Von links: Felix Flegel (Faktorgruen), Tobias Teichmann (Firma Oberer,) Stefanie Moosmann (Faktorgruen), Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, Bent Liebrich, Konrad Ginter, Stadtrat Michael Melvin und Jana von Rechenberg Foto: Fritsche

Das Projekt stand zeitweise vor dem Aus – nun rollen die Bagger: In Schramberg wird der seitliche Rathausplatz für rund 411.000 Euro neu gestaltet.

Spatenstich am Dienstagmittag neben dem Rathaus für ein Projekt, das zeitweise auf der Kippe stand und für das sich Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr sowie die Verwaltung stark gemacht hatten: die Neugestaltung des seitlichen Rathausplatzes. Wo zuvor zwei Häuser standen und anschließend ein sandiger Platz als Zwischenlösung genutzt wurde, soll nun ein schattiger Ort der Erholung mit Bäumen und Grüninseln entstehen. Diese von „Faktorgruen“ geplante und von der Firma Oberer aus Sulz umzusetzende Platzvariante hatte der Gemeinderat im November 2025 mehrheitlich beschlossen. Vorgesehen sind Betonpflaster mit Recyclinganteil, Sitzstufen, Hochbeete und schattige Bereiche durch Bäume.

 

Kosten und Zeitplan

„Diese zusammen mit den Grüninseln helfen dabei, dass sich die Fläche in heißen Sommern nicht mehr so stark aufheizt“, hob Eisenlohr beim Spatenstich hervor. Entstehen solle ein Platz zum Verweilen – für Einkaufsgäste, Touristen und Bewohner der Innenstadt, von denen viele keinen eigenen Garten oder Balkon hätten.

Eisenlohr dankte allen am Projekt Beteiligten, besonders den Mitgliedern des Gemeinderats, die die Neugestaltung ermöglicht hätten: „Ich bin sicher: Wenn der Platz fertig ist, werden ihn viele mögen.“

Da das Ergebnis der Ausschreibung günstiger als erwartet ausgefallen sei, werde bei Gesamtkosten von 411.000 Euro und Fördermitteln in Höhe von 156.000 Euro von einem Eigenanteil der Stadt von rund 255.000 Euro ausgegangen. Die Firma Oberer wolle die Arbeiten bis Mitte beziehungsweise Ende August 2026 abschließen. „Angepflanzt wird erst im Herbst, damit die Pflanzen gut wurzeln können“, erklärte Eisenlohr.

Hütte jetzt im Park der Zeiten

Die von Vereinen in den vergangenen beiden Jahren rege genutzte „Veranstaltungshütte“ werde übrigens erhalten bleiben: Sie ziehe an den unteren Teich im Park der Zeiten um und solle dort für kleinere Veranstaltungen genutzt werden.

Bis Dezember 2023 hatten auf der Fläche noch die Gebäude Marktstraße 19 und 21 gestanden. Wegen Wasserschäden und energetischer Mängel war eine Sanierung nicht mehr sinnvoll gewesen. Nach dem Abriss wurde der Platz zunächst provisorisch planiert.

Im Gemeinderat und insbesondere im Ausschuss für Umwelt und Technik wurde anschließend in mehreren Runden über die Zukunft der Fläche diskutiert. Eine wichtige Entscheidung war dabei, das Rathausumfeld wegen der Fördermöglichkeiten in das bestehende Sanierungsgebiet „Sängerstraße/Am Brestenberg“ aufzunehmen.

Zuschüsse

Anfang Dezember 2024 stand zunächst noch eine von der Verwaltung bevorzugte, deutlich umfangreichere Variante für rund 713.000 Euro bei möglichen Zuschüssen von etwa 370.000 Euro zur Diskussion. Sie wurde jedoch noch im selben Monat zum ersten Opfer des harten Sparkurses infolge einbrechender Gewerbesteuereinnahmen und erhielt einen Sperrvermerk für den Haushalt 2025.

Zeitweise stand sogar ein vollständiger Verzicht auf das Projekt in den kontroversen Debatten der Gremien zur Diskussion. Am 20. November 2025 votierten schließlich dennoch 19 Gemeinderatsmitglieder für das Projekt, elf dagegen, ein Mitglied enthielt sich. Ausschlaggebend für die Mehrheit waren letztlich der Klimaschutz, die Aufwertung der Innenstadt zugunsten des Einzelhandels sowie die wohl letzte Chance, den Platz mithilfe von Fördermitteln umzugestalten.