Pfarrer Ernest Ahlfeld (stehend) mit einer der beiden Stammbesetzungen Foto: Frey

Ende 2024 ist das Projekt „Keiner is(s)t allein“ in Loßburg gestartet. Nun zieht Pfarrer Ernest Ahlfeld eine positive Bilanz für das erste Jahr.

„Keiner is(s)t allein“: unter diesem Motto startete in Loßburg Ende 2024 ein Gemeinschaftsprojekt der evangelischen Kirchengemeinde, der Gemeinde und der Bruderhausdiakonie. Darüber wird in einer Pressemitteilung berichtet.

 

Jeden Freitag mit Ausnahme von Feiertagen und vier Wochen Sommerferien wird zwischen 11.30 und 13.30 Uhr im Gemeinschaftsraum der Bruderhausdiakonie ein gemeinsames Mittagessen angeboten. Zwei Essen mit Suppe, Hauptgericht und Dessert stehen zur Auswahl.

Alle Beteiligten waren gespannt, wie die Resonanz auf dieses Angebot ausfallen würde. Nun freut sich Pfarrer Ernest Ahlfeld über den Erfolg der Initiative, wie es in der Mitteilung weiter heißt. „Im letzten Jahr haben wir 2300 Essen ausgegeben. Inzwischen kommen regelmäßig 50 bis 60 Gäste zu uns“, wird Ahlfeld zitiert.

Finanzielle Unterstützung

Und sogar ein kleiner Überschuss konnte erzielt werden, allerdings nicht aus den Beiträgen. Denn da gilt: „Jeder gibt, was er kann und mag.“ Damit allein wäre das Angebot nicht zu finanzieren. Ahlfeld erhält Spenden von Privatleuten und von der Gemeinde Loßburg. Vor allem aber die ortsansässige Scheckenhofer-Stiftung unterstützt sehr großzügig jeden Monat.

Durch das Seniorenmobil werden auch die Loßburger Teilorte eingebunden, das Einzugsgebiet reiche bis nach Freudenstadt. Ernest Ahlfeld ist fast jeden Freitag vor Ort, schaut kurz in der Küche beim Helferteam vorbei, geht durch die Reihen und begrüßt die Anwesenden, die er alle persönlich kennt. „Zu jeder und jedem hier könnte ich eine Geschichte erzählen. Viele sind verwitwet und essen sonst immer allein.“ Da sei das gemeinschaftliche Mittagessen jeden Freitag ein Höhepunkt der Woche.

Sinnstiftende Arbeit

Ahlfeld gibt auch immer einen kurzen christlichen Impuls, der sehr aufmerksam angenommen werde, wie es in der Mitteilung heißt. Heute erzählt er das Gleichnis vom blinden Bartholomäus, dem Jesus wieder seine Sehkraft schenkt. „Blind kann man auch sein, wenn das Herz nichts mehr sieht“, erklärt Ahlfeld und wünscht den Anwesenden, dass Gott ihnen die Augen öffnen kann. Für ihn ist das gemeinschaftliche Erleben beinahe noch wichtiger als das liebevoll servierte Essen.

Das Helferteam an diesem Freitag Foto: Frey

In der Küche arbeiten abwechselnd fünf fünfköpfige Helferteams, die bunt gemischt sind. Zudem stehen Ahlfeld auch noch fünf bis sieben Springer zur Verfügung, die flexibel eingesetzt werden können. Die Helfer empfinden ihre Arbeit laut Pressemitteilung als sinnstiftend und befriedigend. Es sei überhaupt kein Problem, diese ehrenamtliche Arbeit zu besetzen, sagt der Pfarrer.

Großküche in Reutlingen

An zwei Tischen versammelt sich jeden Freitag eine Stammbesetzung, die anderen Tische werden variabel besetzt. Bisher wird das Essen noch in der eigenen Küche der Bruderhausdiakonie gekocht. Ab Juli wird die neue Großküche in Reutlingen das Essen liefern. Und schon jetzt sind alle gespannt, ob es weiterhin so gut sein wird.

Noch erreiche das Angebot nicht alle wirklich Bedürftigen, die Ahlfeld natürlich kennt. Aber zwei neue Hinweistafeln auf dem Rathausplatz und vor der Bruderhausdiakonie hätten schon einige neue Gäste angelockt. Und dann ist ja da auch noch die Mund-zu-Mund-Propaganda, so Ahlfeld, der sich auf weitere Besucher freut.