Der Vorstand der Sparkasse Pforzheim Calw (von links): Vincenzo Giuliano, Kerstin Gatzlaff, Vorsitzender Sven Eisele, Georg Stickel. Foto: Sparkasse/Schmid

Die Sparkasse Pforzheim Calw will ihre Kundschaft durch wirtschaftlich schwierige Zeiten bringen.

Im gewerblichen Bereich gelte es, „möglichst viele Akteure auf dem Feld zu halten“, sagte Vorstandsvorsitzender Sven Eisele bei der Präsentation der vorläufigen geschäftlichen Entwicklung am Freitag in Pforzheim. „Wir gehören nicht zu denjenigen, die sich vom Acker machen, wenn die Sonne nicht mehr scheint“, betonte der Sparkassenchef. Da gehe es auch um Arbeitsplätze in der Region und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Wir müssen zwar auch unser Geld verdienen, wir sind aber keinen Aktionären verantwortlich, die eine möglichst hohe Dividende sehen wollen“, sagte Eisele.

 

Langjähriger, regionaler Partner

Der Vorstand des Instituts zeigte sich bei der Vorlage der Bilanz erstmals in seiner jetzigen Zusammensetzung. Eisele hatte im Juli 2025 Hans Neuweiler als Vorstandsvorsitzenden abgelöst. Neu ist auch Vincenzo Giuliano, Nachfolger Eiseles als Verantwortlicher für das Privatkundengeschäft. „Wir begleiten Unternehmen oft von der Gründung an“, sagte Vorstandsmitglied Kerstin Gatzlaff. Man sei ein langjähriger, regionaler Partner. Gatzlaff: „Das gibt uns die Stärke, unsere Kunden bei Innovationen und Transformationen zu begleiten. Wir fördern so das Wachstum in der Region.“

„Herzstück“ Einen Boom verzeichnete die Sparkasse bei der Baufinanzierung, die um rund 30 Prozent auf nahezu eine Milliarde Euro zulegte, berichtete Giuliano. Die Nachfrage im Wohnbereich belebe sich deutlich. Insbesondere seien gebrauche Immobilien gefragt.

Für Giuliano ist das Girokonto „das Herzstück“ im Zahlungsverkehr. 80 Prozent der Kundschaft verfügt über einen Online-Zugang. 140 000 Kontoinhaber nutzen die App, haben, so der Privatkundenchef, „die Filiale in der Hosentasche“. Täglich werden bis zu 25 000 Zahlungen auf diesem Weg abgewickelt.

77 Filialen Doch nicht nur digital, sondern auch persönlich und telefonisch ist die Sparkasse für ihre Kunden da. Im Geschäftsgebiet gibt es 77 Filialen. Giuliano zog einen Vergleich mit den Discountern Aldi und Lidl, die in der Region auf jeweils gut 40 Läden kommen. In der Regeln sei die nächste Sparkassen-Filiale in höchstens 15 Minuten zu erreichen. Ausführlich ging Eisele auf die knapp 2000 Mitarbeiter ein.

Neue Mitarbeiter

Die Sparkasse Pforzheim Calw habe sich als Arbeitgeber-Marke etabliert. Viele Ehemalige seien zurückgekehrt und man habe aus anderen Branchen erfolgreich neue Mitarbeiter gewinnen können. Vakanzen, die als Folge der Corona-Pandemie entstanden waren, seien behoben, so dass die Sparkasse sich auch personell den großen Herausforderungen stellen könne. Die Zahl der Mitarbeiter hat 2025 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 1922 zugenommen. Das Institut nutze Künstliche Intelligenz (KI), um von Routinearbeiten zu entlasten.

Die KI gehe jedoch nicht zu Lasten der Beschäftigtenzahl. Das Eigenkapital wächst ständig und stärke so die Stabilität des Hauses, sagte das für Controlling zuständige Vorstandsmitglied Georg Stickel. Das sorge für Unabhängigkeit und Sicherheit. „So etwas wie in Gelsenkirchen wäre bei uns nicht passiert“, betonte Eisele mit Blick auf die Schließfächer. Deren Sicherheit sei schon vor diesem spektakulären Einbruch laufend überprüft worden.

Größte Sparkasse Mit einer Bilanzsumme von 17,6 Milliarden Euro, 1,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, bleibt Pforzheim Calw die größte Sparkasse in Baden-Württemberg und belegt deutschlandweit Platz sieben. Das Kundenkreditvolumen ist um 4,5 Prozent auf zwölf Milliarden Euro gestiegen, die originären Kundeneinlagen legten um 3,7 Prozent auf elf Milliarden Euro zu. Als Betriebsergebnis vor Bewertung werden 169,1 (2024: 160) Millionen ausgewiesen. Das Jahresüberschuss beträgt unverändert 15 Millionen Euro.