Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

SPD-Vorsitz Kreisverband Calw stellt sich hinter Saskia Esken

Von
Am Samstag wird das Ergebnis der Mitgliederbefragung zum SPD-Vorsitz bekannt gegeben. Dann ist klar, ob Saskia Esken mit ihrer Kandidatur Erfolg gehabt hat. Foto: Fritsch

Nordschwarzwald - Bis 26. Oktober können SPD-Mitglieder darüber abstimmen, wer den Bundesvorsitz der Partei in Zukunft übernimmt. Während also die Bundesspitze noch in eine unklare Zukunft blickt, zeigt der Kreisverband Calw der SPD derweil klare Kante zu aktuellen Themen.

Noch ist die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Calw/Freudenstadt, Saskia Esken, die Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Calw.

Unter Umständen aber nicht mehr lange – schließlich kandidiert sie momentan gemeinsam mit Norbert Walter-Borjans für den Parteivorsitz. Von dieser Nachricht waren selbst ihre Calwer Vorstandskollegen überrascht, hat Esken die Bombe doch erst wenige Tage vorher platzen lassen. Dennoch glauben ihre Vorstandskollegen an Esken. "Sie bringt Erfahrung mit", meint Andreas Reichstein, einer der vier stellvertretenden Vorsitzenden.

Zudem sei Esken eine ausgewiesene Expertin in Sachen Digitalisierung, betont er. "Sie ist sich nicht zu schade, mit Leuten zu diskutieren und das macht sie glaubwürdig", finden die Stellvertreter Reichstein, David Mogler, Paul Sander und Richard Dipper. Esken zeige klare Kante – "und das fehlt im Bundesvorsitz."

Auch für Mitkandidat Walter-Borjans können sich die vier Männer begeistern. Entsprechend rechnen sie sich gute Chancen aus, dass die Sache mit dem Bundesvorsitz für Esken klappen könnte. "Die Auswirkungen nehmen wir gerne in Kauf." Soll meinen: die Suche nach einem oder einer neuen Vorsitzenden, weil Esken dann wegfallen würde. "Wie es dann weitergeht, steht aber noch nicht fest, meint Reichstein. "Auf jeden Fall würde es ein großes Fest geben."

Koalition

Ginge es nach Esken, und auch nach den Kreisverbands-Vorstandsmitgliedern könnte man die große Koalition durchaus beenden, machen sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten deutlich. "Mittelfristig muss man darüber nachdenken." Die SPD habe keine Angst vor Neuwahlen – vielmehr hoffen sie auf eine Belebung durch die jetzigen Themen und die Wahlen des Vorsitz. Die SPD wolle viele Themen anpacken. Mit der CDU sei vieles davon nicht möglich. Zum Beispiel beim Thema Steuern gehen die Ansichten auseinander. "Es geht nicht um arm gegen reich, sondern um anständig gegen unanständig", führt Mogler aus. Gerade in Hinblick auf Managergehälter, für deren Begrenzung sich Walter-Borjans einsetzen möchte.

Klimaschutz

Derzeit kommt man um ein Thema nicht herum: den Klimaschutz. Auch der SPD-Kreisverband befasst sich damit und ist überzeugt: Ein Wandel muss geschehen, "aber sozial verträglich". Mogler findet, dass vor allem wieder ein Bewusstsein für die natürlichen Ressourcen geschaffen werden müsse. Ein Beispiel: Wasser. "Die Grundwasserpegel sinken permanent, die Bodenseewasserversorgung kann nicht mehr liefern, die Gletscher sind geschmolzen, die Leitungskapazitäten reichen nicht aus", zählt er auf. Dadurch gingen auch die Holzpreise in die Knie, was bereits viele Gemeinden im Kreis zu spüren bekommen. "Bund und Land sind hier in der Pflicht, für Abhilfe zu sorgen", betont Mogler.

Wohnraum

Im Landkreis Calw passiert viel zu wenig für den sozialen Wohnungsbau, davon ist Reichstein überzeugt. Es werde zu wenig gebaut, die Mieten steigen. "Immer mehr Menschen müssen aus ihrer Grundsicherung was drauflegen, um wohnen zu können", weiß der Abteilungsleiter der Erlacher Höhe Calw-Nagold zu berichten. Dabei gebe es seiner Ansicht nach genug Möglichkeiten, Wohnraum zu schaffen. Zum Beispiel, indem man Parkplätze von Discountern überbaut oder in der Calwer Innenstadt ein Sanierungsgebiet ausweist, um die alten Häuser dort wieder in Schuss zu bringen. "Das erwarte ich vom neuen Oberbürgermeister", sagt Reichstein. Der Kreisverband schlägt überdies vor, einen Wohnungsgipfel im Landkreis einzurichten sowie eine kommunale Wohnbaugesellschaft zu gründen – Althengstett sei diesbezüglich bereits am Planen, meint er.

Digitalisierung

Die Digitalisierung ist ein Kernthema von Richard Dipper. "Das gehört zur Daseinsvorsorge und ist wichtig fürs Arbeiten", argumentiert er. Der ländliche Raum werde jedoch sträflich vernachlässigt – der Kreis Calw belegte beim Digitalisierungskompass 2018 des Handelsblattes Rang 338 von 401. Zwar seien in den vergangenen Jahre Anstrengungen unternommen worden – diese würden aber mitunter durch Vorgaben erschwert. "Man darf dieses Thema nicht dem freien Markt überlassen", unterstreicht Dipper. "Der Staat muss regulierend eingreifen."

Dasselbe Problem sieht Mogler übrigens in Sachen Gesundheit. "Die Gesellschaft muss sich darüber im Klaren werden, ob ein Krankenhaus Gewinn abwerfen muss oder nicht", meint er.

Kindergarten-Gebühr

Der SPD-Kreisverband möchte, dass die Kindertagesstätten und Kindergärten für die Eltern kostenlos werden. Frühkindliche Bildung sei eine Voraussetzung für Bildungserfolg – und dazu sollten alle Zugang haben, erläutert Paul Sander. Zu sehr variieren seiner Meinung nach Preise und Qualität bei den Einrichtungen. "Gebührenfreie Kitas würden vielen zu Gute kommen." Finanziert werden könnte das Ganze vom Land, meint Sander. Zumal Baden-Württemberg eines der wenigen Bundesländer sei, das überhaupt noch Gebühren erhebt. "Es gibt keine Begründung, warum die Grundschule nichts kostet und der Kindergarten schon", pflichtet Dipper ihm bei. "Da ist Baden-Württemberg hinter’m Mond."

Artikel bewerten
5
loading

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 20077

Ihre Redaktion vor Ort Freudenstadt

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.