Seit 15 Jahren schreibt der Freundeskreis Uganda mit dem Projekt „Gesundheitsstation TroGuDu-Kigoto“ Erfolgsgeschichte. Zwei der Akteure sind Joachim Gollnau (links) und der Vorsitzende Janusz Kloskowski. Foto: Ingrid Kohler

Der Freundeskreis Uganda „TroGuDu“ setzt sich seit 15 Jahren für die Verbesserung der Lebensqualität in Uganda ein, mit Hilfe zur Selbsthilfe.

Für eine Spende zugunsten des Freundeskreises Uganda wurde das diesjährige Fastenessen serviert vom italienischen Freundeskreis.

 

Der Vorsitzende des Freundeskreises Uganda „TroGuDu“, Janusz Kloskowski, blickte zurück auf 15 Jahre Erfolgsgeschichte. Begonnen hat alles im Jahr 2010, als Pfarrer Silvanus Barikurungi mit einer Vision nach Trossingen gekommen ist, als Urlaubsvertretung von Pfarrer Thomas Schmollinger.

Schon im Oktober 2010 folgte die Gründung des Freundeskreises Uganda mit dem Namen TroGuDu, was für Trossingen, Gunningen und Durchhausen steht, den drei Gemeinden der Seelsorgeeinheit. Im gleichen Jahr wurde ein Raum für erste Untersuchungen und zur Ausgabe von Medikamente in Uganda gemietet.

Das Personal der Krankenstation bestand damals aus einer Krankenschwester und einer Laborantin. Da die Patientenzahl rasch wuchs, wurde 2011 ein Haus in der Nähe der Station gefunden, gemietet und umgebaut. Die Jahresausgaben betrugen damals 2036 Euro, davon Mietkosten 96 Euro, Medikamente 500 Euro und Personal 1440 Euro. „Ebenfalls im Jahr 2011 fand das erste Fastenessen statt mit Spende für TroGuDu“, so Janusz Kloskowski, „und diese Tradition hält bis heute an“.

Viele kleine Spenden bewirken etwas

Mit vielen kleinen Spenden kann man etwas bewirken Joachim Gollnau war im November 2025 zum 13. Mal in Kigoto und berichtete im Rahmen des Fastenessens, dass rund 150 Patienten täglich behandelt werden.

Das Personal besteht aus einer Laborantin, einer Hebamme, zwei Krankenschwestern und einer Ärztin, die auf Abruf kommt. Dies alles funktioniert gut, doch „mit dem Gebäude gibt es Probleme“. Das Dach ist wie in Afrika üblich, ohne Regenrinne gebaut. Aufgrund von Schlagregen gibt es nun sowohl außen als auch innen starke Putzschäden „auch die Böden zeigen Wasserschäden auf“. Die bereits im März 2026 beginnende Sanierung ist unumgänglich, schlägt aber inklusive einer neuen Dachrinne, die dann angebracht wird, mit rund 20 000 Euro zu Buche.

Gollnau erzählte auch von einem weiteren Projekt, einem Waisenhaus für behinderte Kinder, das vor mehr als zehn Jahren von der 50-jährigen Noelina Nakaggwa gegründet und seither geleitet wird. Sie selbst hat verkümmerte Beine und kann nicht gehen, setzt sich aber in selbstloser Weise für die bis zu 50 meist geistig behinderten und epileptischen Waisenkinder ein. Zu ihrer Entlastung wurde vor zwei Jahren für die Betreuung nachts eine Krankenschwester eingestellt, deren monatliche Lohnkosten von 100 Euro betragen.

Zudem werde immer wieder Geld für die Verpflegung benötigt. So kostet ein Sack Reis, der zwei Tage abdeckt, zehn Euro. Joachim Gollnau appellierte deshalb: „Mit vielen kleinen Spenden kann man etwas bewirken.“

Dem Freundeskreis Uganda ist es ein wichtiges Anliegen, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in Uganda zu leisten. Ebenso Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen und dafür einen ersten Grundstock zu errichten. Uganda zählt zu den ärmsten Ländern Ostafrikas.

Spendenkonto und Vereinsarbeit

Bankverbindung
Spendenkonto Projekt „TroGuDu“, Katholische Kirchengemeinde Trossingen, KSK Trossingen: IBAN: DE 38 64 35 00 70 00 00 90 31 90; BIC: SOLADES1TUT. Verwendungszweck TroGuDu Uganda.

Die ersten Jahre
Der erste Arbeitseinsatz von Joachim Gollnau in der Station in Kigoto war im Jahr 2013. Im Jahr 2015 hat die Stellvertreterin von Kloskowski, Simone Efinger die Station besucht. Damals wurde ein neues Wasch- und Toilettenhaus, getrennt für Frauen und Männer, gebaut. Da der Eigentümer der Krankenstation zum 1. Mai 2017 kündigte, wurde die Krankenstation provisorisch in die zwei Räume im Patientenhaus untergebracht, allerdings „unter engsten und schlechtesten Bedingungen“, wie Janusz Kloskowski sich bei seinem damaligen Besuch selbst überzeugen konnte. Doch noch im Jahr 2017 wurde ein neues Gebäude fertiggebaut und Gollnaus Einsatz im November 2018 konnte dort stattfinden. Schon ein Jahr später begann ein weiterer kleiner Umbau für eine Entbindungsstation mit Entbindungssaal und einem Zimmer für Mutter und Kind. „Noch vor dem kompletten Umbau ist das erste Baby zur Welt gekommen“, freute sich Kloskowski. Während des Besuchs von Pfarrer Schmollinger sowie Simone Efinger im Jahr 2018 in Kigoto sei es zum Kauf eines Grundstückes rund 50 Meter von der Station entfernt gekommen „zum Schnäppchenpreis von 3000 Euro“, denn auf dem Grundstück stand noch ein altes Haus, aus dem ein Jahr später die Patientenküchen und zwei Zimmer umgebaut wurde. Aufgrund des zu starken Drucks in den Wasserrohren wurde 2020 in Trossingen eine Spendenaktion gestartet, um einen Wassertank zu installieren. Seither gibt es keine Probleme mehr „das Wasser läuft ohne Überdruck“, so Janusz Kloskowski.

Corono
Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2021 zu großen Einschränkungen geführt, doch nach einem Spendenaufruf in Trossingen konnte der Freundeskreis Uganda 5000 Euro einnehmen und somit 234 Familien in Uganda helfen, die aufgrund der Pandemie die Arbeit verloren und kein Geld zum Leben mehr hatten.

Nach 2022
 Im Jahr 2022 wurden zwölf neue Klinikbetten angeschafft, außerdem ein Ultraschallgerät zur Untersuchung von Schwangeren. Ein Sauerstoffgerät zur besseren Beatmung von Neugeborenen folgte 2023. Für die aus dem Jahr 2017 stammende Solaranlage wurden im Jahr 2024 neue Module und eine zusätzliche Batterie für 500 Euro gekauft. Im Oktober 2025 konnte der Freundeskreis sein 15-jähriges Bestehen feiern. Aktuell besteht er aus acht Mitgliedern: Vorsitzender Janusz Kloskowski; stellvertretende Vorsitzende Simone Efinger, desweiteren Sigrid Kohler, Bärbel Ottendörfer, Ursel Schröder, Christine Kluge, Joachim Gollnau sowie Pfarrer Benni Marcose.