Das Unternehmen plant die Streichung von rund 12 000 Arbeitsplätzen. Damit es nicht noch mehr werden, kürzt das Unternehmen zudem seit Monaten die Arbeitszeiten Tausender Beschäftigter. Nun sind noch mehr von den Sparprogrammen betroffen.
Der Stuttgarter Bosch-Konzern intensiviert sein Sparprogramm, um weitere Stellenstreichungen zu vermeiden. Neben dem bereits angekündigten Abbau von rund 12 000 Arbeitsplätzen reduziert das Unternehmen bereits seit Monaten die Arbeitszeit zahlreicher Beschäftigter. Nun werden auch die Zentralfunktionen der Kfz-Sparte namens Mobility von den Kürzungen betroffen sein.
Nach Informationen unserer Zeitung plant Bosch, die Arbeitszeit von rund 1000 weiteren Beschäftigten in Zentralfunktionen zu verkürzen. Zu diesen Bereichen zählen in Unternehmen – je nach Organisationsstruktur – Aufgaben wie Personalmanagement, Finanzen und Vertrieb.
Seit Anfang des Jahres verfolgt Bosch neben dem Stellenabbau weitere Sparprogramme und reduziert vertraglich vereinbarte Arbeitszeiten. Dies betrifft Verträge, die bisher eine Wochenarbeitszeit von 38 oder 40 Stunden vorsehen. Sie sollen auf die in der Metall- und Elektroindustrie übliche tarifliche Arbeitszeit von 35 Stunden zurückgeführt werden.
Im Unterschied zur Kurzarbeit handelt es sich hier nicht um eine Unterbeschäftigung, sondern um eine Anpassung an die Regelarbeitszeit. Seit Jahren besteht im Metalltarif die Möglichkeit, Arbeitszeiten für bestimmte Fachkräfte über die tarifliche Norm hinaus zu erhöhen. Angesichts der verschlechterten Geschäftsaussichten nutzt Bosch diese Regelung nun weniger und reduziert so die Personalkosten. Besonders betroffen sein dürften Fachkräfte, deren Expertise bislang stark nachgefragt war.
Rund 10 000 Beschäftigte bereits betroffen
Insgesamt erstrecken sich die seit Jahresbeginn in mehreren Wellen beschlossenen Arbeitszeitkürzungen auf rund 10 000 Beschäftigte. Bei den meisten Betroffenen wurden die Pläne bereits umgesetzt. Für die neu hinzugekommenen Zentralfunktionen der Sparte Mobility tritt die Verkürzung ab dem 1. April 2025 in Kraft.
Bosch-Chef Stefan Hartung verteidigte die Maßnahmen kürzlich bei einer Veranstaltung der Stuttgarter Zeitung. Es sei fair, zunächst durch Arbeitszeitverkürzungen Einsparungen zu erzielen, bevor weitere Stellenstreichungen notwendig würden.
Zu den bereits umgesetzten Schritten gehört die Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei der Tochtergesellschaft Bosch Engineering. Dort wurde die Arbeitszeit bereits zum 1. Oktober auf 37 Stunden gesenkt. Eine weitere Kürzung auf 36 Stunden ab dem Jahreswechsel steht ebenfalls fest. Auch für 450 Beschäftigte in der Konzernzentrale wurde vor kurzem eine Verkürzung vereinbart.
Betroffene Standorte überwiegend in der Region Stuttgart
Von den Sparmaßnahmen waren und sind eine Vielzahl von Bosch-Standorten betroffen – vor allem in der Region Stuttgart, wo Bosch auch einen beträchtlichen Teil der inländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Programme gibt es unter anderem an den Standorten Feuerbach, Leonberg, Abstatt, Renningen, Schwäbisch Gmünd, Schwieberdingen und am Konzernsitz in Gerlingen-Schillerhöhe.