Die Bauernkapelle Böffingen begleitete den Spatenstich zur Werkserweiterung des Unternehmens Woodward L’Orange, zu dem sich Vertreter der Geschäftsführung, der Politik und der am Bau beteiligten Firmen in Glatten einfanden. Foto: Ade

Mit dem symbolischen Spatenstich hat das Unternehmen Woodward L’Orange die Erweiterung seines Werks in Glatten begonnen. Rund 90 neue Arbeitsplätze sollen mit der Investition in Gebäudeanbau und Maschinenausrüstung geschaffen werden.

Im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik und Wirtschaft wurde dieser Meilenstein für das Unternehmen zur Erhöhung der Produktionskapazität am Mittwochabend bei einem Imbiss und Getränken nach dem Spatenstich gefeiert. Die Bauernkapelle Böffingen umrahmte den Festakt.

 

Ein wichtiger Baustein für das Projekt war eine Förderung des Landes Baden-Württemberg. Und so waren zum Spatenstich auch der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Landtags, Erik Schweickert (FDP), und seine Stellvertreterin Katrin Schindele (CDU) nach Glatten gekommen .

„Das ist ein großer Tag für Woodward L’Orange – ein riesengroßer Tag“, sagte Geschäftsführer Andreas Lingens. Wenn das neue Gebäude mit allen Maschinen stehe, werde das Unternehmen „deutlich im zweistelligen Millionenbereich“ investiert haben, unterstrich er. „Und das ist wirklich ein Zeichen, das wir als Woodward L’Orange setzen – auch für die gesamte Region.“

Anbau umfasst 2600 Quadratmeter

Das Unternehmen sei dankbar für die starke Unterstützung der Politik und auch der Gemeinde. Diese Erweiterung erfolge im Zusammenhang mit der neuen Technologie, die man an den Markt gebracht habe, erklärte Lingens. Das Unternehmen werde mit der dann erweiterten Produktionskapazität „den Markt stürmen“, ist der Geschäftsführer überzeugt, das könne man jetzt schon sehen.

Der Anbau vergrößert die bestehende Injektor-Halle der Firma Woodward L’Orange in Glatten um 2600 Quadratmeter, also 50 Prozent. Zusätzlich werden 88 weitere Parkplätze gebaut. Die Bauarbeiten sollen im August beginnen, die vollständige Inbetriebnahme ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Die Aufträge für die ersten Gewerke wurden bereits an lokale Firmen vergeben.

Methanol-Motor für die Schifffahrt

Die zusätzlichen Produktionsflächen bieten laut Unternehmensangaben die Möglichkeit, Produktionswertströme im Glattener Werk noch besser anzuordnen. Am Standort Glatten werden Power-to-X-kraftstofffähige Einspritzsysteme für Großmotoren gefertigt, die beispielsweise in Schiffen eingesetzt werden .

„Wir haben frühzeitig in alternative Power-to-X-Technologie investiert und konnten als welterster Hersteller Ende 2023 mit unseren Kunden gemeinsam Medium-Speed-Methanol-Motoren in Serie bringen”, erklärte Dietmar Hermann, Bereichsleiter Operations. „Für die Dekarbonisierung der weltweiten Schifffahrt seien solche Einspritzsysteme von zentraler Bedeutung.

„Power dahinter“: auch beim vereinten Spatenstich Foto: Ade

Werksleiter Ralph Wilding wies darauf hin, dass die Produktionserweiterung ein wichtiger Beitrag zur Standortsicherung sei. Wilding erinnerte daran, dass das Unternehmen schon 2016 die Baugenehmigung für das Projekt, das man jetzt umsetze, erhalten habe.

„Hier ist Power dahinter, alle ziehen an einem Strang“ lobte Erik Schweikert das Projekt auch im Namen seiner Kollegin Katrin Schindele. Diese Erweiterung – „ein Zukunftsprojekt hier vor Ort in Glatten“ – freue ihn besonders, da es um die Standortpolitik in Deutschland derzeit nicht zum Allerbesten bestellt sei.

„Es erfüllt uns mit Stolz, dass die Firma Woodward L’Orange den Mut und das Vertrauen aufgebracht hat, in Glatten zu investieren und hier eine neue Fabrik zu errichten“, freute sich Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer. Besonders erfreulich sei, dass dadurch Arbeitsplätze erhalten und sogar zahlreiche weitere geschaffen würden. Pfeifer verwies auch in einem anderen Zusammenhang auf die gute Zusammenarbeit von Woodward L’Orange und der Gemeinde: Das Unternehmen sei bereit, die industrielle Abwärme in das derzeit entstehende kommunale Nahwärmenetz einzuspeisen.