Der alte „Löwen“ aus dem Jahr 1758 ist zwar in seinem Bestand gesichert. Ihn nutzbar zu machen, erfordert jedoch noch einmal rund 2,3 Millionen Euro. Ein Teil dieses Geldes soll durch Spenden und Aktionen aufgebracht hat werden. Foto: Hannes Kuhnert

Kann der alte Gasthof im Kulturpark Glashütte trotz aller Finanznöte doch noch saniert werden? Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf sieht Chancen.

Ungewohnte Töne schlug Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Glashütte Buhlbach an: Er sah „sehr, sehr realistische Chancen“, den alten Gasthof Löwen auf dem Kulturpark-Gelände doch noch zu sanieren. Doch dazu benötige die Gemeinde die Unterstützung von Spendern und Mäzenen.

 

Der Bestand des einsturzgefährdeten Gebäudes aus dem Jahr 1758 wurde – auch mithilfe von Bundesmitteln – in den Jahren 2017 bis 2021 aufwendig gesichert. Der Ausbau, um den „Löwen“ zu nutzen, wurde zunächst mit Kosten von 1,9 Millionen Euro veranschlagt, inzwischen sind es 2,265 Millionen Euro, erinnerte der Bürgermeister.

Nun stünden neue beträchtliche Zuschüsse von Land und Bund sowie der Stiftung Deutscher Denkmalschutz in Aussicht, eventuell verteilt auf drei Jahre. Zusammengezählt verbleibe ein Eigenanteil der Gemeinde von rund 1,1 Millionen.

Eine halbe Million muss bis zum Jahresende irgendwie aufgetrieben werden

Diesen könne die Gemeinde alleine nicht stemmen. Zumindest die Hälfte des Eigenanteils müsse „ganz dringend“ durch Crowdfunding, Spenden, Aktionen, Mäzenatentum, Veranstaltungen und anderes mehr eingespielt werden. Ruf: „Jede Idee, jeder Eigenbeitrag ist denkbar.“

Er rief die Mitgliederversammlung eindringlich auf „mitzuhirnen“, wie die halbe Million aufgetrieben werden könne. Dies müsse bis Ende des Jahres geschehen, ansonsten würden Zuschuss-Zusagen verfallen. Es müsse doch gelingen, mit dem Löwen „den letzten Baustein des Kulturparks“ wieder nutzbar zu machen.

Auch über die Art dieser Nutzung gäbe es neue Überlegungen: etwa Gastronomie im Gewölbekeller, Ausstellungen, Konzerte, Sonderveranstaltungen, Trauungen und anderes mehr.

Ruf: Gemeinde zwar stark verschuldet, „aber nicht überschuldet“

Die Bereitschaft der Gemeinde, sich in dieser Größenordnung bei der alten Glashütte einzubringen, ist relativ neu. Noch vor Jahresfrist hatte Ruf an gleicher Stelle gesagt, dass die Gemeinde auch wegen der Gartenschau finanziell nicht in der Lage sei, den Ausbau des „Löwen“ mitzufinanzieren. Die Gemeinde sei, so der Bürgermeister nun, zwar stark verschuldet, aber nicht überschuldet: „Doch die Verschuldung hat ihre Grenzen.“

Zuvor hatte Ruf dem Förderverein Glashütte Buhlbach „sehr gute Vereinsarbeit“ bescheinigt. Auch die Finanzen – einmal mehr penibel und übersichtlich von Kassierer Ulli Schmelzle dargestellt – stimmten. Der Kulturpark ist nach Worten des Bürgermeisters inzwischen zu einem „festen Bestandteil in der Gemeinde geworden, der eine erfolgreiche Entwicklung genommen hat“. Es wäre schade, wenn es ihn nicht gäbe. Die Gemeinde nutze diesen „urgemütlichen Platz“ auch immer wieder gerne für Empfänge und Veranstaltungen.