Zu seinem Abschied in den Ruhestand wünschte sich der Nagolder Unternehmer Klaus Schnepf Spenden statt Geschenke. Rund 12 000 Euro konnte er nun verteilen.
Im vergangenen Juli wurde Klaus Schnepf beim traditionellen Blumenwiesenfest aus seinem Unternehmen „Schnepf Planungsgruppe Energietechnik“ in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Außerdem wurde der Unternehmer mit der Nagolder Bürgermedaille ausgezeichnet. Zum Abschied bat er, anstelle von Geschenken zu spenden.
Ehrenamt in der Alten Seminarhalle
Genau 12 030 Euro sind an Spendengeldern zusammengekommen. Die wurden nun an drei Empfänger verteilt. 4010 Euro gehen an die Kultur, in Form der Alten Seminarturnhalle Nagold. Seit 1996 wird hier ehrenamtlich die Kultur in Nagold gefördert. Die Mitglieder organisieren die Künstler, kümmern sich um die Bühnentechnik und um die Gastronomie.
„Mir mit solchen Zuwendungen schaffen wir es, den Betrieb kostendeckend führen“, meint der Vereinsvorsitzende Wolfgang Schäfer. Das Ergebnis des Vereins kann sich sehen lassen: Etwa 50 Veranstaltungen pro Jahr werden auf die Beine gestellt – ohne Hauptamtliche.
Die Firma Schnepf hat indirekt auch etwas mit der Alten Seminarturnhalle zu tun – über ihre Mitarbeiter. Denn die kommen alle aus der Gegend und sind damit auch an der Kultur an ihrem Wohnort oder der näheren Umgebung interessiert, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der Schnepf Planungsgruppe Energietechnik, Alexander Schillsott.
Bildung vom Jugendforschungszentrum
4000 Euro Spende für den Bereich Jugend und Bildung konnte Helmut Günther, einer der Leiter des Jugendforschungszentrums und ehemaliger Rektor der DHBW Stuttgart, in Empfang nehmen. Das Jugendforschungszentrum leiste einen wertvollen Beitrag im Bereich der Mintfächer – da ist auch der ein oder andere potenzielle Auszubildende für die Firma mit dabei, der dort seine Begeisterung für den naturwissenschaftlichen Bereich entdeckt und erste Erfahrungen sammelt. „Davon profitieren wir am Ende des Tages“, meinte Schillsott.
Gemeinschaft bei der „Nagolder Suppe“
4020 Euro gehen an den Sozialbereich. Die „Nagolder Suppe“ soll ab Januar im Gasthaus Mohren angeboten werden, zweimal pro Woche, kostenlos und für alle offen. Wer Spenden geben kann und will, kann dies tun.
„Jeder kann kommen, der nicht allein sein möchte, in Gesellschaft essen – oder vielleicht auch weniger zu essen hat“, erklärte Gerda Rudolf, Gründerin der Gerda-Rudolf-Stiftung, die das Projekt finanziert.
Dabei sei Klaus Schnepf schon vorher Teil des Projekts gewesen. „Herr Schnepf war auch ein einer der wichtigsten Organisatoren für die ,Nagolder Suppe’“, betonte Rudolf,
„Was wir erleben, ist eine Sternstunde für die Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Jürgen Großmann bei der Spendenübergabe. Dies zeige, was es bewirken könne, wenn ein Unternehmen auch die Stadt im Blick habe.