„Quo vadis, SPD“? lautete die Überschrift über der Mitgliederversammlung des SPD- Ortsvereins Efringen-Kirchen. Die Mitgliederzahlen der SPD Ortsvereine gehen zurück.
Jüngerer Nachwuchs ist nicht in Sicht. Dieses Problem hat auch die SPD Efringen-Kirchen, so der Ortsvereinsvorsitzende Armin Schweizer bei der Mitgliederversammlung im Gutshof Gässle 19.
Um verschiedene Optionen für die Zukunft zu erläutern, waren auch der SPD Kreisvorsitzende Sven Widlarz und der Juso-Kreisvorsitzende anwesend. Der Kreisvorstand, erklärte Widlarz, habe eine Ortsvereinsreform erarbeitet. Dazu aber seien verschiedene Fragen offen, teilte er mit.
Noch 33 Mitglieder
Armin Schweizer und Widlarz hielten Fakten zum SPD Ortsverein Efringen-Kirchen und zu den SPD Ortsvereinen in der Nachbarschaft bereit. 33 SPD Mitglieder zählt die SPD Efringen-Kirchen, bei der SPD Schliengen-Bad Bellingen sind es 16, fusioniert haben die beiden SPD-Ortsvereine Kandern-Malsburg-Marzell. Dieser Verein hat nun 38 Mitglieder. Das Mitgliedsdurchschnittsalter liegt bei 66 Jahren.
Bring-und-hol-Aktion
Der Ortsverein Efringen-Kichen gehört zu denen, die selbst noch mit dem Hock am 1. Mai und mit der Bring-und-hol-Aktion wichtige Termine mit viel Zuspruch auch seitens der Bevölkerung planen und damit auch neben den Mitgliedsbeiträgen weitere Einnahmen für den Verein verzeichnen. Mangels Helfern aber musste der Hock am 1. Mai in diesem Jahr ausfallen.
Eigene Veranstaltungen
Bei der sehr gut verlaufenen Bring-und-hol-Aktion in Istein Ende Oktober verteilten die Vereinsmitglieder Flyer, die für das Mitmachen – nicht unbedingt für eine Parteimitgliedschaft – warben. „Leider waren die Rücklaufergebnisse sehr ernüchternd“, berichtete Schweizer. Dass es nicht gelingt, jüngere Menschen in Efringen-Kirchen für die Unterstützung der SPD zu gewinnen, werde sich auch in Sachen Wahlkampf bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr bemerkbar machen, befürchtete Schweizer. Er erinnerte die Anwesenden daran, dass er im kommenden Jahr bei den Vorstandswahlen nicht mehr als Vorsitzender zur Wahl stünde.
Zusammenlegung
Widlarz teilte mit, dass es in manchen Ortsvereinen im Kreis keine Mitglieder mehr gibt, die Vorstandsposten übernehmen wollen. Findet sich niemand für den Vorsitz und Rechnerposten, werde er automatisch als Vorsitzender eingesetzt, was für ihn viel Verantwortung bedeute. Der Kreisvorstand hat mehrere Optionen erarbeitet, wie man die den schrumpfenden Mitgliederzahlen umgehen könnte. „Entweder wir machen nichts und die Ortsvereine bluten aus, das ist die schlechteste Variante“, sagte er. Möglich wäre als zweite Möglichkeit eine sukzessive Zusammenführung der Ortsvereine. Möglich wäre auch die Zusammenführung alles Ortsvereine im Kreisverband, die dann von diesem geführt würden. Oder man verringert jetzt bereits die Zahl der Ortsvereine, führt unter einem einzigen SPD-Ortsverein die aus Efringen-Kirchen/ Schliengen-Bad Bellingen/ Kandern-Malsburg-Marzell zusammen - mit einem Vorstand und einem Rechner - und gründet unterhalb dieser Vereinsebene dann drei Ortsverbände. „Diese Verbände haben den Vorteil, dass sie einerseits weiter vor Ort präsent sind aber die Vorstandsstruktur nicht“, meinte Widlarz.
Präsenz vor Ort ist wichtig
Schweizer hielt die Idee für gut, so lange es dann klar sei, dass der Rechner „dann drei getrennte Kassen für jeden ehemaligen Ortsverein führt“. Ebenso hielt er die lokale Präsenz der Verbände vor Ort für wichtig – die Mitglieder und Unterstützer müssten sich mit ihrem Ort identifizieren können, sagte er.
An Florian Burger ging die Frage, mit welchen Themen man künftig junge Leute ansprechen könne. Schweizer erhofft sich dabei vor der Landtagswahl Unterstützung durch die Jusos. „Wenn wir alten SPDler an einem Stand auf dem Marktplatz stehen, dann kommen kaum junge Leute um mit uns zu diskutieren, wir brauchen da Unterstützung von euch jungen Leuten“, sagte er an Burger gerichtet. Das Gespräch mit jungen Menschen zu suchen und deren Lebenswelten aufzugreifen sei wichtig, um zu verhindern, dass die AfD noch mehr Stimmen bei jungen Leuten abgreift. „Wir müssen die Menschen damit konfrontieren, dass die AfD keine Lösungen zu den aktuellen Problemen anbietet, sondern mit ihrer Forderung nach einem EU-Austritt und den Vorurteilen gegen Ausländer den Wirtschaftsstandort der Exportnation Deutschland, Arbeitsplätze und Wohlstand gefährdet“, hieß es. Burger sicherte seine Unterstützung zu.
Erstmals Neujahrsempfang
Als neue Idee, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen, wird die SPD Efringen-Kirchen erstmals einen Neujahrsempfang veranstalten und zwar am Freitag, 16. Januar. „Eine Einladung kommt, wir planen auf eine Zeit nach 17 Uhr, der Ort wird noch bekannt gegeben“, erklärte Schweizer.
Info zu Terminen und Aktionen: www.spd-efringen-kirchen.de