Die neue Trichterrutsche in blau-violett soll für das Laguna in Weil am Rhein ein Anziehungspunkt sein. Zwei Monate nach Eröffnung erfüllt sie die Erwartungen aber noch nicht. Foto: Maja Tolsdorf

Die Hoffnungen des Laguna in Weil am Rhein ruhen auf der neuen Trichterrutsche. Sie soll ein Anziehungspunkt sein, erfüllt die Erwartungen aber noch nicht ganz.

Sie startet steil und mündet in ein kreisförmiges Gebilde, aus dem es unten wie durch einen Trichter wieder hinausgeht: die neue Rutschbahn im Laguna, dem Weiler Familien- und Erlebnisbad. Ihr Name steht noch nicht fest, soll aber an Pfingstmontag beim Familienfest im dazugehörigen Freibad feierlich enthüllt werden, wie die Geschäftsführer Natalia Golovina und Marcel Rülke beim Pressegespräch bekannt gaben. Nach der Eröffnung der neuen Rutschen-Attraktion Mitte März konnten die Badbesucher einen Monat lang bei einem Gewinnspiel aus drei Vorschlägen wählen: Drifter, Space Slide und Orbit Racer.

 

Im Rutschenturm hatten sich bei der Eröffnung lange Schlangen gebildet. Die besondere Beleuchtung mit farbenfrohen, spiralförmigen Lichtstreifen, die den Eindruck erwecken, man werde in einem großen Strudel oder Trichter in die Tiefe gezogen, hat die Gäste ab zwölf Jahren fasziniert. Im kreisrunden Zwischenteil drehen sich Rutschende einmal rund herum, bevor es im Anschluss kurz in senkrechter Schussfahrt weiter in die gähnende Tiefe geht. „Kurz, aber gut“, lautete das Fazit eines 13-Jährigen beim Aussteigen, der sogleich noch einmal zum Rutschenstart rannte. Am Ende des Tages war er zwölf Mal gerutscht und wollte wiederkommen.

Dennoch konnte die neue Trichterrutsche die Erwartungen der Geschäftsführer noch nicht erfüllen. Und auch Carl-Stephan Matti hatte bei der Planung im Jahr 2024 die Latte hoch gelegt. Ein Alleinstellungsmerkmal und ein Anziehungspunkt sollte sie sein. „Da wollen wir hin“, sollten die Leute wieder denken, nachdem sich das Laguna nach dem Einbruch der Besucherzahlen durch die Corona-Pandemie nur langsam erholt.

Mehr als 500 000 Besucher pro Jahr zählte das Spaß- und Familienbad zuletzt im Jahr 2019. Nach den herben Einnahmeverlusten durch Corona hat sich die Besucherzahl in den folgenden Jahren halbiert. Zugleich schnellten die Ausgaben durch die Energiekrise und den aktuellen Iran-Krieg in die Höhe.

„Wir haben jetzt auch nicht erwartet, dass die Leute gleich von überall her strömen, um die neue Rutsche auszuprobieren“, sagt Rühl. Dazu sei die Konkurrenz der Erlebnisbäder in der Umgebung mit dem Badeparadies Schwarzwald in Titisee oder dem Rulantica in Rust dann doch groß. Zudem seien zwei Monate ein zu kurzer Zeitraum für ein fundiertes Fazit.

Rasant und mit Lichteffekten geht es durch die neue Trichterrutsche, die für Kinder ab 12 Jahren freigegeben ist. Foto: Laguna

Allerdings sollte die neue Rutsche durchaus dafür Sorgen, dass das Laguna konkurrenzfähig bleibt. Denn als im Jahr 1984 das erste Spaß- und Wellenbad weit und breit in Weil am Rhein in Betrieb genommen wurde, genoss es viele Jahre Kultstatus im Dreiländereck und Südbaden. Ein erster Schritt, um weiter mitmischen zu können, war sicherlich die Umgestaltung des Innenbereichs von 2011 bis 2013 mit Veränderung des Rutschenangebots. Seit Ende November 2025 gilt es nun für Golovina und Rülke das Laguna weiterzuentwickeln und für den Markt wieder fit zu machen.

Konkurrenz in der Umgebung

Die Konkurrenz ist stark, seit im Dezember 2010 das Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt und Ende November 2019 das Rulantica des Europaparks in Rust eröffnet hat. Der Betrieb in Titisee umfasst eine Gesamtfläche von rund 61.000 Quadratmetern. Im Innenraum sind es 9500, im Außenbereich mehr als 2000 Quadratmeter. Die Gesamtwasserfläche umfasst etwa 1250 Quadratmeter, es gibt insgesamt 23 Rutschen. Die Wasserwelt Rulantica erstreckt sich über ein Areal von etwa 450.000 Quadratmetern und bietet 25 Attraktionen, darunter 17 Wasserrutschen. Die Indoor-Wasserwelt hat 32.600 Quadratmeter, die Wasserfläche im Innen- und Außenbereich beträgt 8000 Quadratmeter.

Das Laguna in Weil am Rhein braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Foto: Maja Tolsdorf

Das Laguna Badeland in Weil am Rhein hat eine Gesamtwasserfläche von mehr als 2200 Quadratmetern. Der zugehörige Sauna Parc umfasst eine Innenfläche von 3000 und eine Gartenfläche von 4000 Quadratmetern. Es gibt sieben Saunen, je einen Innen- und Außenpool sowie Tauchbecken, Dampfbad und Whirlpool.

Seit März 2026 gibt es drei Hauptattraktionen im Rutschenturm sowie eine kleinere Familienrutsche. Die „Black Hole“ ist eine klassische Röhrenrutsche mit Lichteffekten. Darüber hinaus gibt es mit dem „Wildwasserfluss“ einen Außenwildbach und seit Mitte März die neue „Body-Bowl“: eine 70 Meter lange Trichterrutsche mit speziellen Licht-Effekten.

Mit Erreichbarkeit punkten

Im ersten Moment mag man angesichts der Zahlen und Größen der Spaß- und Wellnessbäder in der Umgebung durchaus am Marktwert des Laguna vor der Haustür zweifeln.

Doch beim Peis-Leistungs-Verhältnis braucht sich das Weiler Spaß- und Familienbad wohl nicht zu verstecken: 35 Euro kostet ein Tagesticket, mit dem man zur warmen Jahreszeit alle Bereiche nutzen kann: das Spaßbad mit Indoor-Sportbecken, die Sauna und das Freibad. Und für viele Familien im Landkreis kann das Laguna mit der Erreichbarkeit und kurzen Wegen punkten.

Im Badeparadies kostet das Ticket ab 43 Euro, wobei der Preis auf einem dynamischen System basiert und je nach Besuchstag variiert. So können an Feiertagen und Wochenenden mehr als 50 Euro pro Person anfallen.

Auch im Rulantica variiert der Preis je Besuchstag: Erwachsene ab 12 Jahren bezahlen etwa 48 bis 54 Euro, für Kinder (vier bis elf Jahre) fallen 41 bis 46 Euro an.