Das Sozialwerk will in Jungingen neue Wohnungen für Senioren bauen. Foto: Stopper

Vor dem Sozialwerk Hechingen liegt eine spannende Zukunft, denn für ein Bauprojekt in Jungingen 2025 stehen wichtige Weichenstellungen an. Das Tätigkeitsgebiet wird zudem auf den Bereich der insolventen Sozialstation St. Fidelis abgedeckt hat.

Das phonetisch wie ein Frauen-Name klingt, heißt vollständig ausgeschrieben „Junginger Lebenswelten im Alter“. Dahinter verbirgt sich die Planung eines Bauprojektes, das Tagespflege, und etwa acht bis zehn altersgerecht gebaute und käuflich zu erwerbende Wohnungen miteinander vereint. Ein Konzept, das es in dieser Form im Umkreis von Hechingen bislang noch nicht gibt.

 

„Wir sind in viel versprechenden Verhandlungen mit einem Bauträger und der Gemeinde Jungingen“, erklärte der Vorsitzende Jürgen Ulrich – selbst aus Jungingen – in der Hauptversammlung des Sozialwerkes zum Stand der Dinge. Sobald alles geklärt sei, so Ulrich weiter, werde man in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Pläne und Details vorstellen.

In trockenen Tüchern könnte die Sache nach seiner Einschätzung bereits im ersten Quartal des neuen Jahres sein. „Wir stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß“, meinte der Sozialwerks-Vorsitzende.

Projekt in Jungingen aus Rücklagen finanzieren

So viel verriet er zu diesem Projekt aber auch schon am Donnerstag bei der Zusammenkunft in der Sozialwerksgeschäftsstelle im alten Hechinger Krankenhaus: Das Bauprojekt werde vom Sozialwerk einen Anteil von etwa 1,2 Millionen Euro abverlangen und diese Summe könne man aus „den Rücklagen bezahlen, ohne dass wir völlig blank dastehen“ (Zahlen siehe Info-Rubrik).

„Wir sind auf einem guten Weg“, bestätigte auch Jungingens Bürgermeister Oliver Simmendinger, der den Kontakt von Bauträger zu Sozialwerk vermittelt hat, am Rande der Mitgliederversammlung unserer Zeitung. Auf die Frage, wo im Ort die Mischung aus Tagespflege und Wohnungen gebaut werden soll, wollte er aber noch keine konkrete Antwort geben.

Der Hechinger Ex-Bürgermeister Jürgen Weber hatte im Mai bei der Hauptversammlung der Seniorenbetreuung Jungingen (SBJ) in seiner Funktion als SBJ-Vorsitzender als möglichen Standort den als Bauhof genutzten Alten Farrenstall erwähnt, aber auch von Alternativen gesprochen.

Gebiet der Sozialstation St. Fidelis wird mitbetreut

Was das Sozialwerk 2024 ebenfalls tangierte, war die Insolvenz der Sozialstation St. Fidelis die in Bisingen, Grosselfingen und Haigerloch tätig war. „Dieses Geschäftsgebiet ist nun bei uns gelandet“, erklärte Jürgen Ulrich. Auch für Bodelshausen sei man nun zuständig.

Wie geht so etwas?, frage Ulrich in die Runde und gab die Antwort gleich selbst. Man habe die Ausweitung des Versorgungsgebietes aufgefangen, indem man Personal eingestellt habe – allerdings sei keines von St. Fidelis rekrutiert worden. Im Moment, betont Sozialwerksvorsitzende, sei man personell sogar überbesetzt, weil man den Ersatz für die Rentenabgänge im nächsten Jahr schon im Haus habe.

Sozialwerksgeschäftsführerin Nisrin El-Said, die das Sozialwerk Hechingen erst noch am Sonntag beim ersten Pflege-Infotag in Haigerloch vertreten hatte, ergänzte, dass das Sozialwerk offen für die bisher von der Sozialstation St. Fidelis betreuten Patienten sei, man aber auf eine offensive Anwerbung neuer Kundschaft bewusst verzichtet habe.

Wundzentrum steht in den Startlöchern

Ein dritter großes Themenblock war das Wundzentrum. Im April 2024 hatte das Landratsamt dem Sozialwerk im alten Hechinger Krankenhaus dafür zwei Räume bereit gestellt, damit dort Patienten professionell betreut werden können Jetzt braucht es dafür noch Personal und eine Pflegedienstleitung. „Es geht nicht mehr lange, bis wir starten können“, versprach Jürgen Ulrich.