Die Kreisdelegierten der SPD Schwarzwald-Baar-Kreis haben bei ihrer Sitzung im Ortsteil Schönenbach einen neuen Kreisvorstand gewählt.
m Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben den Neuwahlen auch die Aufarbeitung der verlorenen Landtagswahl sowie ein Antrag, der im Vorfeld für Diskussionsstoff gesorgt hatte.
Die Neuwahl bringt Bewegung in den Kreisvorstand: zukünftig setzen die hiesigen Genossen auf eine gleichberechtigte Doppelspitze aus der bereits amtierenden Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Derya Türk-Nachbaur und dem engagierten Ortsvereinsvorsitzenden aus Schonach Raphael D’Avis.
„Es ist mir eine Ehre, diesen Kreisverband mit tollen Genossinnen und Genossen an meiner Seite gestalten zu dürfen“, freut sich Raphael D’Avis.
Die drei stellvertretenden Vorsitzenden wurden mit überzeugender Mehrheit gewählt: Oliver Freischlader (St. Georgen), Nadine Wittner (Villingen-Schwenningen) und Nicola Schurr (Villingen-Schwenningen).
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz war die Aussprache zur verlorenen Landtagswahl. Die Delegierten erkannten einmütig an, dass Nicola Schurr im Wahlkreis 54 trotz eines aussichtslosen Listenplatzes einen engagierten und ambitionierten Wahlkampf geführt hatte – dem gesamten Wahlkampfteam wurde ausdrücklich Respekt gezollt.
Wahlkampf auf mehr Schultern verteilen
Zugleich wurde die Forderung laut, die Verantwortung für den Wahlkampf künftig auf breitere Schultern zu verteilen: Die Last solle nicht länger von wenigen Aktiven getragen werden. Vielmehr seien alle Genossinnen und Genossen aufgefordert, sich aktiv einzubringen.
„Die SPD im Landtag ist klein, aber sie ist die einzige demokratische Opposition. Das verpflichtet uns vor Ort: Wir können uns nicht zurücklehnen. Der Schwarzwald-Baar-Kreis braucht eine starke sozialdemokratische Bewegung. Die entsteht nicht in Stuttgart, sondern hier mit jedem einzelnen Mitglied“, ermahnt die Kreisvorsitzende MdB Derya Türk-Nachbaur.
Schmerzliche Zäsur
Große Einigkeit herrschte auch darüber, dass die Niederlage bei der Landtagswahl eine schmerzliche Zäsur für die Sozialdemokratie in Baden-Württemberg darstellt und dringend aufgearbeitet werden muss. Der Aufarbeitungsprozess ist bereits in Gang: Spitzenkandidat Andreas Stoch trat noch am Wahlabend als Landesvorsitzender zurück. Der Landesparteitag mit Neuwahlen des Landesvorstands wurde auf Juni vorgezogen, um zügig einen Neuanfang mit frischem Personal und inhaltlicher Neuausrichtung einzuleiten.
Im Vorfeld der Konferenz hatte Rudolf Winker einen Antrag in die breite Öffentlichkeit getragen, der den Kreisvorstand aufforderte, für das Ergebnis der Landtagswahl persönliche Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten. In der anschließenden Antragsberatung zeichnete sich schnell ab, dass die Versammlung diesen Vorstoß gänzlich ablehnte. Deutlich wurde in der Debatte: Der Kreisvorstand besteht aus Ehrenamtlichen, die ihre Zeit und Energie in erheblichem Maße für die Parteiarbeit einsetzen. Diese Leistung pauschal in Frage zu stellen, empfand die Versammlung als unsolidarisch und der Sachlage nicht angemessen. Winkers Antrag fand keine Mehrheit.
Die Gewählten
Neben dem Kreisvorstand wurden weitere Funktionen besetzt: Katharina Beck (VS) übernimmt das Amt der Schriftführerin, Melina Krämer (Donaueschingen) das der Pressereferentin und Christiano Milazzo das des Kreiskassierers. Als Beisitzende wurden gewählt: Bruno Arm (VS), Thorsten Fitzon (Mönchweiler), Birgit Helms (Königsfeld), Kai Humphries (VS), Nadja Maria Jenessen (VS), Julia Kossow (Oberes Bregtal), Steffen Mengel (Dauchingen), Alexander Rummey (Donaueschingen), Kerstin Skodell (Hüfingen) sowie Marianne Strube (Oberes Bregtal). Der SPD-Kreisverband Schwarzwald-Baar zählt derzeit 451.