Zahlreiche Konfirmanden von Pauluskirchen-Pfarrerin Brigitte Güntter (rechts) packen mit an, damit der Aufbau für die 22. Schwenninger Vesperkirche gut und schnell gelingt. Foto: Mareike Kratt

Die 22. Ausgabe steht in den Startlöchern: Am Sonntag wird die Vesperkirche, die vom 19. Januar bis 9. Februar in die Schwenninger Pauluskirche einlädt, eröffnet. Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

„Wenn man so viele Menschen sieht, dann wächst die Vorfreude auf die kommenden Wochen“, sagt Hans-Ulrich Hofmann vom Leitungsteam am Montagabend beim traditionellen Infoabend für die Mitarbeiter, die bei der diesjährigen Vesperkirche in unterschiedlichster Form mithelfen. Es sind wieder rund 400 Ehrenamtliche geworden, und auch wenn nicht alle von ihnen an diesem Abend vor Ort sind, ist die Pauluskirche voll besetzt.

 

Neue Gesichter

Hans-Ulrich Hofmann blickt in viele neue Gesichter. „Sie beweisen uns, dass das Projekt lebendig ist und Zukunft hat“, freut sich der Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche im Ruhestand, der zusammen mit Frank Banse von der evangelischen Kirche den seelsorgerischen Part beim Sozialprojekt übernehmen wird.

„Gastfreundschaft und Wertschätzung“

Seelsorge und Betreuung – das ist ein Teil der Vesperkirche. Doch vor allem sollen die Menschen, unabhängig von Herkunft und Einstellung, zusammen an einen Tisch kommen, für den symbolischen Wert von zwei Euro nach Herzenslust essen und sich unterhalten können, erklärt Hofmann die Grundidee des Sozialprojekts, das seit 2004 in die Pauluskirche lockt – ursprünglich vier Wochen lang, seit der Wiederaufnahme nach der Corona-Pandemie drei Wochen lang. „Gastfreundschaft und Wertschätzung“, das sind die Schlagworte, mit denen den Gästen – zwischen 200 und 300 pro Tag – stets empfangen werden sollen.

Eine Wohlfühl-Atmosphäre

Und es ist die Durchmischung der Sozialstruktur der Menschen, die an einem Tisch sitzen werden. Bewusst habe man von Anfang die Kirche als heiligen Raum für die Veranstaltung gewählt. Wie immer werden Tische festlich gedeckt sein und eine Wohlfühl-Atmosphäre geschaffen. Manch einer könne sich keinen Restaurant-Besuch leisten, betont der Alt-Pastor, der selber fast 20 Jahren für die Organisation mitverantwortlich ist.

Hans-Ulrich Hofmann vom Leitungsteam informiert die Mitarbeiter über den Ablauf der diesjährigen Vesperkirche. Foto: Mareike Kratt

Viele Firmen helfen mit

Das Miteinander ist ein weiterer Bestandteil der Vesperkirche. Da sind die Gäste auf der einen, da sind die ehrenamtlichen Helfer auf der anderen Seite. Hans-Ulrich Hofmann freut sich, dass immer mehr Firmen aus der Umgebung für einen oder mehrere Tage im Service, bei der Essenausgabe oder im Hintergrund beim Spülen aktiv sein werden. Zudem belebten immer mehr Jugendliche – Konfirmanden oder auch Schüler der Christy-Brown-Schule sowie des Trossinger Gymnasiums – das Projekt.

Großes Organisationsteam

Dann gibt es das Organisationsteam mit Leitungsfunktionen aus den Bereichen Verwaltung, Tagesleitung, Küchenkoordination, Kultur, geistliche Leitung oder Technik. Für die Technik federführend zuständig ist seit 2017 Manfred Klostermeier. Er organisiert in erster Linie den Auf- und Abbau. Seit Montagvormittag ist er zusammen mit Thomas Eggermann täglich vor Ort, um die Pauluskirche in ein ansprechendes Gasthaus zu verwandeln. Zusätzliche helfende Hände stehen ihnen immer zur Verfügung.

Pauluskirche verwandelt sich

Die Kirchenbänke stehen mittlerweile im Gemeindehaus nebenan, Stühle und Tische werden am Mittwochnachmittag aus der Johanneskirche in den Neckarstadtteil transportiert und in der Pauluskirche aufgebaut. Schwenninger Konfirmanden helfen fleißig dabei mit. Spülbecken und Geschirr kommen am Donnerstag aus der Friedenskirche. Dann erfolgt der Aufbau der Spülmaschine im Gemeindehaus. Aus mehreren kleinen Puzzleteilen werde schließlich ein großes Ganzes geschaffen, beschreiben Eggermann und Klostermeier den Aufbau der Vesperkirche.

Manfred Klostermeier (links) und Thomas Eggermann sind in der Woche vor Beginn der Schwenninger Vesperkirche fleißig mit dem Aufbau beschäftigt. Foto: Mareike Kratt

Auf vielen Schultern verteilt

Was einst der langjährige Hauptorganisator, Pfarrer Andreas Güntter, in Eigenregie geleistet hat, werde nun auf mehreren Schultern verteilt, erklärt zudem Manfred Klostermeier. 2020, in Güntters letztem aktiven Jahr, habe er alles mit Fotos dokumentiert und orientiert sich noch heute daran. Vieles sei zur Routine geworden, aber jedes Jahr müsste man es sich zurück in die Erinnerung holen – und neuen Mitarbeitern erklären.

Das Kulturprogramm

Nicht fehlen bei der Vesperkirche darf das Kulturprogramm, für das seit 2022 Rolf Klaiber, Macher von Härings Kulturcafé, zuständig ist. Dreimal pro Woche sind die Gäste eingeladen, unabhängig vom gemeinsamen Essen am Mittag auch am Abend in die Pauluskirche zu kommen. Klaiber hat für das vielfältige Programm zwei Filmbeiträge, zwei Buchvorstellungen, eine persönliche Plattenvorstellung aus dem Bereich Pop und Rock mit Tanzmöglichkeit sowie vier Konzerte zusammengestellt. Dabei ist auch eine enge, zukunftsfähige Kooperation mit der Musikakademie entstanden, freut sich der Kultur-Beauftragte.

Die Eröffnung der Vesperkirche

Der Gottesdienst
Die 22. Ausgabe der Vesperkirche wird am Sonntag, 19. Januar, um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Schwenninger Pauluskirche eröffnet. Pastor Hans-Ulrich Hofmann wird den Gottesdienst leiten, Diakon Ruport Kubon von der katholischen Seelsorgeeinheit Villingen wird die Predigt halten. Zudem spielt der Posaunenchor.

Weitere Informationen
Infos rund um die Vesperkirche, auch zum Kulturprogramm, gibt es unter www.vesperkirche-vs.de.