„Schaulaufen“ am Wiedener Eck: Alle Radler zeigen sich mit ihrem „Tross“ mit Alphornbläsern und dem Kommandeur des Versorgungsbataillons, Oberstleutnant Cédrich Le Mens (Zweiter von rechts) Foto: Hans-Jürgen Kommert

Die Deutsch-Französische Brigade setzte ein Zeichen der Solidarität mit einer Spendenfahrt von Schönwald nach Müllheim. Unterstützt von deutschen und französischen Teilnehmern meisterten die Radfahrer anspruchsvolle Etappen.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sind gut, trotz mancher Hindernisse. Dass es auch im Kleinen gut passt, bewies nun eine Initiative des Versorgungsbataillons der Deutsch-Französischen Brigade, ausgehend vom Chalet der Franzosen am Pfälzer Eck in Schönwald.

 

Michel Paniet, der für dieses Chalet als Hausmeister fungiert, hatte die Idee, per Fahrrad eine Spendenfahrt durchzuführen, wie das viele französische Einheiten tun. Sie signalisieren damit den im Einsatz verletzten Kameraden, dass sie nicht allein gelassen werden. Die gute Verbindung zu der Nachbarhütte, wo die Alphornbläser Schönwald ihr Heim haben, nutzte der rührige Hausmeister dazu, einige von ihnen als musikalische Begleitung zu gewinnen.

Bedingt durch viele Absagen wurde die Radgruppe immer kleiner – doch auch hier gab es dann Verstärkung aus Deutschland: Mit Bürgermeister Christian Wörpel, Jürgen Fehrenbach und Rainer Kienzler beteiligten sich auch drei Schönwälder an der durchaus anspruchsvollen Tour, die Michel bis ins Detail geplant hatte: Vom Chalet aus ging es zunächst in Richtung Escheck und weiter zur Kalten Herberge, wo die Alphornbläser Peter Gehring, der an diesem Tag seinen 77. Geburtstag feierte, Thomas Schreiber sowie Bruno und Oskar Baier zum ersten Mal ihre langen Instrumente auspackten.

Auf harte Anstiege folgen zwei Überraschungen

Weiter ging es in Richtung Neustadt, wo Bläser und Radler sogar unter Polizeischutz standen – die Beamten fanden das Engagement super. Es folgten zwei harte Anstiege – Feldberg und Belchen, mit einer Zwischenstation am Wiedener Eck, wo mehrere Überraschungen warteten: Zum einen zeigte sich der Wirt des gleichnamigen Hotels so beeindruckt, dass er eine Kiste Bier spendierte, zum anderen hatte sich der neue Kommandeur des Versorgungsbataillons der Deutsch-Französischen Brigade, Oberstleutnant Cédrich Le Mens, hier eingefunden – auch um den Radlern mit einer kurzen Ansprache Kraft zu geben.

Eine Geste der Verbundenheit: Schönwalds Bürgermeister Christian Wörpel (links) wird vom Kommandeur des Versorgungsbataillons, Oberstleutnant Cédrich Le Mens, mit einem Wimpel des Bataillons überrascht. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Für die Radgruppe gab es am Belchen eine Unterbrechung – es ging weiter in den Fahrzeugen, da die Abfahrt in Richtung Müllheim sehr schmal, extrem kurvig und dazu auch noch steil ist. Unten angekommen ging es die letzten Kilometer nochmals aufs Rad, bis die Gruppe letztendlich in der Robert-Schuman-Kaserne in Müllheim eintraf, wo die Radler vom kompletten Kommandostab des Bataillons empfangen wurden.

Allen hat es großen Spaß gemacht. Doch selbst der bekennende Radfreak Christian Wörpel, der gerne in der Gruppe mal etliche Dutzend Kilometer zurücklegt, sprach von einer sehr anspruchsvollen Tour, die ihn durchaus gefordert habe.