Die Gemeinde Pfalzgrafenweiler bereitet mit dem ehemaligen „Spar“-Areal das nächste Sanierungsgebiet vor. Die Bürgerbeteiligung für das Gebiet „Ortskern V“ startet bald.
„Noch ist alles am Anfang“, sagte Bürgermeister Dieter Bischoff in der jüngsten Gemeinderatssitzung zum neuen Sanierungsgebiet, das auch das ehemalige „Spar“-Areal beinhaltet. Ein Infoabend zur Bürgerbeteiligung soll am 18. Juni stattfinden. Aktuell, so Bischoff, sei die Gemeinde aufgefordert, das Sanierungsgebiet IV mit der Endabrechnung abzuschließen.
Zur Vorstellung des noch offenen Prozesses mit den Bürgern war Marius Sonnenwald von der Kommunalentwicklung (KE) in die Sitzung eingeladen, um das Thema vorzustellen. Ihm zufolge sind für den Bereich des ehemaligen „Spar“-Areals sowie ein mögliches neues Sanierungsgebiet Ortskern V verschiedene Aufgabenschritte erforderlich.
Durch die Geschäftsaufgabe der Gärtnerei Steeb würden zentral im Hauptort drei Grundstücke zur Bebauung frei, die mit insgesamt 4640 Quadratmetern Fläche ein erhebliches Potenzial zur städtebaulichen Weiterentwicklung aufwiesen, so Sonnenwald.
„Infomarkt“ für Bürger
Die KE habe 2025 eine Potenzialanalyse erstellt, die der Identifizierung von Nutzungspotenzialen diene und erste konzeptionelle Ansätze für eine geordnete Entwicklung des ehemaligen „Spar“-Areals liefere. Städtebauliche Missstände sollen in diesem Bereich mit Mitteln der Städtebauförderung behoben werden.
Neben der Abrechnung des Sanierungsgebiets IV und der vorab zu erstellenden Konzeptstudien für das genaue Antragsgebiet des Sanierungsgebiets Ortskern V ist eine Neubeantragung erforderlich und die Öffentlichkeit frühzeitig und transparent einzubinden. Die Bürgerbeteiligung soll die künftige Gemeindeentwicklung, spezifische Potenziale des ehemaligen „Spar“-Areals und die Aspekte der Neugestaltung des öffentlichen Raums im Hauptort umfassen.
Die KE schlägt vor, dies alles den Bürgern bei einem „Infomarkt“ zu präsentieren und die Ergebnisse in die Antragstellung einfließen zu lassen. Mögliche Vorschläge für einen Neuantrag bis 30. Oktober 2026 wurden mit Bildern und verschiedenen Varianten zu den Aspekten Wohnen, Dienstleistung und Gesundheit gezeigt.
Bischoff: Prozess ganz am Anfang
Bürgermeister Bischoff betonte, dass nichts manifestiert und das Vorgestellte nur Diskussionsgrundlage sei. Später könne alles ganz anders aussehen. Der Prozess stehe ganz am Anfang einer acht- beziehungsweise zehn- bis zwölfjährigen Laufzeit, sofern der Antrag genehmigt werde.
Zahlreiche Fragen aus dem Gemeinderat kamen auf. Karl-Friedrich Theurer (OGL) wollte wissen, ob Abstimmungen geplant seien, da manches „gären“ müsse. Das Gewünschte müsse umsetzbar sein, so Bischoff, und der Gemeinderat habe die Planungshoheit.
Durchgangsstraße nötig?
Kurt Kirschenmann (SPD) zeigte sich erfreut, dass auf dem „Spar“-Areal etwas Sinnvolles entstehen soll. Peter Dieterle (FWV) erkundigte sich nach den Kosten der aktuellen Phase, die Marius Sonnenwald auf etwa 30.000 Euro bis zur Antragstellung bezifferte. Die Förderung von 60 Prozent werde nicht komplett bewilligt, sondern stehe über Aufstockungsanträge auch nach mehreren Jahren bereit, beantwortete er eine Frage von Durrweilers Ortsvorsteher Roland Mäder.
Adolf Gärtner (FWV) brachte die Idee der Hauptstraßengestaltung vor dem Rathaus ins Spiel und fragte, ob es eine Durchgangsstraße brauche. Auch der Geltungsbereich der Ortsbildsatzung war Thema.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Bürgerbeteiligung mit der KE durchzuführen sowie die Potenzialanalysen dabei einfließen zu lassen, und stimmte den vorgeschlagenen Themengebieten zu.