Gleich am Ortseingang sollen Bauzäune die Aufmerksamkeit der Fahrer auf sich ziehen.Reinhard Foto: Wolber Kommunikation

Dass die zehnmonatige Sperrung des Sommerbergtunnels auch eine Chance sein kann, das wollen Jakob Wolber und sein Team erreichen. Sie haben eine Kampagne vorgestellt, mit der Gewerbetreibende die Sperrung als Werbeplattform nutzen können.

Diese Werbekampagne stellten Jakob Wolber und Anne Allgaier von Wolber Kommunikation sowie Martin Bruder vom Forum Hausach am Donnerstagabend in der Aula der Graf-Heinrich-Schule den rund 50 anwesenden Gewerbetreibenden vor.

Hausachs Bürgermeister Wolfgang Hermann versuchte zu Anfang die größten Bedenken bezüglich der Tunnelsperrung zu zerstreuen. Er gab bekannt, dass die Sperrung nach derzeitigem Stand nicht verschoben und im November beginnen wird. Vieles müsse im Vorfeld für den Verkehr, der dann durch die Innenstadt fließen muss, vorbereitet werden. „Ein Verkehrsfluss muss geschaffen werden“, betonte Hermann. Ampelanlagen, Fußgängerampeln sollen verhindern, dass niemand mehr rein oder raus kommt. Firmen müssten weiterhin angefahren werden können. Auch das Sicherheitskonzept, das sicher stellen soll, dass Feuerwehr und DRK zu ihren Einsatzorten kommen, sei ausgearbeitet, erklärte er, bevor er meinte: „Wenn wir dann schon so viel Durchgangsverkehr haben, müssen wir das auch nutzen.“ Aus diesem Grund unterstütze die Stadt Hausach Wolbers Werbekampagne mit 10 000 Euro.

„Wir müssen das zehn Monate aushalten, dann haben wir 30 Jahre Ruhe“, zeigte sich Wolber schon zu Anfang seiner Ausführungen optimistisch. Er rechnete vor: Nach einer Zählung des Regierungspräsidiums aus dem Jahr 2012 passierten pro Tag 19 000 Fahrzeuge die Tankstelle am Hechtsberg. „Das sind heute wahrscheinlich mehr, aber wir halten den Ball mal flach“, sagte Wolber. Würde man annehmen, dass von diesen 19 000 Wagen nur 17 000 durch Hausach fahren, wären das bei fünf Werktagen mal vier Wochen mal zehn Monaten 3,4 Millionen Fahrzeuge, die durch die Innenstadt fahren. „Das sind 3,4 Millionen Chancen auf Werbekontakt – pro Medium“, interpretierte Wolber die Zahlen. Wie diese Chancen genutzt werden könnten, zeigte er dann im Detail auf.

3,4 Millionen Fahrzeuge sind Werbekontakte

Das erste Medium, das zum Werben genutzt werden könne, seien Bauzäune. Gleich beim Ortseingang solle ein solcher mit dem Banner „Tunnelsperrung: wichtig für Ihre Sicherheit“ und „Willkommen in Hausach: mehr als nur die Hauptstraße“ die Fahrer positiv stimmen. Ob Herrenhausmuseum, als Schulstadt oder Wanderwege: „Hausach kann sich auf den Schildern in all seinen Facetten präsentieren“, erklärte Allgaier. Aber auch die Hausacher Firmen bekämen die Möglichkeit, sich als Arbeitgeber und Ausbildungsstätte zu zeigen, fügte Wolber hinzu. Auch nachdenkliche Aufschriften wie „mehr Bahnfahren = weniger Stau“ seien geplant. Bisher seien 25 solcher Zäune fest eingeplant, „aber es können auch mehr werden“, so Wolber.

Als weiteres Medium seien die Straßenlaternen als Aufhängung für Plakate geplant. Diese seien etwas kleiner als Bauzäune, würden aber gerade in der Novembertristesse besonders wirken. Auf den Laternenauslegern könnte Werbung und Hinweise auf Restaurants oder Parkplätze stehen. „Auch Sachen zum Schmunzeln könne wir dort unterbringen, wie ,Heirate niemanden, den du nicht zuvor im Stau getestet hast’“, sagte Wolber.

Schließlich sollen Soziale Medien genutzt werden. Für diese wurde „Wilma“ alias Billy Sum-Hermann engagiert, die im Kinzigtal dadurch bekannt ist, dass sie in verschiedenen Rollen Führungen gibt. Als Wilma soll sie in Image-Videoclips Werbung für Hausach und die dortigen Firmen machen. Alle Videos sollen auf der Internetseite der Stadt Hausach veröffentlicht werden.

Natürlich koste die Teilnahme an der Werbekampagne etwas, räumte Wolber ein, „Aber das sind auch Innovationen“, meinte er. „Wir möchten informieren, unterhalten, den Finger in die Wunde legen und die Situation für alle etwas erträglicher machen.“

Klaus Lehmann hatte Sicherheitsbedenken und fragte , ob die Bauzäune und Plakate die Fahrer nicht zu sehr ablenkten. „Werbung muss ablenken“, meinte Wolber, verwies aber auf eine andere Werbekampagne in Wolfach, bei der es diesbezüglich keinerlei Probleme gegeben hatte.

Weiterhin wurde gefragt, wie lange die Werbung stehen bleiben würde. „Die bleibt die ganzen zehn Monate stehen. Wenn die Sperrung länger dauert, wird sie nicht abgenommen. Nur die Stellen werden vielleicht mal gewechselt, damit es nicht zu langweilig wird“, antwortete Wolber.

Die Frage, ob nur Hausacher Unternehmen teilnehmen könnten, bejahte Wolber. „Wenn es mit den Interessen der Hausacher Unternehmen nicht kollidiert, können aber auch Firmen mitmachen, die irgendwie in Hausach vertreten sind, wie zum Beispiel das E-Werk.“

Das steckt dahinter

Der Sommerbergtunnel wird ab November dieses Jahres für zehn Monate gesperrt. Die sicherheits- und betriebstechnischen Anlagen werden erneuert, wie zum Beispiel die Notrufanlagen, die Beleuchtung, die Tunnellüftung und die Brandmeldeeinrichtungen. Außerdem werde ein Rettungsstollen parallel zum Tunnel gebaut.Die Kosten für die Maßnahme betragen 53 Millionen Euro.