Trotz widriger Wetterbedingungen traten die Teilnehmer auch in diesem Jahr beim traditionellen Fassdaubenrennen in Bad Wildbad an. Max Hülsmann sicherte sich den Sieg – mit einer verdächtig schnellen Rekordzeit.
Trotz frühlingshafter Temperaturen konnte das traditionelle Fassdaubenrennen in Bad Wildbad mit großem Erfolg durchgeführt werden. „Früher hatten wir auf dem Sommerberg bei solchen Rennen bis zu 4 000 Zuschauer“, erinnert sich Marcus Eisele, Vorstand der Skizunft, der sich nun trotz Klimawandels umso glücklicher über die gelungene Organisation des Rennens zeigt, das bei wenig Schnee mit großem Engagement realisiert werden konnte.
Piste wurde präpariert
Mit vereinten Kräften gelang es den Vereinsmitgliedern, mit Schubkarren und Muskelkraft, die Piste mithilfe von Schneeresten der vergangenen Woche aufwendig zu präparieren – ein Kraftakt, der viel Geduld, Präzision und körperlichen Einsatz erforderte. „Wir hatten Schnee, aber das war einfach zu kurzfristig. Zwei Tage reichen nicht für die Vorbereitung. Wir brauchen mindestens vier bis fünf Tage, um die Piste herzurichten, das Equipment bereitzustellen und die Besucher zu bewirten“, erklärt Eisele.
Ein Spektakel mit internationalem Publikum
Michael Hammann erinnert an die große Wintersporttradition auf dem Sommerberg: „Mein Großvater Hermann Frank war schon in der Nachkriegszeit in der Skizunft aktiv. Damals hatten sie das gegenteilige Problem – zu viel Schnee! Die Loipen mussten ausgeschaufelt und immer wieder neu hergerichtet werden.“ Hammann betont, dass die heutige Generation mit Herzblut daran arbeitet, diese Tradition fortzuführen.
Sechsjährige bekommt Pokal
Die besondere Tradition des Fassdaubenrennens findet großen Anklang, was der Zuspruch der Gäste unterstreicht. So waren unter den Besuchern auch John und Avril Elward aus Birmingham, die regelmäßig zum Wandern und Baden nach Bad Wildbad reisen. „So etwas gibt es bei uns nicht – ein wundervolles Spektakel!“, schwärmen sie begeistert.
Max Hülsmann triumphiert mit Rekordzeit
Begeistert äußerten sich auch die Eltern der sechsjährigen Saryna Loy, die sich am Tag des Rennens spontan zur Teilnahme entschied. Sie meisterte die Strecke in beachtlichen 3:57 Minuten und wurde als jüngste Teilnehmerin mit einem Pokal belohnt.
Der große Sieger des Tages ist Max Hülsmann (Jahrgang 1999) aus Bad Wildbad. Vor zwei Jahren belegte er noch den zweiten Platz beim Jubiläumsrennen, diesmal raste er mit beeindruckenden 47,5 Sekunden ins Ziel. „Ich habe einfach Vollgas gegeben!“, kommentiert der frisch gekürte Sieger, der mit den alten Fassdauben seiner Großeltern an den Start ging und den Schneehang buchstäblich mit großen Laufschritten bewältigte.
Die bekannte „Rennwurst“ als Belohnung
Gefordert war dabei vielseitiges Talent: Aufstieg und Langlauf, eine anspruchsvolle Abfahrt – sowie als Highlight der Schanzensprung vor dem Ziel, an dem oftmals viele Fassdaubenritter mit einem Sturz scheiterten. Doch gerade das ist das Besondere, bei dem die Gäste viele Bravorufe spenden: Von der Grätsche zum Anhocken bis hin zum Salto waren wagemutige Sprünge – und auch spektakuläre Stürze – zu sehen.
Mit fantasievollen Kostümen, spektakulären Abfahrten und bester Stimmung wurde das Fassdaubenrennen erneut zu einem unvergesslichen Event. Und natürlich durfte eine Tradition nicht fehlen: die berühmte „Rennwurst“ als Belohnung für jeden Teilnehmer.
Après-Dauben-Party rundet das Event ab
Ein weiterer Publikumsmagnet war die erstmalig organisierte Après-Dauben-Party im Festzelt. Bei ausgelassener Stimmung und geselligem Beisammensein wurde gefeiert. „Die ganze Veranstaltung ist eine Gaudi – und die Party ist das perfekte Finale!“, freut sich Jörg Schmauder, der zu Beginn des Rennens betonte: „Wir wollen das Fassdaubenrennen nicht sterben lassen!“