Seit dem Ausbruch ihrer Krankheit ist Enya Bayer auf einen Rollstuhl angewiesen. Foto: privat

Die 18-jährige Enya Bayer war gesund, bis im Januar plötzlich eine schwere Krankheit bei ihr auftrat. Seither ist sie gelähmt und leidet unter fortwährenden Schmerzen.

Der Tag, der das Leben der 18-Jährigen für immer veränderte, war der 15. Januar 2026. An dem Donnerstag war Enya Bayer in der Berufsschule und anschließend bei der Arbeit – sie stand mitten im ersten Ausbildungsjahr zur medizinischen Fachangestellten. „Am Abend freute sie sich auf ein Treffen im Jugendkreis“, berichtet ihre Mutter auf der Spendenplattform Gofundme.

 

Doch plötzlich bekam die junge Frau starke Schmerzen – dann verschlimmerte sich ihr Zustand in dramatischer Weise: „Enya konnte sich plötzlich nicht mehr bewegen. Ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Innerhalb kürzester Zeit war sie vom Hals abwärts gelähmt. Der Rettungsdienst brachte sie ins Krankenhaus“, schildert ihre Mutter.

Es folgten zahlreiche Untersuchungen: MRT, Bluttests, neurologische Untersuchungen, eine Lumbalpunktion und viele weitere Abklärungen. Enya bekam in der Klinik aber auch immer wieder schwere Anfälle. „Teilweise konnte sie nicht mehr sprechen und nur noch über ihre Augen kommunizieren“, so ihre Mutter. Die Lähmung in den Armen sei zum Glück bereits am nächsten Tag verschwunden. Doch ihre Beine seien nach wie vor gelähmt – „und auch die starken Schmerzen sind geblieben“, so Anette Bayer.

Die erschütternde Diagnose der Mediziner lautet: Funktionelle Neurologische Störung (FNS) in Verbindung mit Fibromyalgie. Diese Krankheiten treten häufig gemeinsam auf, da beide auf einer fehlerhaften Informations- und Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem basieren. Betroffene leiden unter Lähmungen, Steifigkeit und chronischen Ganzkörperschmerzen.

„Unsere Tochter konnte vor wenigen Wochen noch laufen – heute sitzt sie im Rollstuhl“, sagt Anette Bayer. „Ihr Körper kann Dinge nicht mehr tun, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.“ Enya leide auch unter krampfartigen Anfällen. „Diese treten plötzlich und unerwartet auf und sind körperlich wie emotional sehr belastend.“

In der Reha hat Enya Bayer kleine Fortschritte gemacht

Ihre Tochter sei nun im Alltag dauerhaft auf Unterstützung angewiesen. Die Folgen seien für die ganze Familie dramatisch, verdeutlicht die Mutter: „Mein Mann ist der alleinige Verdiener, ich selbst bin schwer krank und kann nicht arbeiten“. Dabei habe man in kurzer Zeit vieles organisieren müssen: Ergotherapie, Physiotherapie, Hilfsmittel und natürlich viele Arzttermine.

Mittlerweile habe Enya eine spezialisierte Reha absolviert. „Dort hat sie unglaublich gekämpft und bereits kleine Fortschritte gemacht.“ Die Reha sei nun vorbei, „jetzt kämpfen wir zu Hause und in Therapien gemeinsam mit Enya dafür, dass es ihr Schritt für Schritt wieder besser geht.“ Dafür müssten jedoch die Wohnung und der Alltag der Familie angepasst werden. Man benötige etwa ein geeignetes Auto.

„Da Enya dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen ist und wir bei Arztterminen, Therapien und im Alltag viele Hilfsmittel transportieren müssen, brauchen wir ein Fahrzeug, das genügend Platz bietet und einen sicheren Transport ermöglicht“, verdeutlicht die Mutter.

Darüber hinaus sei das Badezimmer zurzeit nicht für einen Rollstuhl geeignet. „Damit Enya ihren Alltag wieder sicherer, selbstständiger und mit der nötigen Privatsphäre bewältigen kann, ist ein barrierefreier Umbau dringend notwendig.“ Auch das Thema Treppen überwinden sei eine große Herausforderung. Denn die Familie wohnt im ersten Obergeschoss – Enya muss im Haus mehrere Treppen bewältigen. Deshalb brauche man einen Treppenlift.

Ein Assistenzhund würde ihr das Leben erleichtern

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt sei ein Assistenzhund. „Wir haben erlebt, dass ein Hund Enya stabilisieren kann. Seine Anwesenheit wirkt beruhigend und kann auch Anfälle reduzieren. Gleichzeitig kann ein Assistenzhund Enya aktiv unterstützen: bei einem Anfall Hilfe holen, eine Notfalltasche bringen, bei ihr bleiben und sie im Alltag begleiten.“

Ein voll ausgebildeter Assistenzhund für kranke und beeinträchtigte Menschen kostet aber bis zu 30.000 Euro. Darüber hinaus müssten spezialisierte Therapien bezahlt werden, die ebenfalls dringend notwendig wären, um Enyas Zustand weiter zu verbessern.

Auf der Spendenplattform hat Anette Bayer mehrere Fotos ihrer Tochter veröffentlicht, die außerdem auf Instagram (@enyalebenmitfns) selbst Aufnahmen aus ihrem Alltag zeigt. Sie zeigen eine sympathische junge Frau, die trotz ihrer schweren Krankheit den Lebensmut nicht verloren hat. Man sieht sie bei der Therapie in der Reha-Klinik, in ihrer Freizeit mit Pferden und einem Hund auf dem Schoß, der ihr ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt auch der Glaube. Auf einem Foto trägt Enya Bayer einen Pulli mit Aufdruck – ohne Gott hätte sie es nicht geschafft, ist zu lesen. Schon vor diesem Schicksalsschlag sei die Religion für ihre Tochter wichtig gewesen, so Anette Bayer. Im Jugendkreis, beim Singen in der Kirche und im Gebet habe sie Kraft gefunden. Gerade jetzt sei der Glaube für sie eine große Stütze.

„Enya ist erst 18 Jahre alt. Sie steht ganz am Anfang ihres Lebens. Eigentlich sollte sie gerade ihre Ausbildung machen, Pläne schmieden, mit Freunden unterwegs sein und ihre Zukunft aufbauen. Stattdessen kämpfen wir als Familie jeden Tag gemeinsam darum, dass sie Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben finden kann. Wir wünschen uns so sehr, dass Enya trotz allem wieder ein Stück Freiheit, Lebensqualität und Selbstständigkeit zurückbekommt“, hebt ihre Mutter hervor.

Sollte durch die Spendenaktion mehr Geld zusammenkommen, als für Enyas Versorgung und die Umbauten am Haus nötig sind, werde man übrig gebliebene Spenden an Einrichtungen und Organisationen weitergeben, die Menschen mit neurologischen Erkrankungen unterstützen, sichert Anette Bayer zu.

So kann man spenden

Die Aktion läuft auf der Spendenplattform gofundme.com. Wenn man im Suchfeld auf der Startseite „helft Enya zurück ins Leben“ eingibt, kommt man auf die Seite, die der jungen Friesenheimerin gewidmet ist. Ihr Schicksal berührt viele Menschen, seit Dienstag haben rund 230 Spender mehr als 14 000 Euro gegeben.

„Es spielt keine Rolle, wie groß oder klein eine Spende ist – für uns ist jede Unterstützung gleich wertvoll und ein Zeichen dafür, dass Menschen an Enya denken und sie auf ihrem Weg begleiten möchten“, betont ihre Mutter.