Die Preisunterschiede zwischen Supermarkt und Discounter schrumpfen. Manche Produkte kosten bis auf den Cent gleich viel. Unsere Redaktion hat dies in Weil am Rhein getestet.
Die Einkaufinsel in Weil am Rhein bietet gute Möglichkeiten für Preisbewusste, die auch bei Lebensmitteln darauf schauen, wo es was am Günstigsten ist. Denn im dortigen Gebäude sind Aldi und Rewe beheimatet, nur wenige Stufen voneinander getrennt. Allerdings nähern sich die Preise an und es macht scheinbar fast keinen Unterschied, ob man im Supermarkt oder im Discounter einkauft.
Ob Butter, Milch, Haferflocken oder bunte Eier: Die Preise der Produkte liegen dicht beieinander. Bei Butter (99 Cent), H-Vollmilch (0,95), Emmentaler in Scheiben (2,49 Euro) oder Haferflocken (69 Cent ) sind die Preise bei Aldi und Rewe in Weil am Rhein gar gleich (Stand: 12. Februar).
Unterschiede marginal
Bei gekochten bunten Eiern trennen 30 Cent die Eigenmarke des Supermarkts mit 3,29 Euro vom Discounter-Preis mit 2,99 Euro. Insgesamt hat unsere Redaktion beim Testeinkauf die Discounter-Preise ausgewählter Produkte mit den jeweiligen Eigenmarken des Supermarkts verglichen, sofern vorhanden.
So kostet ein Kilo Karotten der Eigenmarke 1,69, beim Discounter sind es 1,49.
70 Cent beträgt der Preisunterschied bei einem Kilo Bananen: im Discounter kosten sie 1,29, im Supermarkt 1,99. Bei den Tafeläpfeln aus Deutschland (ein Kilo) liegen immerhin 1,50 Euro dazwischen: 2,99 kosten sie im Supermarkt und 1,49 im Discounter.
Erlerbniswert schaffen
Lediglich zwölf Cent Unterschied sind es bei einem Kilo Kartoffeln aus Deutschland: Im Discounter sind diese für 80 und im Supermarkt für 92 Cent zu haben. Beim Waschmittel Ariel Pods für 38 Wäschen sind es gerade einmal vier Cent, die den Discounter preislich (11,95) vom Supermarkt (11,99) trennen. Handelsexperten sehen die Unterschiede zwischen Discountern und Supermärkten insgesamt schwinden. Discounter investierten stärker in Ambiente und Markenprodukte. Die Qualität der Ware sei aber ebenso hoch, wie Michael Gerling, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts EHI, gegenüber www.tagesschau.de erklärte.
Supermärkte müssten sich stärker anstrengen und zusätzlichen Erlebniswert bieten – etwa durch Gastronomie, Bedientheken, Veranstaltungen oder regionale Sortimente. Ein klarer Unterschied ist jedoch geblieben: Discounter führen deutlich weniger Artikel. Aldi, Lidl, Netto oder Penny bieten ein begrenztes Sortiment von etwa 1000 bis 3500 Produkten, primär Eigenmarken, zu niedrigen Preisen durch schlanke Strukturen.
Supermärkte wie Edeka, Rewe oder Kaufland führen hingegen etwa 25 000 Artikel, inklusive Markenprodukte, mit aufwendigerer Warenpräsentation und höherem Service.
Unterschiede schwinden
Profitieren können die Kunden dennoch vom Wettbewerb der Discounter untereinander oder auch mit den Supermärkten, vor allem wenn sie häufiger auf Sonderangebote zurückgreifen.
Zuletzt hat Aldi in einem Prospekt vom 16. Februar die Preise von Marken- mit denen von No-Name-Produkten im eigenen Haus verglichen. Zu Werbezwecken wird festgestellt, dass der Kunde 60 Prozent einsparen kann und sind Summen von 13,60 (No-Name) und 34,60 (Markenprodukte) errechnet worden, unter anderem aus Artikeln wie Toast, Mineralwasser, Pesto oder Aperol.
Intensiver Wettbewerb
Wettbewerb untereinander
Untereinander liefern sich Aldi und Lidl derzeit einen intensiven Wettbewerb. Mal senkt der eine die Preise zuerst, mal reagiert der andere mit einem noch günstigeren Angebot. Der Preiskampf ist auch eine Reaktion auf das veränderte Kaufverhalten: Laut einer Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln vergleichen mehr als 70 Prozent der Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf stärker die Preise. Typischerweise senken die Discounter zuerst die Preise. Andere Händler wie Rewe, Edeka oder Kaufland ziehen dann rasch nach, innerhalb weniger Stunden oder von ein bis zwei Tagen. Rewe wirbt inzwischen offen damit, mehrere Tausend Produkte dauerhaft auf Discounter-Niveau anzubieten und gleicht die Preise regelmäßig mit Aldi und Lidl ab.
Apps finden Angebote – in Supermärkten und Discountern
Wer sparen will, kann dies nach Einschätzung von Shmaggle-Chef Reuter vor allem durch gezielte Käufe von Aktionsprodukten – unabhängig davon, ob diese bei Discountern oder in Supermärkten getätigt werden.
Dabei helfen könne die Shmaggle-App, die laut Internet den Einkauf im Supermarkt planen kann, Einkaufslisten erstellen und verwalten sowie die besten Angebotspreise finden, Händler bezüglich ihrer Produktpreise vergleichen oder Cashbacks erhalten kann. Aber auch andere Apps können beim Angebote finden und vergleichen unterstützen, wie Marktguru oder kaufDA, Scondoo oder die Eigen-Apps von Supermärkten und Discountern.