Ehrung beim Dreikönigstreffen der Mieterheimer SPD: Willi Ugi (Mitte) mit Sino Boeckmann, Vorsitzender des SPD Ortsverbandes Lahr, und Ortsvorsteherin und SPD-Stadträtin Diana Frei Foto: Baublies

Mietersheim und seine Vereine liegen Willi Ugi am Herzen. Er war SPD-Ortschaftsrat sowie Vorstand der Vereinsgemeinschaft und Vorsitzender des GSV.

Im Gasthaus „Zum Ast“ beim Dreikönigstreffen des SPD-Ortsverbandes Mietersheim würdigte der Lahrer SPD-Vorsitzende Sino Boeckmann das langjährige Engagement Willi Ugis – für die SPD und für den Stadtteil. Diese Ehrung, das hatte der Geehrte im Vorfeld verraten, sollte auf seinen Wunsch bei diesem Treffen in Mietersheim geschehen – und nicht beim Neujahrsempfang der Lahrer SPD Ende des Monats. Ugi ist gebürtiger Mietersheimer. Im Gespräch mit unserer Redaktion vor einigen Tagen betonte er immer wieder, dass er in seinem Geburtsort fest verwurzelt ist. Daher wurde sein Wunsch vonseiten der Genossen selbstverständlich respektiert.

 

Wenn er zuerst auf 60 Jahre Engagement in der Kommunalpolitik in Mietersheim zurückblickt, dann ist – vermutlich nicht nur aus seiner Sicht – die größte Errungenschaft der Bau des Bürgerhauses. Ugi erinnert sich heute schmunzelnd an das Versprechen des damaligen Lahrer Oberbürgermeisters Philipp Brucker zurück. Der hatte anlässlich der Eingemeindung im Jahr 1972 sinngemäß gesagt, dass die Mietersheimer (wie alle anderen neuen Lahrer Stadtteile) eine eigene Fest- und Sporthalle bekommen sollten. Nur dürfe die versprochene Halle in Mietersheim nicht größer sein als die Hugsweiers.

Im Rückblick war das Bürgerhaus in Mietersheim die richtige Entscheidung

Bekanntlich hat es diese Sporthalle in Mietersheim nie gegeben. Daher war das Bürgerhaus, das es in diesem neuen Jahr seit 15 Jahren gibt, so wichtig. Im Rückblick war das Bürgerhaus auch die richtige Entscheidung, sagt Ugi heute dazu. Er verweist auf die zwei Hallen im Bürgerpark, die über die Ortenaubrücke und einen kurzen Weg durch den Mietersheimer Seepark gut, bequem und schnell zu erreichen seien. „Das Mietersheimer Bürgerhaus hat sich bewährt, auch wenn wir viele Jahre dafür gekämpft haben“, berichtet Ugi.

Für die Ehrung in Mietersheim gibt es noch einen anderen Grund. „Im Grunde bin ich ein bescheidener Mensch“, sagt er zu Hause in der Alten Bergstraße, wo an der Wand Urkunden hängen und auf einem Regal Pokale des begeisterten Handballers Willi Ugi zu sehen sind. Das gehört zu seinem Engagement beim Gesang- und Sportverein (GSV) Mietersheim dazu. Und dann kam eins zum anderen: Da der Zusammenhalt aller Vereine im Ortsteil wichtig sei, hat er sich auch noch lange Jahre als Vorstand der Vereinsgemeinschaft engagiert.

Ugi, der am 12. Juli 1945 in Mietersheim auf die Welt gekommen ist, hat auch viele Erinnerungen an die bis zur Eingemeindung Anfang der 1970er-Jahre selbstständige Gemeinde. Das betrifft etwa den alten Kindergarten, den es heute nicht mehr gibt. Und die Schule hat Ugi einst im Rathaus besucht, wo heute die Ortsverwaltung untergebracht ist.

Eine andere, persönliche Erinnerung hat Willi Ugi an den Winter 2012. Damals war es so kalt, dass es am Vereinsheim des GSV eine Schlittschuhbahn gegeben hat. Zur Organisation gehörte, dass Schulkinder hier tagsüber Schlittschuhlaufen durften und sich im Eisstockschießen versuchen konnten. Am Abend war das Eis dann ein Ort für die Vereine. So bescheiden, wie das bei Ugi heute klingt, dürfte diese Veranstaltung aber sicher nicht gewesen sein.

Die vielen Ehrenämter von Willi Ugi

Kommunalpolitik:
Seit 1966 ist Ugi Mitglied der SPD. Von 1980 bis 2014 saß er im Ortschaftsrat (von 1991 bis 2014 als Fraktionssprecher).

GSV Mietersheim:
Hier ist Ugi seit 1957 Mitglied. Von 1966 bis 1968 war er stellvertretender Schriftführer, von 1968 bis 1970 Schriftführer, von 1970 bis 1976 stellvertretender Vorsitzender, von 1976 bis 2010 Vorsitzender und von 2010 bis 2022 Vorstandsvorsitzender. Seit 2022 ist er Ehrenvorstandsmitglied. Als aktiver Handballspieler durchlief er Schüler-, Junioren- und Seniorenmannschaften. Zudem war er Kassenwart in der Handballabteilung sowie Trainer der Schüler-, Damen- und Herrenmannschaften. Im Handballverband war er Schiedsrichter, Schülerwart und Kassenprüfer.

Weitere Vereine:
Von 1984 an war er mit Unterbrechungen sechs Jahre Sprecher der Vereinsgemeinschaft und 22 Jahre Sprecher des Vorstandsteams. Seit 1966 ist er passives Mitglied im Fußballclub. Bereits seit 1983 gehört er zur Narrenzunft Schärmies, seit 2006 außerdem zum Förderverein Grundschule.