Seit 2020 wurde der Umzug von Sozialstation und Stadtwerken in das „3-S-Gebäude“ geplant – jetzt ist der Bau fertig und die Institutionen eingezogen. Erste Einblicke in das Gebäude offenbaren eine bunte Überraschung.
Die Stimmung ist gut im „3-S-Gebäude“ auf Kastell. Zu einem ersten Einblick für den Gemeinderat haben Sozialstation, Stromversorgung und Stadtwerke geladen.
„Manches ist hier und da noch in der Bearbeitungsphase“, gesteht Sozialstation-Geschäftsführerin Tina Nagel. Doch nicht desto trotz sei man schon jetzt voll funktionsfähig.
„Im Frühjahr gibt es einen Tag der offenen Tür mit Führungen für die Bevölkerung“, wirft Bürgermeister Jens Keucher einen Blick in das neue Jahr. Er für seinen Teil freue sich schon jetzt auf die große Einweihung, die ihn in einigen Monaten erwarten wird.
Doch schon jetzt wünscht er den Kollegen der Sozialstation und der Stadtwerke viel Spaß und jede Menge Motivation im großen Neubau.
Sulzer Stadtfarben leuchten
Eine der Besonderheiten, die die Gäste im hellen Saal der Sozialstation sehen können, sind die Farben. Die gemütliche Sitzecke mit ihren Polsterstühlen ist – genauso wie die Stühle in den Büros – in gelb gehalten.
Geht man den Gang mit dem Büros jedoch weiter, ändern sich die Sitzbezüge zu rot. „Damit wollen wir an die Farben von Sulz erinnern“, erklärt Nagel. Künftig weiß also jeder: Sitzt er auf einem gelben Stuhl, geht es um Soziales, ist das Polster rot, dann ist Strom das Thema.
Lagerraum für Tiefkühlkost
Doch neben farbigen Bezügen hat das neue Gebäude noch viel mehr zu bieten. So haben sowohl die Sozialstation als auch die Stadtwerke separate Eingänge, eigene Küchen und Toiletten. Beim Mitarbeiter-Eingang der Sozialstation befindet sich auch noch ein Raum mit großen Kühltruhen.
„Das wird das tiefgekühlte Essen von unsren Kunden für ‚Essen auf Rädern‘ gelagert“, erläutert die Geschäftsführerin. So könnten die Lieferungen unkompliziert gebracht und zusammengestellt werden.
Eine Wand voller Postfächer
In der Nähe des Anlieferungsbereichs befinden sich darüber hinaus auch die Parkplätze der Mitarbeiter samt Carport – obenauf die Solarmodule der 3-Täler-Bürgerenergie-Genossenschaft.
Kommen die Mitarbeiter durch den Eingang, steht ihnen auch eines der zahlreichen Brieffächer für internen Schriftverkehr zur Verfügung.
„Hier haben wir auf elektrische Schließanlagen verzichtet, da es sonst den finanziellen Rahmen gesprengt hätte“, sagt Nagel. So sehen die rund 70 Angestellten eben mit einem herkömmlichen Metall-Schlüssel nach ihren Unterlagen.
Mit Crowdfunding zu 25 000 Euro
Oder sie gehen in den Aufenthaltsraum mit Küche, der die Möglichkeit von Ruhe und Erholung gibt. Von dort aus kann man auch in den – allerdings jetzt noch recht kahlen – „Sinnesgarten“ treten.
„2023 haben wir mit einem Crowdfunding-Projekt Spenden gesammelt und weitere Zuschüsse eingeworben“, beschreibt sie die Finanzierung des Gartens. 25 000 Euro seien so zusammengekommen.
Brunnen und Kräuterbutter
Wenn die warme Jahreszeit kommt, könne man sich dort über verschiedene Themenbereiche freuen. Etwa blühende Magnolien, Kletterpflanzen, duftenden Lavendel oder eine Erdbeerwiese.
„Der Brunnen vereint das Wasser und Strom“, weist Nagel auf eine weitere Attraktion hin. Ebenfalls gebe es ein höhenverstellbares – und somit rollstuhlgerechtes – Hochbeet, in dem Petersilie oder Schnittlauch angepflanzt werden könnte. „Daraus kann später dann Kräuterbutter hergestellt werden“, fährt sie fort.
Doch bis es so weit ist, steht erst einmal der „Tag der offenen Tür“. Auf den freut sich Nagel auch schon sichtlich.