Mitten im Ort entsteht die neue Kita, die den Bildungscampus aus der nebenan liegenden Kita Jahnstraße und dem Schulzentrum ergänzen wird. Foto: Fritsch

Neubau: Ausgiebige Findungsphase für Kita Poststraße führt zu maßgeschneidertem Gebäudeentwurf / Im Kostenrahmen In normalen Zeiten wäre der Spatenstich für einen neuen Kindergarten auch ein Fest für die künftigen Nutzer der Einrichtung. Unter Corona-Bedingungen konnten die Kinder beim Spatenstich für die neue Kita Poststraße in Althengstett aber nicht dabei sein.

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Althengstett - Nichtsdestotrotz ist der Anlass ein wichtiger Tag für sie, denn jetzt geht es los mit den Bauarbeiten. Der Plan ist, dass die Jungen und Mädchen der Kita Nordstraße, die durch den Neubau ersetzt wird, zum Schuljahresbeginn im September 2022 ihr neues Haus beziehen können. Denn der vor rund 60 Jahren gebaute Kindergarten wird dem gestiegenen Bedarf nicht mehr gerecht.

Bürgermeister Clemens Götz ging beim Spatenstich kurz auf den Entwicklungsprozess für die neue Kita ein. "Wir standen vor der Frage, modeln wir ein altes Kleidungsstück (die Kita Nordstraße) um, was teuer und wenig effektiv gewesen wäre. Oder machen wir was Neues." Das Neue sollte an einem zentralen Standort entstehen, mit Bezug zu den bestehenden Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitangeboten, was das jetzt rund 4000 Quadratmeter große Grundstück abdeckt. "Wir sind dankbar, dass die ursprünglichen Grundstückseigentümer mitgezogen haben, um dieses Projekt auf den Weg zu bringen." An dem zentralen Ort werde die neue Kita den Bildungscampus aus der nebenan liegenden Kita Jahnstraße, der Grundschule und dem Schulzentrum mit Gemeinschafts- und Realschule ergänzen. Synergien sollen sich ergeben durch den Mehrgenerationenpark, die Tagespflege, das Betreute Wohnen in der Nachbarschaft, auch Sporthalle und Hallenbad mit dem Ziel, die Generationen zusammenzubringen.

Neubau enthält Räumlichkeiten für Familienzentrum

Franziska Binczik, die Leiterin des Familienzentrums Althengstett und künftige Leiterin der neuen Kita, freut sich über die zentrale Lage des Neubaus, der auch Räumlichkeiten fürs Familienzentrum enthält. Das ermöglicht Angebote für Familien, die über die reine Kita-Betreuung hinausgehen, denn: "Familien müssen Leben spüren, dann beteiligen sie sich auch", ist sich Binczik sicher. "Es war ein toller Prozess", betonte sie und sprach den Dank der Erzieherinnen aus, "ich habe jetzt schon eine Beziehung zur Poststraße und kann mir gut vorstellen, was sich hier bewegen wird." 100 Jungen und Mädchen in fünf Gruppen, vom Kleinkind ab einem Jahr bis zum Vorschulkind, werden den Neubau künftig mit Leben füllen.

Architekt Gerhard Lieb von Lieb Architekten BDA, die den Architekten-Wettbewerb zur neuen Kita für sich entschieden haben, lobte die Weitsicht der Verwaltung. Die ausgiebige Findungsphase, in der klare Vorstellungen zur Nutzung entwickelt wurden, hätten zu konkreten Vorgaben für den Wettbewerb geführt. "Davon haben wir profitiert, denn so konnten wir einen maßgeschneiderten Entwurf erarbeiten. Wir haben uns vor Ort die Wegeverbindungen angeschaut und daraus die sinnvolle Verortung des Baukörpers abgeleitet", so Lieb. Der klare Vorplatz kommt der neu entstehenden Bebauung in diesem zentralen Gebiet zugute und der Grünzug wird nicht unterbrochen. Ein weiteres Plus sei die großzügige Außenfläche der neuen Betreuungseinrichtung, von der auch die angrenzende Kita Jahnstraße später profitieren werde.

Einige Zahlen hatte Sabrina Pröll vom gemeindlichen Bauamt parat: Für das Projekt sind bereits 80 Prozent der Gewerke vergeben, was etwa 3,5 Millionen Euro der Gesamtkosten von rund 4,6 Millionen Euro entspricht. "Durch Corona haben sich nochmal ganz andere Anforderungen an die Lüftungstechnik ergeben", sagte der Leiter des Bauamts, Hans Wurster. "Das hat uns nochmal viel Zeit gekostet, aber jetzt haben wir eine Lösung, mit der wir für zukünftige Herausforderungen gerüstet sind." Wichtig: Man bewegt sich im vorgegeben Kostenrahmen, wie Bürgermeister und Architekt betonten.

Bagger ebnet undverfestigt das Gelände

Dass sich die Gestaltung der Außenanlage noch sukzessive weiterentwickelt, machte Armin Wigger vom Landschaftsarchitekturbüro Fromm deutlich und nannte die Regenrückhaltung, die Verbindung zu Kita Jahnstraße und den Vorplatz als Beispiele.

Da das Gelände der neuen Kita auf dem Schwemmgrund des ehemaligen Tälesbachlaufs liegt, muss es gegründet werden. Während sich die Teilnehmer des Spatenstichs versammelten, hat ein großer Bagger eine Schotterfläche in Größe des Gebäudegrundrisses geebnet und verfestigt. "Auf dieser Arbeitsebene werden rund 65 Tiefbohrungen mit einem Greifer gesetzt und anschließend verrohrt", erklärte Jan Steinhauser, der Projektleiter der Rohbauarbeiten von der Firma Köhler Bauunternehmung, die jetzt startenden Arbeiten.

Bevor mit dem Bau der Kita begonnen werden konnte, fanden in dem Altort-Quartier, das derzeit durch Abrisse und teilweise schon im Bau befindliche Mehrfamilienhäuser neu geordnet wird, einiges an Vorarbeiten statt. Der Kanal wurde saniert, Nahwärmeleitungen zur Versorgung der Kita gelegt und Wege neu angelegt. "Das alles ist städtebaulich sehr gut durchdacht, gerade auch mit den Plätzen, die in dem Gebiet aufeinander folgen", sagte Architekt Lieb anerkennend in Richtung Bürgermeister.

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