der täglich tausende Fahrzeuge unterwegs sind. Statt die übliche Strecke muss man nun lange Umleitungen fahren – und die Umleitungsstrecken sind überlastet. Autos stauen sich wegen der Querspange-Arbeiten bis tief in die Balinger Innenstadt hinein. Dazu kommt, dass sich die Betriebe im Gewerbegebiet Gehrn buchstäblich abgeschnitten fühlen, weil die Hauptzufahrt nicht zur Verfügung steht.

Termin zu finden ist immer schwierig

Einen passenden Termin für solch ein Großvorhaben in so einem verkehrssensiblen Bereich zu finden, sei schwierig, sagt Bahlinger. Im Grunde seien die Arbeiten nur jetzt möglich gewesen: Man musste etwa Rücksicht auf Arbeiten auf der Autobahn 81 zwischen Empfingen und Sulz nehmen, wegen denen im Sommer der Schwerlastverkehr über die B 27 umgeleitet worden sei. Und auch auf die Sperrung der Bahnlinie Balingen-Albstadt, ebenfalls im Sommer, weil der Schienenersatzverkehr ebenfalls über die B 27 und B 463 und die Querspange erfolgte. Arbeiten und Sperrung dieser Verbindung in dieser Zeit? Undenkbar, unmöglich. Also eben jetzt.

Eine Ausführung in mehreren Bauabschnitten sei zwar denkbar gewesen, so Bahlinger, aber nicht sinnvoll. Und das aus mehreren Gründen: Zum einen hätte das eine deutlich längere Bauzeit mit sich gebracht. Und damit höhere Kosten. Die Unannehmlichkeiten und Umleitungen für Autofahrer wären dabei keineswegs weniger gewesen, eher hätte das wohl für noch größeren Ärger gesorgt, weil die Straßen für längere Zeit nur eingeschränkt zur Verfügung gestanden hätten. Deshalb die Vollsperrung, möglichst kurz, dafür knackig. Ergebnis sei, so Bahlinger, eine Straße "aus einem Guss".

Auftragsvolumen von 500.000 Euro

Die Erneuerung der Abfahrtsspur der B 27 Balingen-Süd sowie der Verbindung zur B 463 sei überhaupt dringend erforderlich gewesen, sagt Bahlinger. Dort habe es zahlreiche Schäden gegeben, gefährliche, bis zu 15 Zentimenter breite Spurrillen etwa. Angelegt worden war die Querspange Mitte der 1980er-Jahre, als Provisorium. Für die heutige Verkehrslast sei die Straße nicht ausgelegt gewesen. Also wird sie jetzt ordentlich auf Vordermann gebracht, ebenso wie die direkt angrenzenden Abschnitte der Straße Auf Stetten sowie der Schillerstraße.

Während die beiden Nebenstraßen jeweils nur eine neue Asphaltdeckschicht erhalten, werden die Bundesstraßenabfahrt sowie die Querspange grundhaft erneuert. Bauleiter Schöck sagt, seine Leute bauen rund 6000 Tonnen Material aus und wieder ein: neben der Trag- und der Binderschicht auch eine neue Asphaltdeckschicht. Dazu verlegen sie rund 200 Meter Randsteine neu und setzen Schachtdeckel. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 500.000 Euro, am Ende wird es deutlich mehr, weil – Provisorium – der Neuaufbau der Tragschicht sich als deutlich aufwendiger herausgestellt hat als geplant.

Gleichwohl geht Schöck davon aus, dass die Straßen bis Ende nächster Woche soweit fertig sind. Abgeschlossen sind die Arbeiten damit aber noch nicht: Die Induktionsschleifen etwa müssen dann noch neu angelegt, die Ampeln wieder in Betrieb genommen werden. Weitere Restarbeiten stehen an, zum Abschluss erfolgen die Straßenmarkierungen. "Da hoffen wir auf trockenes Wetter", so Schöck. Er sei aber zuversichtlich, dass die Arbeiten wie geplant bis 20. November erledigt sind – und die Straße damit für den Verkehr wieder freigegeben werden kann.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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