Bushaltestellen wie diese im Bereich Ifängle in Villingen werden bisher teilweise doppelt bedient – aber das ändert sich jetzt. Foto: Daniela Schneider

Der Schwarzwald-Baar-Kreis plant Anpassungen bei mehreren Buslinien. Auch in Villingen-Schwenningen könnten Verbindungen verändert oder verkürzt werden.

Der Landkreis setzt beim Busverkehr in den einzelnen Kreiskommunen den Rotstift an. Insbesondere Strecken, auf denen auch noch andere Linien verkehren – so wie zum Beispiel in Villingen-Schwenningen der eine oder andere Bus des Stadtverkehrs – werden künftig nicht mehr oder in geringerem Umfang bedient.

 

Im Vorfeld des entsprechenden Kreistagsbeschlusses hatte die Landkreisverwaltung eigenen Angaben zufolge das Gespräch mit allen betroffenen Kommunen gesucht – und dazu gehörte auch VS, zumal hier gleich mehrere Linien von den Streichungen betroffen sein werden.

So sollte abgeklärt werden, ob die Stadt selbst etwas davon übernehmen könne, was wegzufallen droht. Dabei habe sich aber gezeigt, so Frank Fetzer, Leiter des Straßenverkehrsamtes im Landratsamt, dass die Kommunen – selbst finanziell gesehen oft mit dem Rücken an der Wand – dafür keine Bereitschaft zeigten.

Und bei VS ist sogar das Gegenteil der Fall: So wolle die Stadt selbst ebenfalls Einsparungen in ihrem eigenen Busverkehr planen. Hier sei also unbedingt noch einmal eine Abstimmung nötig.

Nahverkehrsplan als Maßstab

Grundsätzlich ist es bislang so geregelt, dass die beiden großen Kreisstädte Donaueschingen und Villingen-Schwenningen finanziell und personell für ihren jeweils eigenen Stadtverkehr selbst verantwortlich seien. „Für uns ist der Maßstab der Nahverkehrsplan“, erläutert Fetzer – und dessen Vorgaben seien zum Beispiel in Villingen-Schwenningen an manchen Stellen übererfüllt, weswegen man dort Einsparungen plane.

Konkret geht es da zum Beispiel um die Linie 650. Sie verbindet von Fischbach, Niedereschach und Kappel her kommend Obereschach mit Villingen und führt bisher durchs Gewerbegebiet Vockenhausen und durch das Ifängle schließlich über den Benediktinerring Richtung Bahnhof. Sollte die Stadt ebenfalls ihre Buslinie in diesem Bereich – hier verkehrt die städtische Linie 16 zwischen Bahnhof und Haltestelle Heinrich-Hertz-Straße – nicht mehr vollumfänglich aufrechterhalten, könnte das „im schlechtesten Fall“, so sagt Frank Fetzer, „bedeuten, dass das Ifängle nicht mehr bedient würde.“ Der Landkreis erhofft sich durch den Verzicht auf die Fahrt durch das Gebiet eine Einsparung in Höhe von rund 42 000 Euro jährlich.

Künftig direkt zum Bahnhof

Ebenfalls auf der Kürzungsliste des Kreises steht die Linie 660 auf dem Villinger Innenstadtring. Diese kommt aus dem Bereich St. Georgen und soll künftig von der Waldstraße direkt zum Bahnhof fahren, auch, wenn es hier viele Fahrgäste gibt, die im Ring ein- oder aussteigen, zum Beispiel am Riettor. 16 000 Euro will der Kreis durch diese Veränderung jährlich einsparen und verweist darauf, dass auf der betroffenen Strecke ja auch noch der Stadtbus verkehre.

Das wiederum gelte auch für die Linie 640, die bisher Pfaffenweiler, Tannheim und Rietheim verbindet und den kompletten Innenstadtring bedient. Sie soll künftig nur noch direkt vom Villinger Bahnhof aus nach Rietheim fahren; hierdurch soll eine jährliche Einsparung in Höhe von rund 12 000 Euro möglich werden.

In Schwenningen ist die Linie 770 betroffen. Sie soll vom Schwenninger Bahnhof aus direkt über den Rößleplatz fahren (und nur noch „bei Bedarf“ – also im Schulkontext – den Schlenker über die Spittelstraße nehmen). Auch hier wird darauf verwiesen, dass auf der Strecke zusätzlich der Stadtbus verkehrt. Fast 20 000 Euro soll diese Maßnahme dem Kreis künftig einsparen.

Auch eine Maßnahme in Mühlhausen

Und im Ortsteil Mühlhausen soll die Stichfahrt des Busses zum Gewerbegebiet In der Lache wegfallen. Hier wird darauf verwiesen, dass der Bereich innerhalb von 500 Metern Abstand zur Haltestelle Mühlhausen Abzweig liege. Diese Maßnahme soll rund 6800 Euro jährlich an Einsparung für die Kreiskasse bringen.

Hauptlinien oder nicht?

Prüfung steht an
Ebenfalls auf den Prüfstand könnten – nach entsprechenden Fahrgastzählungen – die Linien 770, 700 und 950 kommen. Ob sie künftig noch als sogenannte Hauptlinien mit entsprechend hoher Taktung gelten werden, scheint aktuell offenbar fraglich. „Hier wird man überprüfen, was sinnvoll ist und was nicht“, so Amtsleiter Frank Fetzer.

Die Linie 770
Die Linie 770 verbindet Schwenningen, Mühlhausen, Weigheim und Trossingen Bahnhof. Sie wird künftig wohl keine Hauptlinie mehr sein. Die Linie 700
Ebenfalls fraglich ist, ob die Linie 700 Hauptlinie bleibt. Sie verbindet Schwenningen, Hochemmingen und Tuningen. Die Linie 950
Die Linie 950 verkehrt zwischen Döggingen, Ewattingen und Bonndorf. Hier gibt es eine Verbundgrenze bei der Wutachmühle. Auch hier ist fraglich, ob der Hauptlinienstatus erhalten bleibt.