Wegen Forstarbeiten ist die Bundesstraße zwischen Unterreichenbach und Pforzheim-Dillweißenstein gesperrt. Manche Verkehrsteilnehmer interessiert das allerdings nicht.
Wer von Calw durchs Nagoldtal nach Pforzheim oder andersherum fahren möchte, der muss momentan etwas mehr Zeit einplanen: Seit Ende Oktober ist die B 463 zwischen Unterreichenbach und Pforzheim-Dillweißenstein aus Sicherheitsgründen gesperrt. Entlang der Straße und im Wald finden Holzerntearbeiten statt. Trotzdem gibt es Verkehrsteilnehmer, die die Sperrung missachten – und sich so in Lebensgefahr bringen.
Gefahren Verkehrssicherung lautet das Stichwort bei den Holzerntearbeiten, die der ForstBW-Forstbezirk Nordschwarzwald entlang der Bundesstraße und in den angrenzenden Staatswaldflächen momentan vornimmt.
„Entlang der Straße neigen sich zahlreiche Bäume in Richtung Straße“, hieß es dazu Mitte Oktober in einer ForstBW- Mitteilung. Die zunehmende Trockenheit in den vergangenen Jahren hätte die Situation noch verschärft.
Bäume könnten auf die Straße stürzen
Vor allem Buchen tragen von der Trockenheit Schäden davon. „In den Baumkronen finden sich bereits größere Mengen an Totholz, die das Risiko von Astabbrüchen deutlich erhöhen.“ Dazu komme, dass sich die Feinwurzeln der Bäume zurückbilden. Die Bäumen drohen umzufallen: auf die Bundesstraße . Das bedeutet eine für Verkehrsteilnehmer. Um sie zu beseitigen, sei die Maßnahme unumgänglich.
Arbeiten Nach Angaben von Carina Deuble vom Forstbezirk Nordschwarzwald liegen die Arbeiten „sehr gut im Zeitplan“. Nach Abschluss der Holzernte seien aber noch andere Arbeiten geplant. Deuble nennt beispielsweise die Reparatur von Leitplanken. Anschließend nimmt Stadt Pforzheim zudem noch Grünpflegearbeiten vor.
Laut Plan soll die Sperrung deshalb noch bis 5. Dezember dauern. „Über eine mögliche vorzeitige Öffnung der Straße informieren wir rechtzeitig“, erklärt Carina Deuble mit.
Derzeit würden „alle Bäume entfernt, die aus Gründen der Verkehrssicherheit ein Risiko darstellen“. Zudem erfolge in den angrenzenden Waldbeständen „parallel eine gezielte Pflege und Stabilisierung, um die Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels wie beispielsweise Borkenkäferbefall oder Dürreschäden zu machen“.
Sogenannte klimastabile Baumarten wie Eiche, Kiefer und andere Mischbaumarten werden deshalb besonders gefördert, „um die Struktur und Vielfalt der Dauerwälder zu erhalten“.
Letzte solche Maßnahme liegt ein Vierteljahrhundert zurück
Im Einsatz Bei den Holzerntearbeiten kommen vier Seilbagger und ein Seilkran zum Einsatz, etwa 20 Forstwirte und Personal von ForstBW sind im Einsatz.
„Bislang gab es keine unvorhergesehenen Vorkommnisse“, berichtet Deuble. Die Planung und Vorbereitung der Maßnahme habe aber auch bereits vor einem Jahr begonnen. „Die letzte vergleichbare Maßnahme in diesem Bereich wurde vor etwa 25 Jahren durchgeführt“, hatte ForstBW bereits im Oktober mitgeteilt.
Nach Angaben von Carina Deuble erstrecken sich die Arbeiten über einen Straßenabschnitt mit einer Länge von sechs Kilometern. „Einen so langen Straßenabschnitt zu bearbeiten, braucht seine Zeit und ist auch für ForstBW eine Ausnahmesituation“, erklärt sie.
Da sei es sinnvoll, die Straße lieber einmalig als abschnittsweise zu sperren. Das indes hat auch Herausforderungen: „Aufgrund der großräumigen Umleitung über drei Landkreise ist es extrem schwierig, die verkehrsrechtliche Anordnung zur Sperrung dieses Abschnittes genehmigt zu bekommen“, erklärt die Fachfrau. Dafür wird solch eine Sperrung wegen planmäßiger Holzarbeiten in dem Bereich aber zumindest in den kommenden zehn Jahren wohl nicht noch einmal nötig sein.
Lebensgefahr Davon abgesehen gibt es auch jetzt schon Verkehrsteilnehmer, die die Sperrung der B463 offenbar wenig beeindruckt. „Besonders Radfahrer und Fußgänger ignorieren häufig die Absperrung und bringen sich dadurch in erhebliche Gefahr“, berichtet Carina Deuble.
Dies geschehe vor allem an Samstagen. „Aber auch an diesem Tag wird zur Einhaltung des Zeitplans gearbeitet“, erklärt sie. „Uns sind bislang rund sechs Fälle während der Arbeitszeit bekannt.“ Darüber hinaus bleibe das Betreten des abgesperrten Bereichs auch nach Arbeitsende riskant – weil „beispielsweise noch lose Äste in den Baumkronen hängen können“.
Hier verlaufen die Umleitungsstrecken
Die Umleitung
für den überörtlichen Schwerlast- und Autoverkehr verläuft nach Angaben von ForstBW wie folgt: Ab Dillweißenstein auf der L 574 über Huchenfeld, Hohenwart, Schellbronn nach Neuhausen. Von Neuhausen über die L 573 nach Unterhaugstett und über die L 343 nach Bad Liebenzell. Für Fahrzeuge mit weniger als 7,5 Tonnen Gewicht ist eine Umleitung ab Unterreichenbach auf der K 4556/K 4557 nach Hohenwart ausgeschildert.