Jede Runde bringt bares Geld: Stehvermögen war beim Spendenlauf angesagt. Foto: Bäurle

Damit war schier nicht zu rechnen: zum ersten gemeinsam vom Gymnasium und der Eyachtalschule veranstalteten Spendenlauf zu Gunsten ukrainischer Flüchtlinge nahmen am vergangenen Freitagmorgen im Schulzentrum schätzungsweise 900 Personen teil.

Haigerloch - Denn an dem Spendenlauf beteiligten sich nicht nur Schüler und Schülerinnen beider Bildungseinrichtungen, sondern natürlich auch Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und weitere Personen.

Jeder Läufer und jede Läuferin hatte sich vorher einen Sponsor gesucht, etwa die eigenen Eltern, einen Lehrer oder eine Lehrerin oder eine von diversen Firmen aus dem Haigerlocher Raum und mit ihnen eine pro absolvierter Runde zu zahlende Summe vereinbart. Diese Runde war ein Kilometer lang und führte vom Schulgeländes an der Tennishalle beziehungsweise den Tennisplätzen und an den beiden Sporthallen vorbei.

Mehr Runden, mehr Geld

Je mehr Runden gelaufen wurden, desto mehr Geld kam also in die Kasse. Kontrolliert wurden die Rundenzahlen an einen Kontrollposten an der 100-Meter-Bahn beim Sportplatz. Dort musste sich die Läufer und Läuferinnen ihre mitgeführten Karten abknipsen lassen.

Schon beim Aufwärmen vor dem Lauf bot sich angesichts der Vielzahl der Teilnehmer ein imposantes Bild Dafür waren übrigens zwei Trainerinnen des Freizeitcenters "Axxis" aus Engstlatt zuständig, die Musik kam aus der "Konserve".

Bläserklasse spielt "Ode an Europa"

Zuvor hatte die beiden Schulleitungen mit Ansprachen und die Bläserklasse der Eyachtalschule mit dem passenden Stück "Ode an Europa" offiziell eröffnet. Sneska Schmoll vom Verein "UkrainBW" stellte sich in einem Interview den Fragen einer Schülerin und eines Schülers und erklärte wie es zu der Gründung des Vereins im Juni 2022 gekommen ist und wie dieser vor dem Krieg geflüchtete Menschen unterstützt. Eines der Ziele von "UkrainBW", so Schmoll, sei es, für die Geflüchteten in Deutschland ein positives Leben aufzubauen, egal, wie lange ihr Aufenthalt hier dauere. Auch Hilfsgütertransporte in die Ukraine hat der Verein schon organisiert.

Von der Resonanz auf den Spendenlauf zeigte sich Sneska Schmoll "total überwältigt" und sie dankte der Schule für die Aktion. Den Spendenlauf bezeichnete sie als Zeichen der Solidarität, der den Flüchtlingen Hoffnung mache.

Junge Ukrainer sprechen Gedicht

Eine Gruppe junger Ukrainer versammelte sich anschließend im Schulhof unterhalb der Aula, zwei Schülerinnen von ihnen trugen das Gedicht "Vermächtnis" aus dem Jahre 1845 von Taras Schewtschenko vor. Olga Petelko, die seit sieben Jahren in der Realschule Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, übersetzte das Gedicht und erklärte, dass es dabei um den damaligen Kampf der Ukraine gegen Polen gehe. Nun sei das Gedicht aktueller denn je, denn derzeit ginge es wieder um den Kampf der Ukraine für die Freiheit.

Ein klassenübergreifender Chor des Gymnasiums (Klassen 8, 9, 11 und 12) sang danach mit den anderen das Lied "Hei, sokoly" mit Zeilen auf ukrainisch und deutsch. Singend kritisierte der Chor den Krieg und appellierte an alle, zu helfen.

Infos und beste Bewirtung

In der Aula fand in mehreren Etappen eine kleine Infoveranstaltung statt, wobei die deutschen Schüler(innen) im Publikum, die ukrainischen Schüler(innen) auf der Bühne saßen und einander Fragen stellten und beantworteten. Olga Petelko übersetzte auch hier.

Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, Es gab Getränke und an einem Popcornstand bildeten sich immer wieder Schlangen. An einem Stand verkauften Frauen aus der Ukraine diverse Spezialitäten aus ihrer Heimat, und auch ein Foodtruck war zugegen. Außerdem hatte die Caritas einen Infostand aufgebaut.