Ein roter Stier thront noch im Juni über dem Öschberghof-Schriftzug bei Aasen. Mittlerweile ist er allerdings verschwunden und steht in der Hotel-Anlage. Foto: Jens Fröhlich

Das Hotel beheimatet die spanische National-Mannschaft, und das Personal hat die Gäste schon ins Herz geschlossen. Wie die Mitarbeiter auf das EM-Viertelfinale blicken. Und wo der rote Stier abgeblieben ist.

Bei der Fußball-Europameisterschaft ist Donaueschingen ganz nah dran. Warum? Weil die spanische Nationalmannschaft ihr Quartier im Hotel Öschberghof aufgeschlagen hat. Besonders spannend wird es diesen Freitag, wenn die Spanier auf die deutsche Mannschaft treffen.

 

Zwei Herzen in einer Brust

„Es wäre gelogen, wenn ich nicht sagen würde, dass in meiner Brust zwei Herzen schlagen“, erklärt Michael Artner, General Manager des Öschberghofs. „Wir sind hier dennoch Gastgeber für Spanien und bleiben professionell.“ Der spanische Fußballverband hat das komplette Hotel exklusiv für die spanischen Spieler samt Entourage belegt. Dafür waren schon im Vorfeld einige Veränderungen notwendig. Das Restaurant Esszimmer im Öschberghof wurde zu einer Art Freizeitzentrum umgestaltet. Auch einen eigenen Koch haben die Spanier mitgebracht.

Die Stimmung im Hotel sei ausgezeichnet, sagt Artner: „Es ist toll. Die Mannschaft hat hier bei uns mit allen ein neues Miteinander geschaffen.“ Das habe sicher auch damit zu tun, dass die Mannschaft im Turnier bislang äußerst gut abschneide: „Ich denke, wir haben hier im Hotel auch gute Grundlagen dafür geschaffen, dass das so ist. Die Stimmung ist sehr gut“, so Artner weiter.

„Es wäre gelogen, wenn ich nicht sagen würde, dass in meiner Brust zwei Herzen schlagen“, so Michael Artner, General Manager des Öschberghofs. Foto: Guy Simon

Entsprechend jubelt das Hotel-Personal, wenn die Spanier nach gewonnenem Spiel wieder zurück in den Öschberghof kommen: „Wir bejubeln und feiern sie. Sie werden von uns verpflegt und versorgt.“ Allerdings, so betont Artner, sei das ein Service, der auch anderen Gästen zuteil wird: „Wir haben auch Stammgäste, die entsprechend verabschiedet oder begrüßt werden. Wir machen da keinen Unterschied.“

Wo ist der Stier geblieben?

Rund um den Aufenthalt der spanischen Mannschaft im Öschberghof hat es in den vergangenen Tagen Diskussionen in den sozialen Medien gegeben. Im Bereich der Einfahrt zum Öschberghof-Resort stand bis vor Kurzem ein großer roter Stier über dem Hotel-Schriftzug. Der ist mittlerweile von dort verschwunden. Spekulationen wurden laut, die Spanier seien bereits abgereist.

Sehr, sehr konzentrierte Spanier

„Das ist nicht der Fall“, schmunzelt Artner. Der rote Stier befinde sich nur mittlerweile im Hotel. Das hat damit zu tun, dass die spanische Mannschaft sich auf dem künstlichen Tier mit ihren Unterschriften verewigt hat. Was mit dem Stier nach der Europameisterschaft passiert? „Wir werden uns etwas einfallen lassen“, so Artner. Die Spanier erlebt der General Manager als „sehr, sehr konzentriert“. Es mache natürlich etwas aus, wenn die Mannschaft gut spiele. Man begegne sich im Hotel „sehr angenehm und wertschätzend“. Das geben die Spanier auch an ihre Medien zuhause weiter. Dort wurde der Öschberghof als das Zuhause bezeichnet: „Ja, sie wohnen hier in der Zeit und natürlich begegnet man sich dann auch auf anderer Ebene“, so Artner.

Dani Olmo schwärmt

Auch die Fußballer scheinen sich in dem Hotel wohlzufühlen: „Wir sind an einem privilegierten Ort. Wir haben eine Ruhe, die nur wenige Mannschaften haben“, so der spanische Mittelfeldspieler Dani Olmo auf einer Pressekonferenz Mitte Juni.

Je nachdem wie das Turnier weiter verläuft, bleibt auch immer noch die Hoffnung, bei einem Sieg könne der Pokal auch in den Öschberghof kommen: „So genau wissen wir das aber nicht, ob sie in dem Fall nochmal hierherkommen würden“, erklärt Artner. Darüber mache man sich vorerst aber keine Gedanken.

Training

Beim SV Aasen
Für ihr Training nutzt die spanische Nationalmannschaft den Fußballplatz des nahe gelegenen Geländes des SV Aasen. Dort wird ein Rasenplatz das Jahr über von den Greenkeepern des Öschberghofs gepflegt und auf einem Level gehalten, das Bundesliga-Qualität aufweist. Rund um den Sportplatz des SV Aasen ist geradezu eine kleine Zeltstadt entstanden.