Für die Oberndorfer Klosterkirche hat das Schwarzwald Musikfestival dieses Jahr ein besonderes Projekt vorgesehen – das Publikum feiert den Auftritt der „ECHO“-Preisträger.
Mit einem außergewöhnlichen Konzertabend gastierte das „ECHO Klassik“-prämierte Ensemble Spark im Rahmen des Schwarzwald Musikfestivals in der Oberndorfer Klosterkirche. Unter dem Titel „Bach – Berio – Beatles“ verband das Quintett unterschiedliche Klangwelten zu einem faszinierenden musikalischen Gesamterlebnis.
Vor Konzertbeginn wurden die Besucher mit einer Konzerteinführung von Intendant Mark Mast und Spark-Mitglied Daniel Koschitzki auf den Abend eingestimmt. Besonders eindrucksvoll war die Vorstellung der zahlreichen Instrumente: Rund 20 verschiedene Flöten hatten die Musiker mitgebracht und zeigten, welche unterschiedlichen Klangfarben und Geräusche sich mit ihnen erzeugen lassen. Gleichzeitig gaben Mast und Koschitzki spannende Einblicke in die Werke und Gedankenwelten von Johann Sebastian Bach und Luciano Berio und lockerten die Einführung mit unterhaltsamen Anekdoten über die Beatles auf.
Konzert voller Kontraste
In der atmosphärischen Kulisse der Oberndorfer Klosterkirche entfaltete sich anschließend ein Konzert voller Kontraste, Virtuosität und kreativer Übergänge. Das Lichtkonzept verlieh den einzelnen Werken zusätzliche Tiefe und unterstrich die jeweilige Stimmung der Musik.
Das Programm spannte einen weiten musikalischen Bogen: Von Johann Sebastian Bachs Choral „Zion hört die Wächter singen“ aus der Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ über moderne Kompositionen und Bearbeitungen bis hin zu bekannten Beatles-Klassikern wie „Blackbird“, „Norwegian Wood“, „Michelle“ oder „Lucy in the Sky With Diamonds“. Besonders faszinierend war dabei, wie selbstverständlich Spark die Grenzen zwischen Klassik, Neuer Musik und Pop auflöste.
Neue Klangwelten
Mit beeindruckender Präzision und Spielfreude überzeugten Andrea Ritter an den Blockflöten, Daniel Koschitzki an Blockflöte und Melodica, Stefan Balazsovics an Violine und Viola, Victor Plumettaz am Violoncello sowie Christian Fritz am Klavier. Immer wieder entstanden neue Klangwelten, in denen sich Bachs barocke Strukturen mit den experimentellen Klangideen Luciano Berios und den eingängigen Melodien der Beatles verbanden.
Die zeitgenössischen Werke und Bearbeitungen von Christian Fritz, Sebastian Bartmann und Victor Plumettaz fügten sich nahtlos in das abwechslungsreiche Programm ein. Besonders die Solostücke aus Berios „Sequenza“-Reihe zeigten die enorme Virtuosität der Musiker und sorgten für intensive, beinahe meditative Konzertmomente.
Beeindruckende Dernière
Das Publikum in der gut besuchten Klosterkirche erlebte einen Abend voller musikalischer Überraschungen und spannender Kontraste. „Spark“ bewies bei dieser Dernière seines gefeierten Arrangements „Bach – Berio – Beatles“, weshalb das Ensemble zu den innovativsten Formationen der internationalen Klassikszene zählt. Mit leidenschaftlichem Spiel, kreativen Arrangements und stilistischer Offenheit gelang es den fünf Musikern, Brücken zwischen Jahrhunderten und Genres zu schlagen – und damit das Publikum nachhaltig zu begeistern.