Die Nikolaus-Aktion der Internationalen Sockenstrickervereinigung Hechingen-Hohenzollern läuft auf Hochtouren. Jüngst hat eine Ortsgruppe 173 Nikolausstrümpfe gespendet. In der Adventszeit werden diese an kranke Kinder und Obdachlose übergeben.
An diesem herbstlichem Morgen herrscht ein reges Treiben auf dem Firmengelände der Strickwollenfirma „Tutto“ in der Kasernenstraße 12. Dort befindet sich gleichzeitig die Vereinsheimat der Internationalen Sockenstrickervereinigung Hechingen-Hohenzollern. Zu Gast sind zehn Damen fortgeschrittenen Alters der Albstädter Ortsgruppe des Vereins, die an Präsidentin Henrike Zwerger 173 selbst gestrickte Nikolausstrümpfe übergeben.
Hinter den kunterbunten Socken steckt die gemeinnützige Nikolaus-Aktion des Vereins. Diese kommt Kindern in der Tübinger Kinderklinik, in den Kinderhospizen St. Nikolaus und Stuttgart sowie verschiedenen Wohnungslosenhilfen und Altersheimen zugute. In der Adventszeit spendet der Verein die Nikolausstrümpfe – gefüllt mit Spielsachen und Süßigkeiten – den Bedürftigen.
50 Mitglieder – und noch viel mehr Unterstützer
Henrike Zwerger schätzt das Engagement der rund 50 Mitglieder – und vielen weiteren ehrenamtlichen Unterstützern: „In diesem Jahr läuft bereits die vierte Nikolaus-Aktion. Im vergangenen Jahr konnten wir über 500 Paar Nikolausstrümpfe an Bedürftige übergeben.“
Entstanden ist die Idee während der Corona-Pandemie. Die bis dahin traditionelle Adventskalender-Aktion mit 24 gefüllten Söckchen für die Tübinger Kinderklinik konnte Henrike Zwerger wegen Kontaktbeschränkungen nicht mehr alleine übernehmen. So war die Nikolaus-Aktion geboren.
In diesem Jahr werden die Strümpfe noch bis Ende Oktober gesammelt. Dann sind die Socken zu füllen: „Das ist nochmal ein Aufwand, den wir aber gerne stemmen“, so Zwerger. Der Inhalt der Nikolausstrümpfe werde – wie die Socken selbst – gespendet oder von Spendengeldern gekauft. Für die Obdachlosen kommt – wenn möglich – ein dickes Paar Socken oder eine Mütze für kalte Tage dazu.
Kältebus in Hamburg profitiert
Nutznießer der Aktion sind bis zu zehn Einrichtungen in ganz Deutschland, beispielsweise auch der Kältebus in Hamburg. Aber auch lokal unterstützt der Verein in der Seniorenwohnanlage Graf-Eitel-Fritz. Und die Mühen des Vereins sprechen sich herum: „Wir bekommen überregional Anfragen von Einrichtungen, ob wir sie in unsere Aktionen aufnehmen.“
Klar ist: Ohne das ehrenamtliche Tun der Mitglieder und Gönner wären die Projekte nicht möglich. Und von diesen gibt es über das Jahr hinweg weitaus mehr als allein die Nikolaus-Aktion. Ein Beispiel: Auch auf Märkten ist der Verein vertreten, verkauft dort beispielsweise Häkeltiere und spendet dann den Erlös für die gemeinnützigen Aktionen des Vereins.
In Kooperation mit der Strickwollenfirma „Tutto“ steht zudem das Regenwaldprojekt oben auf der Prioritätenliste. Dabei wird Geld in Regenwaldflächen investiert – bisher 300 000 Euro – damit diese nicht abgeholzt werden. Das Unternehmen wird von Henrike Zwergers Bruder Frederic geleitet. Sie und ihr weiterer Bruder Felix sind Prokuristen – das Trio führt das Unternehmen.
Vereinsgeschichte beginnt mit Guinness-Buch-Eintrag
Der Verein existiert wiederum seit dem Jahr 2008. Vorausgegangen war der Antrieb von Henrike Zwergers Vater, Hechingen mit der längsten Sockenleine der Welt ins Guinness Buch der Weltrekorde zu bringen. Das gelang auch – mit einer Sockenleine mit 12 000 Paar gestrickten Socken, die sich über das gesamte Firmengelände zog. Die Frage nach dem Rekord: Was tun mit all den Socken? Schließlich kam die Idee, diese zu spenden.
Bis heute ist die Internationale Sockenstrickervereinigung Hechingen-Hohenzollern gewachsen, hat eine Ortsgruppe in Boll, aber auch in Darmstadt oder in Helmstedt. Immer mit dem Ziel, Bedürftigen zu helfen und Kinderaugen strahlen zu lassen.
Der nette Nebeneffekt: Viele Spender können ihr Hobby Stricken oder Häkeln mit einem gemeinnützigen Zweck verbinden – und wie an diesem herbstlichen Morgen Gemeinschaft erleben.
Mitmachen möglich!
Socken
Wer bei der Nikolausaktion mitwirken möchte, kann noch bis zum 1. November selbst gestrickte Strümpfe in klassischer Sockenform oder in klassischer Nikolausstrumpfform an folgende Adresse schicken: Int. Sockenstrickervereinigung Hechingen Hohen-Zollern e.V.; Henrike Zwerger; Kasernenstraße 12; 72379 Hechingen. Wichtig bei den Socken ist der Aufhänger. Bei Farben und Motiven besteht freie Wahl.
Süßigkeiten
Auch Süßigkeitenspenden sind willkommen. Die Süßigkeiten müssen aber einzeln verpackt sein und ein Mindesthaltbarkeitsdatum bis Februar 2025 haben. Rückfragen per E-Mail an sockenstri cker@sockenwolle.de oder telefonisch unter der Rufnummer 07471/40 25