Bei der Versammlung der SPD Herten stand die geplante Strukturreform der Ortsvereine im Zentrum der Debatte. Die Meinungen darüber gingen auseinander.
Denn für die geplante Neustrukturierung der SPD-Ortsvereine im Landkreis Lörrach sollen im Rahmen der Kreisdelegiertenkonferenz am 22. November (KDK) die Weichen gestellt werden. Diese beinhaltet eine Reduzierung auf nur noch sechs Ortsvereine. Für die Hertener SPD bedeutet dies ein Aufgehen in einen Zusammenschluss aller Ortsvereine am Hochrhein zwischen Schwörstadt und Grenzach-Wyhlen zum neu vorgesehenen Ortsverein Rheinfelden/Hochrhein.
Durch diese Maßnahme wollen die örtlichen Gruppen der Sozialdemokraten trotz schrumpfender Wählerbasis und fallender Mitgliederzahlen handlungsfähig bleiben. „Eine engere Zusammenarbeit der Rheinfelder Ortsverbände zuzüglich jenem von Grenzach-Wyhlen ist auf lange Sicht unabdingbar“, sagte Karin Paulsen-Zenke, die Fraktionsvorsitzende der SPD Rheinfelden. Die Ortsgruppe der westlich gelegenen Doppelgemeinde Grenzach-Wyhlen würde sich lieber einer Hochrhein-Ortsgruppe anschließen als in einen großen Ortsverband Lörrach-Stadt integriert zu werden, hieß es.
Debatte: Die Diskussionen über das Für und Wider gestalteten sich kontrovers. Die Chancen, die sich aus einer Zusammenlegung ergeben, sahen die einen, den Verlust funktionierender Strukturen beklagten die anderen. Hertens stellvertretender Vorsitzender Thomas Dietsche bezeichnete den Neustrukturierungsplan als „viel zu unausgegoren“. Vorsitzender Nico Kiefer pflichtete ihm in diesem Punkt bei. Sich bis zur kommenden KDK für den Antrag der Kreis-SPD zu entscheiden, hieße aus seiner Sicht: „Jetzt heiraten und später den Heiratsvertrag abschließen.“ Kiefer zufolge soll am 22. November nur ein Grundsatzentscheid gefällt werden soll, über dessen detaillierte Ausgestaltung dann noch diskutiert werden dürfe.
Wahlen: Der bisherige Vorstand des Hertener SPD-Ortsvereins ist auch der neue. Jeweils einstimmig entlastet und in ihren Ämtern bestätigt wurden Nico Kiefer als Vorsitzender, Thomas Dietsche als Stellvertreter, Alfred Winkler als Kassenwart, Markus Mehlin als Schriftführer sowie Michael Hagedorn, Hans Schiffmann und Anita Basso als Beisitzer. Als Kassenprüfer agieren Uschi Lienhard (wie bisher) und neu Siegfried Winkler. Gewählt wurden außerdem mit Nico Kiefer, Alfred Winkler und Thomas Dietsche drei Delegierte für die KDK.
Ortspolitik: Alte Themen drückten den Inhalten der Berichte aus dem Ortschaftsrat und auch dem Gemeinderat ihren Stempel auf. Zumindest im Bestreben zur Erhaltung der alten Schule sei man einer zukunftsfähigen Lösung nähergekommen. Es soll ein Natur-Kindergarten entstehen, was auch eine Entschärfung des Problems fehlender Kita-Plätze bringen soll. Die Situation der Ganztagesbetreuung sei in Herten auch aus baulicher Hinsicht desolat, pflichtete Paulsen-Zenke ihren Hertener Genossen bei.
Einen Silberstreif am Horizont sah Mehlin bei der Sanierung der Scheffelhalle. Ein neues Infrastrukturpaket des Bundes sehe eine bis zu 45-prozentige Förderung vor, aber dazu werde eine momentan noch nicht vorhandene Projektskizze benötigt. Paulsen-Zenke dämpfte die Hoffnungen im Hinblick darauf, dass die Stadt Rheinfelden noch vermutlich drei Jahre lang keinen ausgeglichenen Haushalt werde präsentieren können.