Eine erste Idee, wie die Sparkassenräume in Bochingen künftig genutzt werden können, gibt es bereits. Foto: Reimer

Auch in Aistaig und Bochingen ist die Enttäuschung über die Schließung der Sparkassen-Filialen groß. Die Entscheidung sorgt nicht nur bei älteren Bürgern für Unmut. Derweil stellt sich die Frage, was aus den Räumen werden soll.

Die Kreissparkasse macht zum 11. August elf Filialen dicht. In Oberndorf sind neben der Talstadt auch Aistaig und Bochingen von den Schließungen betroffen.

 

Alt und Jung betroffen

Eine Entscheidung, die für Unmut unter der Bevölkerung sorgt – nicht nur bei älteren Mitbürgern, wie der Aistaiger Ortsvorsteher Frank Ade auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Der Service vor Ort war das, was das Angebot der Kreissparkasse ausgemacht habe – nicht das Online-Banking. Das sei laut Ade in Aistaig die Meinung einiger jüngerer Bürger.

„Besonders bedauernswert ist die Schließung aber natürlich für die älteren Menschen, die nicht mehr so mobil sind“, sagt Ade. Ende Juli teilte die Kreissparkasse mit, dass man für diese Kunden „individuelle Lösungen zur Bargeldversorgung“ finden werde.

Auch der Automat kommt weg

Kritik äußert Ade auch daran, dass Kunden recht kurzfristig, etwa drei Wochen im Voraus, per Schreiben über die Schließung informiert wurden. Er selbst habe etwas früher von der bevorstehenden Schließung erfahren. In einem rund zweistündigen Telefonat mit der KSK habe er versucht, zumindest den Erhalt des Geldautomaten auszuhandeln – ohne Erfolg. Angesichts rückläufiger Nutzungszahlen seien die Kosten für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu hoch, so die Begründung.

Auch die Filiale in Aistaig schließt. Foto: Reimer

Was nun aus den Räumen in der Mafellstraße werden soll, ist noch unklar. „Die Fläche ist nicht gerade groß, ich kann mir höchstens Büroräume darin vorstellen“, so Ade. Für eine anderweitige Nutzung wären wohl Umbaumaßnahmen notwendig.

Bochingen wächst und wächst

Auch in Bochingen sitzt die Enttäuschung tief. „Wir haben zunehmende Einwohnerzahlen, die Bautätigkeit in unserem Ort ist ungebrochen“, sagt Ortsvorsteher Martin Karsten. „Ich hätte erwartet, dass die Kreissparkasse Rottweil diese Entwicklung ebenfalls positiv sieht und von einer vollständigen Schließung der Filiale Abstand nimmt.“

Doch diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Auch er sei frühzeitig über die Schließung informiert worden und habe feststellen müssen, dass die Entscheidung der KSK endgültig war und nicht mehr zur Diskussion stand.

Mehr Bürgernähe gewünscht

Karsten ist sich durchaus bewusst, dass der Fortbestand der Filiale und des Geldautomaten, der seinen Beobachtungen zufolge häufig genutzt werde, aus Sicht der Kreissparkasse nicht mehr wirtschaftlich sei. „Ich hätte mir aber auch gewünscht, dass eine von der öffentlichen Hand getragene Bank auch die Bürgernähe und insbesondere die Belange der älteren und nicht mehr so mobilen Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihre Entscheidung miteinbezieht.“

Erste Idee

Über die weitere Nutzung der Räume in der Balinger Straße soll laut Karsten bald beraten werden. Bisher gab es noch keine Abstimmung mit der Verwaltung und auch der Ortschaftsrat hatte noch nicht die Gelegenheit, das Thema zu besprechen.

Karsten kündigt aber an, dass sich das Bochinger Gremium in der ersten Sitzung nach der Sommerpause beraten werden. Doch eine Idee gibt es bereits: In den Filialräumen könnte künftig die Ortsverwaltung untergebracht werden, wodurch ein barrierefreier Zugang gewährleistet wäre.