Die Feuerwehren Kuhbach und Reichenbach wünschen sich eine gemeinsame Heimat. Die Lahrer SPD hatte zu einem Rundgang eingeladen
Kuriosum für die Lahrer SPD: Seit vier Jahrzehnten veranstalten die Genossen ihre Sommeraktionen, nun wurde gleich zweimal ein Teilnehmerrekord aufgestellt. Zum diesjährigen Auftakt waren, wie berichtet, rund 40 Teilnehmer bei der Veranstaltung zum Krematorium auf dem Bergfriedhof mit dabei. Dieser Rekord ist seit Donnerstag Geschichte, denn zum Abschluss der Aktionen 2025 kamen 45 Interessierte zusammen. Thema waren der Sachstand bei den Feuerwehrabteilungen Kuhbach und Reichenbach sowie mögliche Standorte für den künftigen Neubau eines dann gemeinsamen Gerätehauses.
Einleitend ging Hermann Kleinschmidt, Vorsitzender des Fördervereins der Lahrer Feuerwehr, auf den Feuerwehrbedarfsplan ein. Dieser beinhaltet ein neues gemeinsames Gerätehaus für die Abteilungen Kuhbach und Reichenbach, was von den Ortschaftsräten im März begrüßt wurde. Diskutiert wurden vor allem die beengten räumlichen Verhältnisse an beiden aktuellen Standorten. Für die 64 Aktiven (darunter 40 in Reichenbach, 24 in Kuhbach) seien die Rahmenbedingungen längst an einer Grenze angelangt, verdeutlichten die Verantwortlichen bei einem kleinen Rundgang durchs Kuhbacher Gerätehaus. Die Rede war von doppelt belegten Spinden, fehlenden Duschen und Abgas-Absaugung sowie keiner Schwarz-Weiß-Trennung, das heißt, von sauberer und gebrauchter Wäsche.
Gesamtwehr-Kommandant Georg Schinke beschrieb, dass das Thema bereits seit 15 bis 20 Jahren kreise und nun wieder aufgegriffen wurde. Das Beispiel der Fusion der Abteilungen Langenwinkel und Hugsweier zeige, dass ein Zusammengehen im guten Einvernehmen gelingen könne.
Vier Standorte sind im Gespräch
Zum Thema Neubau eines gemeinsamen Gerätehauses sind aktuell vier denkbare Standorte im Gespräch. Der angedachte Raumbedarf für 75 Männer und 15 Frauen liegt zwischen 3000 und 4000 Quadratmetern. Die Abteilung Kuhbach zeigte anhand einer ersten groben Animation, wie ein Neubau ungefähr aussehen könnte.
Beschrieben wurden die vier möglichen Standorte, die anschließend bei einem Rundgang noch näher ins Auge gefasst wurden. OB Markus Ibert begrüßte grundsätzlich die Möglichkeit, aus vier Standorten wählen zu können. „Es geht jetzt darum, diese in Ruhe abzuprüfen und dann eine gute Entscheidung zu treffen“, hielt er fest. Kleinschmidt verdeutlichte die Reihenfolge: „Es geht erst einmal darum, das passende Grundstück zu finden. Danach erst können die konkreten Planungen beginnen.“
Der Rundgang begann im Neubaugebiet „Eichgarten-Ost“. Vorteil sei, dass das Areal nicht im regionalen Grünzug liege. Nachteilig sei die unmittelbar angrenzende Wohnbebauung, wie Stefan Löhr (Stadtplanungsamt) darlegte. Neben dem Sägewerk Benz befindet sich Alternative zwei. Die Fläche gehört der Stadt und liegt im Korridor der erforderlichen Erreichbarkeit von wenigen Minuten, die die Wehr zu einem Brandort leisten sollte. Das Areal liegt aber auch innerhalb des regionalen Grünzugs und im HQ100-, also im Hochwasserbereich. Die topographischen Unterschiede des Geländes zur Straße müssten aufgefüllt werden. Allein mit Blick auf das Hochwassergebiet war Löhr realistisch: „Ein Neubau dürfte hier sehr schwer zu genehmigen sein.“
Aus- und Einfahrt auf dem Areal beim Penny-Markt am einfachsten
Alternative drei liegt neben dem Rasenplatz des SC Kuhbach-Reichenbach. Hierzu merkte Löhr an, das Areal gehöre ebenfalls der Stadt, das Gefälle sei nicht allzu groß. Man habe es aber wieder mit einem regionalen Grünzug zu tun.
Blieb als vierte Alternative ein Areal unmittelbar neben dem Discounter am Reichenbacher Ortseingang. In Sachen Aus- und Einfahrt wäre diese Möglichkeit aufgrund des praktisch nicht vorhandenen Gefälles am geeignetsten. Zudem zeichnen sich allem Anschein nach Veränderungen ab, so dass Gespräche mit Konzernmutter Rewe zwecks Erwerb einer Teilfläche nicht ausgeschlossen scheinen, ließ Löhr anklingen. Der Parkplatz an sich werde vom Discounter nie zur Gänze genutzt, die Betroffenheit beim Thema regionaler Grünzug wäre relativ gering. „Lärmtechnisch wäre die Situation zu prüfen. Allerdings bekämen die Anwohner je nachdem auch wieder Lärmschutz durch das Gebäude gegenüber der B 415“, zeigte Löhr. Zu klären seien auch Fragen des Grunderwerbs, denn umliegende Flächen befänden sich in privatem Besitz.
Fünfte Variante
Eine fünfte Idee für einen möglichen Standort ist in der Nähe des Spielplatzes „Grenzenlos“. Hier zeigte sich der Fördervereinsvorsitzende Hermann Kleinschmidt skeptisch: „Das würde enorme Diskussionen mit sich bringen. Damit hätte ich ein echtes Problem“, verhehlte er nicht.