Seinen künstlerischen Höhepunkt erreichte der Musiksommer Altensteig während des Konzerts von dem mit dem „ECHO-Klassik“ preisgekrönten Ensemble Spark.
Auf der Zielgeraden des Festivals kochten die Emotionen im Bürgerhaussaal hoch wie bei einem Rockkonzert. In einer explosiven Atmosphäre sprangen immer wieder Funken aufs Publikum und zurück, zündeten ungehemmte Applaus-Salven und lösten Anerkennungsrufe aus.
Natürliche Präsenz
Die Weltklasse-Musiker Andrea Ritter (Blockflöten), Daniel Koschitzki (Blockflöten, Melodica), Stefan Balazsovics (Violine/Viola), Victor Plumettaz (Violoncello) und Christian Fritz (Klavier) brillierten in ihrer „Hommage an musikalischen Heroen“ mit interpretatorischer Kreativität, professioneller Perfektion und natürlicher Bühnenpräsenz.
B- Komponisten
Im Kern des Programms stand die Symbiose der scheinbar wiedersprüchlichen Musik von Johann Sebastian Bach, The Beatles und vom modernen Klang-Experimentator Luciano Berio. Aus Originalwerken und Motiven der „drei B“- Komponisten sowie eigenen Werken und Collagen knöpften die Künstler einen zeitlosen, reichlich gemusterten Klangteppich von edler Schönheit, energetischer Spannung und überwältigender Wirkungskraft, wobei sie die Epochengrenzen wie beiläufig verwischten oder übersprangen.
Die Neugebilde wie „Triple B“ des Pianisten Fritz, das famose Arrangement des „Honey Pie“ von Cellisten Plumettaz oder die Fugati-Mäander in „Michelle“- einer Synthese von Beatles und Bach – lösten unter dem Publikum ungläubiges Kopfschütteln und leises Gemurmel der Bejahung aus. Nicht weniger verblüfft reagierten die Zuhörer auf makellose wie fesselnde Interpretationen der Barockmusik von Altmeister Bach und seinem Altersgenossen Christoph Graupner in Bearbeitung von Gustav Mahler, Ritter und Koschitzki sowie von Sebastian Bartmann und Peter Breiner.
Feuer und Flamme
Von dem ersten Programmpunkt an, in dem sich die kristallklare Polyphonie-Transparenz und meisterliche Beherrschung mehrerer Instrumente abzeichnete, war das Publikum Feuer und Flamme für die Musikkunst des Ensembles. Die oftmals motorisch-obsessive, in schwindelerregenden Tempi dargebotene Stücke berauschte schier die Sinne der Zuhörer und ließen die Zeit vergessen.
In jedem Musik-Genre bewegten sich die Instrumentalisten mit akrobatischer wie graziöser Leichtigkeit und Eleganz. Ihre Musik sprudelte aus tiefsten Schichten des Inneren mit ehrlicher Hingabe, die Interpretationslinie verlief organisch, klar und schnörkellos, die einheitliche Artikulation und Dynamik veredelten das Klangbild, wobei die vitale Virtuosität keine Grenzen zu kennen schien.
Im Stehen bedankte sich das Publikum für den emotionsgeladenen Abend und die allgemeine Begeisterung dauerte weit über die Zugabe hinweg.