Gefragte Autogramme und Selfies: Daniel Carvajal (Real Madrid) und Mikel Merino (Real Sociedad San Sebastian – nicht im Bild) nahmen sich nach dem öffentlichen Training viel Zeit für ihre vielen jugendlichen Fans. Foto: Silas Stein/ dpa

Warum Rodri und Co. beim öffentlichen Training so viele neue Sympathiepunkte gewinnen. Der EM-Favorit freut sich über die „hervorragenden“ Bedingungen.

Eines ist nach dem öffentlichen Training am Montagabend in Aasen sicher: Dem spanischen Nationalteam werden nun auch einige Fußball-Fans mehr im Schwarzwald-Baar-Kreis bei der EM die Daumen drücken. Dieser Auftritt von Rodri und Co. kam in der einstündigen Einheit sehr sympathisch rüber.

 

Schon eine kleine Oberliga-Arena

Der Sportplatz in Aasen hat im Moment wirklich nicht mehr viel gemeinsam mit einem üblichen Gelände eines Bezirksligisten. Nach den baulichen Neuerungen vermutet der Besucher viel eher bald beim Sportverein ein großes Musikfestival. Drei große Zelte stehen inzwischen auf der schmucken Sportanlage, dazu wurde eine Sitztribüne installiert. In der Oberliga würde man so etwas schon als kleine Arena bezeichnen.

Das spanische Team schätzt nach den ersten zwei Tagen schon die Rahmenbedingungen für sein EM-Camp auf der Baar. Foto: Silas Stein

Der Wohlfühl-Faktor

Die Spanier, am Sonntagabend angekommen, fühlen sich sehr wohl auf der Baar, zeigen sich begeistert von den Rahmenbedinungen. 500 Zuschauer – darunter auch Jugendteams des SSC Donaueschingen, des SV Hölzlebruck, des FC Fischbach und des SV Kirchzarten – durften beim öffentlichen Training des spanischen EM-Kaders dabei sein.

Pünktlich begrüßten die Weltstars die Besucher mit einem Winken. Donaueschingens Oberbürgermeister Erik Pauly brachte zum Ausdruck, „welch große Ehre“ es sei, so ein Top-Team zu Gast zu haben. Sein Wunsch: „Wenn Spanien und Deutschland in vier Wochen das Endspiel bestreiten, dann ist sehr viel gut gelaufen.“ Das Stadtoberhaupt ist nun auch um ein spanisches Trikot reicher.

Weltkasse in Aasen: Spaniens Torhüter David Raya (Arsenal London). Foto: Silas Stein/dpa

Das Trainingsprogramm

Das spanische Team begann mit einer zehnminütigen Gymnastik-Einheit auf Matten, bevor es zur bei den Spielern beliebten 7-gegen-2-Spielform ging. Die beiden Innenspieler mussten ständig die Gruppen im Sprint wechseln. Die Spielform wurde vergrößert mit zwei Teams plus einer neutralen Mannschaft mit Außenspielern.

Nachdem auch die Torhüter intensiv gearbeitet hatten, stand ein Abschlusspiel an: Ballzauber in der Abendsonne Aasens. Manche Spielzüge waren ein Leckerbissen und zeigten, was für ein großes spielerisches Potenzial Spanien auch bei diesem Turnier ab Samstag in Berlin gegen Kroatien wieder präsentieren kann.

Viel Freude bei den Zuschauern

Bemerkenswert auch: Nationalcoach Luis de la Fuente war bei dieser Einheit eher der stille Beobachter im Hintergrund. Der 62-Jährige, der seinen Vertrag mindestens bis zur WM 2026 verlängert hat, zeigt sich mit den vergangenen Tagen „sehr zufrieden“. Seine Mannschaft sei auf einem sehr guten Weg in Richtung Turnierstart.

Das spanische Team machte nach einer Stunde pünktlich Feierabend. Schließlich wartete im Öschberghof das Abendessen. Daniel Carvajal (Real Madrid) und Mikel Merino (Real Sociedad San Sebastian) nahmen sich noch viel Zeit für Autogramme und Selfies. Armin Bader (Bräunlingen), der Verbandsjugendwart, brachte es auf den Punkt: „Es war ein richtig schöner Abend.“

Schön wäre es auch, wenn das spanische Team erfolgreich die EM spielt und damit möglichst lange zu Gast in Donaueschingen sind. Dann könnte sich nämlich so ein öffentliches Training noch einmal wiederholen.