Nun wurde offiziell mit dem Bau der Nordtangente begonnen. Die Verbindung soll mit A 5, B 3 sowie Landes- und Kreisstraßen eine Achse in der nördlichen Ortenau bilden.
Die rund 2,7 Kilometer lange Verbindung soll die Innenstadt von Achern vom Durchgangsverkehr entlasten, die Erreichbarkeit der Gewerbegebiete verbessern und die Mobilität im Raum Achern und Sasbach langfristig stärken. Darüber informiert das Landratsamt in einer Mitteilung.
Mit der Nordtangente entsteht künftig eine durchgängige Verbindung von der A 5-Anschlussstelle Achern über die Kreisstraße 5309 bis zur Sasbacher Straße. Durch die Anbindung an die Landesstraße 87a und die Bundesstraße 3 schafft das Projekt eine leistungsfähige Verkehrsachse, die das Straßennetz im Norden des Ortenaukreises deutlich verbessert, heißt es in der Mitteilung. Herzstück ist ein rund 120 Meter langes Brückenbauwerk, das die Rheintalbahn und die Bundesstraße 3 überspannen wird.
Ergänzt wird die neue Verbindung durch moderne Knotenpunkte, darunter ein fünfarmiger Kreisverkehr an der L 87a sowie ein weiterer Kreisverkehr an der K 5308. Entlang der gesamten Strecke entsteht zudem ein drei Meter breiter Radweg mit Sicherheitstrennstreifen.
Gesamtkosten liegen bei rund 37 Millionen Euro
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 37,1 Millionen Euro. Für die Bau- und Planungskosten erhält der Ortenaukreis über 14 Millionen Euro aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Die Kommunen Achern und Sasbach beteiligen sich mit insgesamt 3,8 Millionen Euro.
Der Landrat betonte beim Spatenstich die verkehrliche und strategische Bedeutung des Projekts: „Die Nordtangente Achern/Sasbach ist weit mehr als ein Straßenbauprojekt – sie ist ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit des gesamten nördlichen Ortenaukreises. Mit dem Lückenschluss zwischen Autobahn, Bundes-, Landes und Kreisstraßen entsteht eine durchgängige, leistungsfähige Verkehrsachse, die die Innenstadt von Achern spürbar vom Durchgangsverkehr entlastet und zugleich die Grundlage dafür legt, dass Wirtschaft, Bildung und Gesundheitsversorgung im nördlichen Ortenaukreis weiter wachsen können. Der bestandene Klimacheck des Landes macht zudem deutlich: Mit der Nordtangente setzen wir auf eine zeitgemäße, sichere und CO₂-sparende Mobilität, bei der Straße, Rad, Bus und Bahn sinnvoll ineinandergreifen – zum Vorteil der Menschen, die hier leben und arbeiten.“
Maßnahme hat eine große Bedeutung für die Infrastruktur
Regierungspräsident Carsten Gabbert hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Maßnahme für die überregionale Verkehrsinfrastruktur hervor: „Ich freue mich, dass wir als Regierungspräsidium mit unserer umfangreichen Förderung für den Straßenbau sowie den neuen Geh- und Radweg einen ganz konkreten Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssituation hier vor Ort leisten und damit einen sichtbaren Mehrwert für die Menschen in der Region schaffen“, sagte Regierungspräsident Gabbert. Das Regierungspräsidium werde aus Landesmitteln voraussichtlich Zuschüsse in Höhe von rund 14 Millionen Euro gewähren.
Projekt erhält viel lob der Oberbürgermeister
Acherns OB Manuel Tabor betonte: „Die Nordtangente Achern ist weit mehr als eine Infrastruktur-Straße: Sie ist ein echtes Zukunftsprojekt für unsere Kommunen, für unsere Region und den Ortenaukreis und zeigt gleichzeitig was auch im Jahr 2025 an bedeutender Infrastruktur entstehen kann, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen.“
Dijana Opitz, Bürgermeisterin der Gemeinde Sasbach: „Bei aller Unterschiedlichkeit unserer Perspektiven hat der Tangentenausschuss vor Aufstellung des Bebauungsplans oft intensiv diskutiert, aber stets auf Augenhöhe zusammengearbeitet. Mein Dank gilt daher allen Mitgliedern beider Kommunen sowie Oberbürgermeister Tabor und Bürgermeister Kollefrath für die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Ich wünsche dem Ortenaukreis weiterhin gutes Gelingen bei diesem wichtigen Bauprojekt.“
Info – Bis 2028 wird gebaut
Die Baumaßnahme gliedert sich in mehrere Abschnitte. Den Auftakt bilden die nun startenden Schüttungsarbeiten, die bis voraussichtlich Mitte März 2027 vorgesehen sind. Anschließend folgen der östliche Abschnitt zwischen der Sasbacher Straße und der künftigen Brückenrampe sowie der westliche Abschnitt zwischen der Infrastrukturstraße und der westlichen Rampe. Die Fertigstellung der gesamten Nordtangente ist für Anfang 2028 geplant.