Zufriedene Gesichter gab es beim Probelauf für die „Nagolder Suppe“. Foto: Bernklau

Die Generalprobe ist schonmal geschafft. Jetzt kann die „Nagolder Suppe“ ab dem 27. Januar an die eigentliche Zielgruppe ausgegeben werden.

Es gibt immer mehr einsame Menschen, Menschen mit wenig Budget, Menschen, die nicht das Geld und den Antrieb haben, sich selbst ein eigenes Essen zu kochen. An solche Menschen richtet sich eine neue Hilfsaktion, die sich aus der Nagolder Bürgerschaft heraus entwickelt hat – ganz spontan, wie es Initiatorin Gerda Rudolf erzählt.

 

Zusammen mit ihren drei Mitstreitern Bärbel Reichert-Fehrenbach, Klaus Schnepf und Ralf Benz brachte sie die Nagolder Suppe auf den Weg. Die Idee ist einfach und simpel. Im Seniorentreff Mohren in der Bahnhofstraße sollen zweimal in der Woche unterschiedliche Suppen Bedürftigen serviert werden. Das Ganze soll auf Spendenbasis passieren. Nach dem Prinzip „Jeder gibt was er kann“.

Für die Premiere gab es einen Gaisburger Marsch aus dem Hause Merkle. Foto: Bernklau

Die Gäste sollen dabei nicht nur satt werden, sondern auch Gemeinschaft erfahren, Trost und Solidarität, so Rudolf. Mit dieser Suppe solle nicht nur der Körper, sondern auch die Seele gewärmt werden, ergänzt Apothekerin und Stadträtin Bärbel Reichert-Fehrenbach.

Die Idee war schnell geboren – und Unterstützer waren schnell gefunden. Die Suppen – vom Gaisburger Marsch über Lauchsuppe mit Hackbällchen bis hin zum mediterranen Gemüseeintopf – kommen aus der Küche von Florian Merkle von der Nagolder „Burg“. Die Möblierung für das Teilzeit-Restaurant kommt von Eberhard Haizmann von der Hochdorfer Kronenbrauerei. Und die Location an sich – den „Mohren“ – stellt die Stadt für diesen guten Zweck zur Verfügung.

Es wird mit 40 Portionen Suppe oder Eintopf pro Tag kalkuliert

Doch nicht alles ist reibungslos abgelaufen. Wegen Sanierungsarbeiten am Mohren musste der ursprünglich geplante Starttermin nach hinten verschoben werden. Als Start steht jetzt der 27. Januar fest, an dem die „Nagolder Suppe“ tatsächlich serviert werden soll. Mitinitiator Ralf Benz hat kein Problem mit dieser zeitlichen Verzögerung: „So sind wir auf den tatsächlichen Start deutlich besser vorbereitet“, sagt der Gewerbevereinschef, der darüber berichtet, dass man bis auf weiteres bei dem Projekt mit 40 Portionen Suppe oder Eintopf pro Tag kalkuliert.

Für die Nagolder Suppe gibt es eigenes Geschirr. Foto: Bernklau

Zu den vier Initiatoren haben sich inzwischen auch fünf weitere Helferinnen gesellt, die die Umsetzung des Hilfsprojekts tatkräftig unterstützen: Margarethe Blida, Andrea Wycisk, Christel Stöhr, Christiane Frey und Inge Münzenmayer.

„Das ist ein schöner Tag für Nagold

In diesen Tagen erfolgte nun der Probelauf für die „Nagolder Suppe“ im Seniorentreff Mohren. Und in der Querstraße gab es nur glückliche und zufriedene Gesichter und bestens mit Gaisburger Marsch gefüllte Mägen. Oberbürgermeister Jürgen Großmann zeigte sich begeistert von der Idee und der Umsetzung des Hilfsprojekts: „Das ist ein schöner Tag für Nagold, denn es ist ein schöner Tag für die Menschen in der Stadt“, meinte das Stadtoberhaupt.

Und auch die Macher zeigten sich zufrieden: „Im Mohren sind wir bestens aufgehoben“, freute sich Gewerbevereinschef Ralf Benz, der noch einmal betonte, dass jeder im Mohren willkommen sei. Das gelte übrigens nicht nur für die Gäste, sondern auch für weitere Helfer, die sich für dieses Projekt einsetzen wollten, so Benz, der ergänzte dass man für dieses Projekt auch im Austausch mit diversen Hilfsorganisationen stehe, um die „Nagolder Suppe“ bei der eigentlichen Zielgruppe bekannter zu machen.