Regine Guhl-Rößler, Inhaberin von Friseur-Galerie, zeigt, wie die Haarspenden verpackt werden. Foto: Hezel

Abgeschnittene Haare müssen nicht im Müll landen. Stattdessen können sie den Ozean von Öl befreien.

Mindestens eineinhalb Jahre lang habe sie nach einer sinnvollen Verwertung von Haarresten gesucht, berichtet Regine Guhl-Rößler, Inhaberin von Friseur-Galerie in Dornhan, im Gespräch mit unserer Redaktion. Als sie von der Möglichkeit gehört hätte, Haarabschnitte zur Ölbindung in Meeren einzusetzen, habe sie sich im Internet nach entsprechenden Organisationen umgeschaut. Dabei habe ihr „Hair help the oceans“ am meisten zugesagt.

 

Durch ihre Teilnahme trägt sie dazu bei, die Verschmutzung der Weltmeere zu bekämpfen, denn Haare können das Achtfache ihres Eigengewichts an Öl binden. So wurden unter anderem bei der große Ölpest 2019 Mauritius Menschenhaare eingesetzt, um das aus einem Tanker auslaufende Öl aufzufangen. Deutschlandweit sammelt „Hair help the oceans“ Haarspenden von Partnersalons ein und gibt diese kostenlos weiter.

Sinnvoll und unkompliziert

Bereits seit etwa einem Jahr sei Friseur-Galerie mit an Bord von „Hair help the Oceans“, teilt Guhl-Rößler mit.

„Es ist unkompliziert“, erklärt die Inhaberin. Sie sammle die Haarspenden in Biotüten bis diese randvoll seien. Mit diesen Biotüten würden wiederum Kartons befüllt. Sobald ein Karton voll sei, melde sie sich bei der Organisation, schicke diesen zu oder stelle ihn zum Abholen mit Beschriftung bereit. Sie erhalte dazu eine Nachricht, wann der Karton abgeholt wird. Im Schnitt befülle sie so etwa einen Karton im Monat.

Die Anmeldung läuft über die Website der Organisation. Zügig erhalte man Login-Daten, und die Organisation stelle auch Werbemittel bereit. Zwar sei ein monatlicher Beitrag fällig, doch handle es sich um einen „wirklich kleinen Betrag“, versichert Guhl-Rößler. „Das ist es mir wert“, betont die Saloninhaberin, zumal es keinen Unterschied mache, ob sie die Haare stattdessen entsorge und extra Müllgebühren zahle. Dabei könnten die Haarstränge bis zu achtmal wiederverwendet werden. „Das lohnt sich“, betont sie begeistert.

Auch für kleine Salons möglich

Die Spende an „Hair help the oceans“ bewertet sie als gute Sache. Auch kleine Salons könnten sich beteiligen. Da brauche man dann eben zwei bis drei Monate, um einen Karton zu füllen, appelliert Guhl-Rößler: „Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man es einfach nutzen.“

Neben Friseur-Galerie verwertet auch der Friseursalon „Angelo“ in Villingendorf seine Haarabschnitte auf diese besondere Weise weiter. Unser Redaktion berichtete kürzlich darüber.