Mit dem Spatenstich für das Gebiet Sonnenrain hat die Erschließung offiziell begonnen. Dabei erzählen die Beteiligten auch vom teils steinigen Weg von der Idee zur Umsetzung. Besonders ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts warf das Projekt zurück.
Mit dem Spatenstich wurde der Startschuss für den Bau des neuen Wohngebiets „Sonnenrain“ am Dienstagnachmittag gegeben.
„Es ist klar, dass es eines der letzten großen Baugebiete sein wird“, erklärte Bürgermeister Ulrich Bünger in seiner Rede. „Und ist allen bewusst: Fläche ist nicht vermehrbar. Außerdem ist das Bauen unheimlich teuer geworden, der Run auf Bauplätze für Einfamilienhäuser ist abgeflaut“, erzählt er.
Auf dem etwa 2,75 Hektar, also 27500 Quadratmeter, großen Baufeld, am Sonnenrain sollen nun rund 40 Bauplätze bebaut werden. Entstehen sollen Einzelhäuser, aber auch Doppel- und Geschosswohnbauten. Bei den großen Bauplätzen sei es außerdem denkbar, dass diese mit mehreren Häusern bebaut werden, erklärte Uta Berner, Geschäftsführerin der Erschließungsgesellschaft KBB aus Baden-Baden, vor dem Spatenstich.
Langer und holpriger Weg bis zum Baubeginn
Der Weg zum Start war ein steiniger und schwieriger. „Wenn ich gefragt werde, wie lange es vom Gedanken bis zur Umsetzung gedauert hat, dann sage ich Ihnen nicht, was ich gefühlt sagen würde“, meinte Bünger. Bereits Anfang 2022 war das Gebiet Thema im Gemeinderat.
Besonders stark zurückgeworfen wurde das Projekt, als das Bundesverfassungsgericht den Paragrafen 13 b des Baugesetzes für ungültig erklärte. Dieser regelte das beschleunigte Verfahren und sollte dabei helfen, schneller Wohnraum zu schaffen. Allerdings bemängelte das Bundesverfassungsgericht, dass damit die Umweltprüfung für Projekte mit voraussichtlich erheblicher Umweltauswirkungen, wegfallen konnte.
Das warf das Projekt am Sonnenrain um etwa ein Jahr zurück. „Das macht es auch nicht günstiger, können Sie sich sicher vorstellen“, meinte Berner. Das Urteil habe sie kurz vor Satzungsbeschluss „kalt erwischt.“
Auch der Tiefbaubereich in dem Gebiet ist nicht ganz einfach. Das Gebiet muss für den Bau entwässert werden, die Wasserversorgung muss funktionieren, Löschwasser für den Brandfall muss zur Verfügung gestellt und Regen zurückgehalten werden. Die Entwässerung muss über zwei Rohre laufen, denn Abwasser und Regen wasser sollen über verschiedene Kanäle ablaufen.
Die Arbeiten zur Entwässerung und das Retentionsbecken, also das Auffangbecken für Regenwasser, beginnen nun. Verantwortlich zeichnet die Haiterbacher Firma Rath. Wasserleitungen, Strom- und Kommunikationsstruktur sowie Straßen- und Wegebau samt Asphalttragschicht sollen Ende September 2025 fertig gebaut sein.
Glasfaserkabel werden verlegt
Die Firma „Unsere Grüne Glasfaser“ sorgt für einen modernen Internetanschluss, die Netze BW baut die Infrakstruktur für die Stromversorgung.
Allein die Erschließung des Wohngebiets schlägt mit etwa vier Millionen Euro zu Buche. Die Baufirma rechnet mit einem Quadratmeterpreis von 185 Euro. Das ist aber nicht der Preis, der später für den Bauplatz selbst anfällt. 185 Euro kostet lediglich die „Herstellung“ des Bauplatzes.