Mit dem offiziellen Spatenstich geht die Sanierung des Schwimmbads in Calmbach so richtig los. Fraglich ist aber, ob im nächsten Jahr geschwommen werden kann.
„Es ist ein richtig schönes Gefühl, auf diese Baustelle zu laufen“, freute sich der Bad Wildbader Bürgermeister Marco Gauger beim Spatenstich, mit dem die Sanierung des Waldfreibads in Calmbach am Mittwochnachmittag auch offiziell begann.
Es sei schwierig, bei solchen Großprojekten den richtigen Termin für einen Spatenstich zu finden, sagte Gauger weiter. Denn schließlich beschäftige man sich bei der Stadtverwaltung und im Gemeinderat schon sehr lange mit diesem Projekt. Und es seien auch bereits Erde bewegt und Probebohrungen vorgenommen worden.
In den vergangenen Jahren habe man das Projekt „mit dem Prinzip Hoffnung verknüpft“. Hoffnung auf die verschiedensten Förderprogramme von Bund und Land, bei denen die Stadt allesamt nicht zum Zug gekommen sei, blickte Gauger zurück.
Mutiger Entschluss
Deshalb habe man sich zu dem „mutigen Entschluss durchgerungen“ und gehe nun die „dringend notwendige technische Sanierung aus eigener Kraft“ an, um die Badetechnik auf den modernsten Stand zu bringen. Für die Bauabschnitte zwei und drei, also die Sanierung des Beckens und den Rückbau des alten Technikgebäudes und der Sanitärbereiche, hofft Gauger wieder auf Fördermittel, etwa aus der jetzt aufgelegten „Sportmilliarde“ des Bundes.
Auch vor 92 Jahren beim Bau des Waldfreibades sei nicht alles rosig gewesen. Trotzdem habe man vor Ort entschieden, „wir wollen das“. Dies sei eine Entscheidung für viele Generationen gewesen.
Immer weniger Kinder lernen schwimmen
So sei es auch jetzt mit der Entscheidung für die Sanierung. Das sei wichtig für Familien, die viel Zeit im Waldfreibad verbringen wollten. Zudem lernten immer weniger Kinder schwimmen. Dem müsse man entgegenwirken.
„Das muss man sich zutrauen können“, so Gauger, der weiter sagte, dass diese Einrichtung für den sozialen Zusammenhalt wichtig sei und man das Schwimmbad „nicht einfach schließen“ könne. Klar sei aber auch, dass die Stadt nun „nicht weiter Megaprojekte anstoßen“ könne.
Freibad in Calmbach gibt es seit 1934
Die technischen Details erläuterte Stadtbaumeister Volkhard Leetz. Er blickte zuerst zurück auf das Jahr 1934 und den Bau des Schwimmbads. „Das hat damals 25 000 Mark gekostet“, das dürfte heute wohl nicht ganz reichen. Die Rohbauarbeiten wurden für rund 1,35 Millionen Euro vergeben, die Badewassertechnik für rund 1,26 Millionen Euro.
Er sei 2018 nach Bad Wildbad gekommen. Bereits da sei die Freibadsanierung ein Thema gewesen. Er sei ein „bissle Stolz darauf, dass wir es jetzt in sieben Jahren hinbekommen haben“, so Leetz weiter.
Im ersten Bauabschnitt werde jetzt ein neues Technikgebäude mit der neuen Badewassertechnik errichtet. Damit soll dann zunächst das alte Becken versorgt werden.
Um die Baustelle trocken zu halten, werden insgesamt elf Brunnen rundherum bis zur Felsschicht gebohrt. Leetz schätzt, dass dazu etwa fünf bis sieben Meter gebohrt werden soll. Mit den Brunnen soll das anstehende Grundwasser abgeleitet werden. Über einen speziellen Container, in dem das Wasser von Sedimenten geklärt, wird das Grundwasser dann in die Enz geleitet.
Badebetrieb möglich?
Leetz rechnet damit, dass die Arbeiten im Spätsommer abgeschlossen sein werden. Er hofft, dass bei der dann anstehenden Probephase ein paar Badetage möglich sind. Das werde aber sicher nicht zu Beginn der Sommerferien sein. „Wenn, dann überlappend mit der technischen Inbetriebnahme. Wenn es gut funktioniert, können wir eventuell den einen oder anderen Badetag einschieben“, sagte er.
Mit dem Abschluss des ersten Bauabschnitts sei das Bad „voll funktionsfähig“ und die Wasserqualität sei in Ordnung. Lediglich die Wasserhydraulik würde mit dem alten Becken und der neuen Technik nicht sauber funktionieren, das alte Becken werde „nicht richtig durchströmt“.
Das soll sich dann mit dem zweiten Bauabschnitt ändern, wenn ein neues Edelstahlbecken in das vorhandene eingelassen wird. Bauabschnitt drei beinhaltet dann die Außenanlagen sowie den Abriss des alten Technikgebäudes und der Sanitäranlagen.
Die Umkleidekabinen in dem denkmalgeschützten Holzbau sollen in Eigenleistung von Förderverein und Stadt renoviert werden. Das sei aber abhängig vom Haushalt.