Nach einer schweren Krebserkrankung kämpft die Milena darum, wieder laufen zu können. Eine seltene Operation macht es möglich – und in der Katharinenhöhe findet sie die Kraft, ihr Ziel zu verfolgen.Die Physiotherapeutin Laura Schmidt ist an ihrer Seite. Foto: Katha

Eltern, Therapeuten und das Team der Katharinenhöhe glauben fest an Milena. Nach einer Amputation lernt das Mädchen hier Schritt für Schritt wieder zu gehen.

Wieder laufen. Raus aus dem Rollstuhl, rein in die Unabhängigkeit. Die Herausforderung für Milena ist groß, und doch ist das Ziel erreichbar. Da sind sich alle einig: Eltern, Therapeuten, das ganze Katha-Team glaubt an Milena. Viermal in der Woche gibt das zarte Mädchen in der Physio dafür alles. Eine Ganganalyse gibt vor, wie sie auftreten soll, berechnet die optimale Schrittlänge, den Bewegungswinkel und das Abrollverhalten.

 

15 Zentimeter großer Tumor

Durch ein Osteosarkom, einen Knochentumor, hat Milena ein Teil ihres linken Beines verloren. Dort, wo früher ihr Oberschenkel war, sitzt nun ihr Unterschenkel. „Der Fachbegriff dafür nennt sich Umkehrplastik“, erläutert Stephan, ihr Vater. Ärzte haben den Oberschenkel seiner Tochter, wo der 15 Zentimeter große Tumor saß, durchtrennt, entfernt und ihn durch den Unterschenkel, um 180 Grad gedreht, ersetzt. „Diese Sonderform der Amputation gab es bereits in den 1920er-Jahren. Der große Vorteil ist, dass zur Prothesenversorgung kein Kniegelenk benötigt wird.“

In den vergangenen zwölf Monaten sind er und seine Frau Victoria notgedrungen zu wahren Amputations- und Osteosarkom-Spezialisten geworden. Ihr sorgenfreies Leben endete schlagartig und ging in einen psychischen Ausnahmezustand über.

Angefangen hat alles mit leichten Druckschmerzen am linken Oberschenkel ihrer Tochter. Das war Ende 2024. Das Paar aus Potsdam vermutete Wachstumsschmerzen oder vielleicht zu viel Sport. Schließlich ist ihre Tochter sehr aktiv, reitet, tanzt Ballett und gehört einer Cheerleader-Gruppe an.

Schatten am Knochen

Die Kinderärztin kann nichts Auffälliges finden. Die Eltern bleiben am Ball, stellen ihr Kind in der Berliner Charité vor. Und tatsächlich: „Es wurde ein Schatten am Oberschenkelknochen festgestellt.“ Eine Biopsie stellte schließlich das Unfassbare fest: Der Tumor ist bösartig. Nur wenige Tagen bleiben der Familie, dann beginnt die Chemo. Milena verliert in wenigen Wochen mehr als zehn Kilo Körpergewicht. Die Amputation folgt im Frühjahr. „Es gibt in ganz Deutschland nur drei Ärzte, die diese seltene Operation beherrschen“, berichtet der Vater. Während der vierwöchigen Reha in der Katharinenhöhe wird das Mädchen wieder aufgepäppelt. Mutter Victoria erzählt: „Einer der ersten Termine hier war bei der Diätassistentin. Sie hat einen speziell an den Bedürfnissen von Milena angepassten Essensplan erarbeitet.“ Die Waage zeigt schnell wieder mehr als 24 Kilogramm an.

Prioritäten verschieben sich

Physioanwendungen, Ernährungsberatung, Schwimmen, Gesprächsrunden, Ausflüge, Massagen, Waldbaden: „Wir sind stark begeistert von den vielen Möglichkeiten, die wir in der Katharinenhöhe haben“, erzählt das Paar, beide Polizeibeamte. „Das Personal ist total nett, alles hier ist super koordiniert und schon vieles digitalisiert.“

Deshalb ist es für sie selbstverständlich, unsere Aktion „Gemeinsam für die Katharinenhöhe“ auch finanziell zu unterstützen. Zudem möchten sie in ihrer Heimat Bekannte und Kollegen für die Reha-Klinik begeistern und versuchen, sie als Sponsoren zu gewinnen. Die Krankheit ihrer Tochter habe zu einer „Prioritätenverschiebung“ in ihrem Leben geführt, erzählt das Paar. Und derzeit dreht sich alles um (k)eine Selbstverständlichkeit: Milena soll laufen.

Musikalische Events

Bürgermeister geben alles
 Gleich zwei besondere Events zugunsten der Katharinenhöhe veranstalten Elke und Fritz Beck auch dieses Jahr wieder in ihrer „Waldau Schänke“ in Königsfeld-Buchenberg. Am Donnerstag, 11. Dezember, laden sie zum Volksliedersingen mit „Erika, Manne und Bob“ sowie dem MGV Liederkranz Weilersbach 1922 ein. Beginn ist um 18 Uhr. „Melodien im Advent“ heißt das Adventskonzert am Samstag, 13. Dezember, mit den „4Pfuttli“ (Elisabeth Rist, Leander Binder, Georg Rist und Rolf Wehrle) und „Die Bürgermeister“ (Andreas Braun, Rudolf Fluck und Martin Ragg). Ihr Versprechen: „Wir garantieren für nichts und geben alles“. Beginn ist um 19 Uhr. Um Voranmeldung unter Telefon 07725/3072 wird gebeten.