Die Sparkasse Offenburg/Ortenau ist „sehr zufrieden“ mit dem Geschäftsjahr 2025. Insgesamt sieht sich die Bank gut aufgestellt – Sorgen bereiten Betrugsfälle.
„Insgesamt gesehen sind wir sehr zufrieden“, eröffnete Jürgen Riexinger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Offenburg/Ortenau, die Bilanzpressekonferenz am Mittwochmittag. Gemeinsam mit dem stellvertretende Vorstandsvorsitzenden Alexander Meßmer und Vorstandsmitglied Nicole Dietl präsentierte er die Zahlen des vergangenen Jahres. Im Vergleich zur Bilanz 2024 – vor einem Jahr präsentierte das Trio „richtig, richtig gute Zahlen“ – fällt das Fazit etwas verhaltener aus.
Bilanzsumme wächst weiterhin: Die Bilanzsumme stieg 2025 um fast fünf Prozent auf 5,37 Milliarden Euro (2024: 5,13 Milliarden). Das gesamte Kundenvolumen überschritt erstmals die Zehn-Milliarden-Euro-Marke (plus 4,6 Prozent). Letzteres hatte Riexinger bereits im Vorjahr prognostiziert – „ein klares Signal für die Marktrelevanz“, so der Sparkassenchef am Mittwoch. Darüber hinaus vertrauten die Ortenauer der Sparkasse rund 4,1 Milliarden Euro an Einlagen an, diese wuchsen um rund 5,4 Prozent. Auch das Kreditgeschäft entwickelte sich positiv: Die Bank sagte Darlehen in Höhe von rund 567 Millionen Euro zu. Das Kreditvolumen stieg leicht auf 3,6 Milliarden Euro. Das Vertriebsergebnis verbesserte sich leicht auf 59 Millionen Euro. Weiterhin zählt die Sparkasse Offenburg/Ortenau rund 200 000 Kunden.
Betrug in Millionenhöhe verhindert: „Wir sind permanent dabei, den Markt der Betrügereien zu beobachten – das gehört auch zu unserem Verständnis von Sicherheit“, berichtete Vorstandsmitglied Nicole Dietl. Mitarbeiter würden entsprechend sensibilisiert und geschult. Ganz aktuell habe ein aufmerksamer Bankmitarbeiter einen Betrugsversuch im Gegenwert von 1,2 Millionen Euro vereitelt. „Es gab 2025 mehrere Betrugsfälle die vereitelt werden konnten, wobei insgesamt ein hoher sechsstelliger Schaden verhindert wurde“, so Dietl. Insbesondere der Anlagebetrug über das Internet nehme zu, meist fließe das Geld nach Malta oder auch Zypern – wobei die geprellten Investoren freilich nichts mehr davon sehen.
Ortenau immer „noch sehr gut aufgestellt“: „Es stecken viel zu viele Menschen den Kopf in den Sand“, konstatierte Riexinger angesprochen auf die Lage der Wirtschaft. Zwar hätten viele Branchen damit zu kämpfen, dass die Absatzmärkte „nicht mehr so sind, wie vor einigen Jahren“. Das hänge auch mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit – etwa hohen Energiekosten Deutschland – zusammen. Dennoch sei die Ortenau „noch immer sehr gut aufgestellt“. Natürlich werde es immer Unternehmen geben, dass mit der Marktsituation zu kämpfen habe. Die Ortenau müsse aufpassen, dass sie nicht noch mehr an Wettbewerbsfähigkeit verliere. „Die Konkurrenz ist beinhart“, weiß der Sparkassenchef.
Immobilienmarkt scheint im Aufwind: Insgesamt hat die Sparkasse mehr als eine halbe Milliarde Euro an Baudarlehen zur Verfügung gestellt – 306 Millionen für gewerbliche sowie 229 Millionen für private Vorhaben. Zwar sei der Bereich der Immobilienfinanzierung nach wie vor von „anspruchsvollen Rahmenbedingungen“ geprägt, erläuterte Meßmer, dennoch entwickelte sich insbesondere das Vermittlungsgeschäft positiv. Das Umsatzvolumen stieg um 36 Prozent auf 46,3 Millionen Euro – ein Rekordwert. Insgesamt begleitete die Sparkasse 135 Immobilienverkäufe (29 mehr als 2024). „Die Häuslebauer gewinnen auch wieder an Zuversicht“, so der stellvertretende Sparkassenvorsitzende. Die Baukosten würden perspektivisch jedoch hoch bleiben. Kunden konzentrierten sich daher hauptsächlich auf Bestandsimmobilien.
Kunden investieren mehr in Aktien und Co.: Das Wertpapiervermögen der Sparkassenkunden legte 2025 Jahr um fast acht Prozent auf 2,44 Milliarden Euro zu. Allein durch Kurssteigerungen hätten die Kunden einen Wertzuwachs von insgesamt 150 Millionen Euro verzeichnen können, so Meßmer – „dieses Jahr wird aber wohl volatiler“. Insbesondere Wertpapiersparpläne seien gefragt. Gleichzeitig sei aber der klassische Sparbrief nach wie vor eines der nachgefragtesten Produkte.
23 Filialen mit Ansprechpartnern
Mit der im vergangenen Jahr in Ettenheim in Betrieb genommenen und der dieses Jahr in Achern noch zu eröffnenden Filialen verfügt die Sparkasse Offenburg/Ortenau über 23 Anlaufstellen mit Bankmitarbeitern – hinzu kommen 16 SB-Stellen. Insgesamt können Kunden an 54 Bankautomaten Geld abheben. An dieser Präsenz in der Fläche wolle man auch künftig festhalten, versichert das Vorstandstrio.