Verena Kayacan (von links), Adrian Schroer und Sandra Rock-Wiench Foto: Holderied

Die Agentur für Arbeit organisierte am Mittwoch das zweite Azubi-Speed-Dating in diesem Jahr.

Schwitzende Hände, hoher Puls und zittrige Knie: das sind wohl die klassischen Symptome beim Speed-Dating. Dieses fand am Mittwoch in Balingen auf eine etwas andere Art und Weise statt. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Balingen hatte ein Speed-Dating für Arbeitgeber und Arbeitnehmer veranstaltet.

 

In der ersten Runde geht es um die zwischenmenschliche Chemie

Jugendliche, die auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle oder einem Studienplatz sind, konnten sich bei einem „Blind-Date“ von ihrer besten Seite zeigen. Im Rahmen kleiner Vorstellungsgespräche – die zwischen zehn und 15 Minuten dauerten – sollte der Unternehmensvertreter herausfinden, ob die zwischenmenschliche Chemie passt. „Das Schöne ist, dass es hier nur um die Chemie zwischen dem Arbeitgeber und den Jugendlichen geht – Noten werden hier erstmal komplett außer Acht gelassen“, erklärt die Ausbildungsstellenvermittlerin Sandra Rock-Wiench.

Sollte es zwischen potenziellem Arbeitgeber und Jugendlichem harmonieren, wird der Bewerber zu einer zweiten Runde eingeladen – erst bei dieser sollen schulische Leistungsnachweise relevant werden. „Im besten Fall kann dann eine Stelle für Herbst 2025 vergeben werden“, berichtete Rock-Wiench.

Sieben Ausbildungsplätze wurden bei der vergangenen Aktion vergeben

Zwischen zehn und 15 Unternehmen aus dem Zollernalbkreis, wie Bizerba, Holcim, das Landgericht Hechingen oder Mehrer Compressions sind unter den potenziellen Arbeitgebern. „Jugendliche, die bei uns geladen sind, haben bereits im Voraus eine Einladung zum Speed-Dating erhalten“, sagt Rock-Wiench. Kurzentschlossene hatten aber auch noch die Möglichkeit für eine kurzfristige Anmeldung vor Ort. „Dadurch, dass sich Jugendliche gezielt anmelden, kommen auch nur die, die tatsächlich Interesse an einer Stelle haben“, teilt die Ausbildungsstellenvermittlerin mit. Bei der vergangenen Speed-Dating-Aktion im Frühjahr schaffte es die Agentur für Arbeit, immerhin sieben „Matches“ zu vermitteln.

Das Berufsinformationszentrum in Balingen Foto: Holderied

„Jugendliche können sich hier bei Firmen aus ganz unterschiedlichen Branchen bewerben: vom Büro bis zum Fachlager sozusagen“, sagt sie und lacht. Dabei werden nicht nur Stellen für Ausbildungsplätze, sondern auch für Duale Studiengänge vergeben, ein Großteil der Interessenten bewerbe sich jedoch eher auf Ausbildungsplätze.

Der Ausbildungsmarkt verändert sich

Deutlich erkennbar sei, dass sich der Bewerbungsprozess ändere, durch den demografischen Wandel sei es über die Jahre zu einem Bewerbermarkt gekommen, sagt Rock-Wiench. Das bedeutet, dass es mehr verfügbare Ausbildungsplätze als potenzielle Auszubildende gibt.„Viele machen auch ein Studium oder besuchen eine weiterführende Schule, man sieht, dass es immer mehr freie Ausbildungsplätze gibt“, führt sie fort.

Einen allgemeinen Mangel von Auszubildenden stelle man eher bei Nischenberufen fest, „auch bei handwerkliche Berufe, Metzgereien oder Bäckereien zählen da unter anderem dazu“, erklärt Ausbildungsberater Adrian Schroer.