Oliver Freischlader ist Vorsitzender des SPD-Ortsverbands St. Georgen, der sein 125-jähriges Bestehen feiert. Foto: Terkowsky

Die St. Georgener Sozialdemokraten haben in mehr als einem Jahrhundert viel erlebt. Aktuell ist Oliver Freischlader Vorsitzender des Ortsverbands. Er blickt auf eine bewegte 125-jährige Geschichte.

St. Georgen - 1982, nach dem Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt, ist Oliver Freischlader in die SPD eingetreten. Somit ist er seit 40 Jahren in der Politik aktiv. Seit 13 Jahren ist er Mitglied des Gemeinderats und seit acht Jahren auch im Kreisrat. Zusätzlich bekleidet er seit acht Jahren die Position des Vorsitzenden im Ortsverband der SPD St. Georgen. Im Gespräch mit Oliver Freischlader wird schnell deutlich, dass für ihn Politik mehr ist als ein Hobby. Er sagt: "Politik macht man aus Überzeugung."

Und diese Überzeugung hat in St. Georgen eine lange Tradition. Denn der Ortsverband wurde bereits 1897 gegründet und feiert dementsprechend in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Mit der zunehmenden Industrialisierung fanden die Sozialdemokraten regen Anklang, und so wuchs die Mitgliederzahl der St. Georgener SPD bereits im Gründungsjahr auf 48. Seitdem ist die Partei in St. Georgen "immer fest mit der Verwaltung verbunden gewesen", sagt Freischlader. Bereits zwischen den beiden Weltkriegen gab es den ersten Bürgermeister aus den Reihen der SPD.

"St. Georgen ein dankbares Pflaster für Lokalpolitik"

Während des Nazi-Regimes war die SPD verboten. Dennoch gab es in St. Georgen in dieser Zeit Untergrundaktivitäten. Und so kam der erste Bürgermeister St. Georgens nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus den Reihen der SPD – obwohl diese noch gar nicht erneut gegründet worden war.

Mit Blick auf die jüngere Geschichte der SPD in St. Georgen sagt Freischlader, dass die vergangenen 25 Jahre entspannt gewesen und "St. Georgen ein dankbares Pflaster für Lokalpolitik" sei. Selbstverständlich sei man nicht immer einer Meinung – davon lebe die Politik – aber die Parteien würden, so Freischlader, gemeinsam auf Ziele hinarbeiten und sich nicht unsinnigerweise behindern.

Gefragt nach der Zukunft des Ortsverbands sagt Freischlader, dass es in Bezug auf den Nachwuchs "wie in den meisten Vereinen schwierig" sei. Dennoch sei er "nicht unzufrieden, es dürften aber auch fünf mehr sein". Und ansonsten stehe in der nahen Zukunft erst einmal die Feier zum 125. Geburtstag an. So werde bei der Feier am Samstag, 26. November, Bundeskanzler Olaf Scholz seine Glückwünsche per Video zusenden und die Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur persönlich teilnehmen. Zusätzlich hat ein Mitglied des Ortsverbands ein Buch über den zu Nazi-Zeiten verfolgten Genossen Adam Goebel geschrieben und wird dieses bei dem Termin vorstellen. Und ansonsten ist "dieses Jahr erst mal Jubiläum und dann Weihnachten", sagt Freischlader.