Droht Villingen das nächste Brückenchaos? In der Bertholdstraße muss zur Sicherheit eine Spur gesperrt werden. Unklar ist, wie lange die Sperrung anhält. So ist die Situation derzeit.
Das Thema Brücken dürfte in der ein oder anderen Amtsstube sicherlich ein rotes Tuch sein. Erst vor wenigen Tagen ist – sieben Jahre, nachdem dort Schäden entdeckt wurden – der Beschluss zum Neubau der Brücke in der Peterzeller Straße vom Gemeinderat gefasst worden. Nun gibt es mit der Bertholdbrücke womöglich das nächste Sorgenkind in der Stadt.
Bei dem in den 1960er-Jahren erbauten Bauwerk handelt es sich um eine Spannbetonbrücke, bei der Schäden von außen nicht sichtbar sind. Bereits im Mai sind die Stadträte darüber informiert worden, dass hinsichtlich der Bertholdbrücke für Reparatureinsatz und Prüfung 90 000 Euro an Kosten anfallen Nun wurden bei einer nächtlichen Untersuchung Mitte September auffällige Stellen entdeckt, deren endgültige Beurteilung laut Stadt aufwendige Materialtests und neue statische Berechnungen erfordert.
Erste Erkenntnisse deuten nach Angaben der Experten auf mögliche Einschränkungen der Tragfähigkeit in der rechten Außenspur hin, weshalb die Stadt vorsorglich handelt. Deshalb ist bereits in der vergangenen Woche die Tonnage auf 30 Tonnen beschränkt worden.
Am Mittwoch nun folgten weitere, gravierende Einschränkungen, um die weitere Sicherheit zu gewährleisten. So ist seit dem stadtauswärts, kurz nach dem Abzweig zum Bahnhof, der rechte Fahrstreifen gesperrt worden. Der Verkehr wird deshalb auf die linke Seite geführt.
Kein Abbiegen in Richtung B 33
Zudem ist die Ampelschaltung an der Kreuzung Donaueschinger Straße/Fürstenbergring angepasst worden. Dies hat weitere Einschränkungen zur Folge: Vom Fürstenbergring kommend kann nun nicht mehr links in Richtung B 33 abgebogen werden. Auch die Querung für Fußgänger ist untersagt.
So soll eine längere Grünphase für den Verkehr stadtauswärts gewährleistet werden. Dass dies dringend notwendig ist, zeigt die derzeitige Situation. Selbst außerhalb der Stoßzeiten kommt es am Engpass nun zu Staus und Wartezeiten – zum Feierabendverkehr staut es sich nicht selten bis zur Neuen Tonhalle.
Reißverschlussverfahren mit Hindernissen
Trotz der längeren Grünphase fließt der Verkehr meist eher zäh ab. Das hat mehrere Gründe. Schon deutlich vor der Fahrstreifensperrung drängt sich der Verkehr auf die linke Seite. Auch, weil nicht selten das Reißverschlussverfahren nur mit Hindernissen abläuft.
Auf dem linken Fahrstreifen wird der Verkehr dann zusätzlich durch Linksabbieger – sowohl in die Bahnhofstraße als auch in den Fürstenbergring – ausgebremst. Ein Rückstau ist die Folge, der die Verkehrsteilnehmer einiges an Nerven kostet. Auch der Linienverkehr dürfte angesichts der Behinderungen derzeit Schwierigkeiten haben, den Fahrplan einzuhalten.
Unklar, wie lange Einschränkungen gelten
Da drängt sich natürlich die Frage auf: Wie lange bleibt dieser Zustand denn erhalten? Diese Frage stellen auch Bürger auf dem Social-Media-Kanal der Stadt. Und die Antwort lässt böses erahnen: „Wie lange die Einschränkungen gelten ist aktuell noch nicht klar. Erst müssen die aufwendigen Untersuchungen mit Materialproben und neuen statischen Berechnungen abgeschlossen und die Ergebnisse ausgewertet werden.“
Demnach scheint die Hoffnung größer, dass sich Autofahrer andere Wege suchen und so die Engstelle meiden, als dass die Sperrung der Fahrbahn schnell wieder aufgehoben wird. Es scheint absehbar, dass die Behinderungen auf einer der Villinger Hauptstraßen länger andauern werden.